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Es darf keine weitere Privatisierung der öffentlichen Daseinsvorsorge geben

Dienstag, 28.April 2009 von

Aktuell, Arbeit & Soziales

roseGestern wurden Meldungen laut, dass die CDU ihr Wahlprogramm nicht auf einem Parteitag beschließen lassen will und heute wurde bekannt, dass der CDU-Wirtschaftsrat ein eigenes Wahlprogramm erstellen wird. In diesem Programm wird klar auf einen marktradikalen Kurs mit Sozialkürzungen und der weiteren Privatisierung staatlicher Leistungen gesetzt.

Diesem Privatisierungswahn werden wir uns entgegen stellen. Die Privatisierungswellen der vergangenen Jahre haben ganz besonders die Kommunen betroffen. Immer mehr Bereiche der öffentlichen Daseinsvorsorge wurden dem Markt überlassen, so werden mittlerweile nicht nur Stadtwerke, Krankenhäuser und öffentliche Personennahverkehrsunternehmen verkauft, sondern es werden auch immer mehr Privatschulen gegründet und sogar der Betrieb von Gefängnissen privatisiert. Dies hat zur Folge, das der Zugang zu diesen Gütern für immer mehr Menschen schwieriger wird und gleichzeitig werden viele gesellschaftlich notwendige Aufgaben nicht mehr erledigt. Außerdem sind gerade die ArbeitnehmerInnen in den betroffenen Betrieben die Leidtragenden, die wenn ihre Arbeitsplätze nicht abgebaut werden, zumindest Einbußen bei Lohn und Mitbestimmung hinnehmen müssen.

Wir wollen allen Menschen den Zugang zu den Gütern und Dienstleistungen ermöglichen, die für ein Leben in Selbstbestimmung notwendig sind. Dazu gehören Bildung, Gesundheitsversorgung und Pflege, Wasser- und Energieversorgung, Müllentsorgung, Infrastruktur, Wohnraum, Bank- und Kreditwesen, Sport- und Kultureinrichtungen, Umweltschutz und Sicherheit. Dies muss in einem sozialen Europa garantiert werden. Diese Aufgaben und Güter der Daseinsvorsorge gehören in öffentliche Verantwortung, unter demokratische Kontrolle und müssen am Gemeinwohl orientiert sein.

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Ein Kommentar

  1. Frank Heuß sagt:

    Die einst unter der Kanzlerschaft Kohl begonnene Privatisierungswelle hat in Deutschland großen Schaden angerichtet – an staatlichen Vermögenswerten und an abgebauten Arbeitsplätzen! Erst kürzlich sind auch sog. “Sale-and-Lease-back”- Geschäfte der Kommunalwirtschaft im Rahmen der Wirtschaftskrise wie Kartenhäuser zusammengefallen und kommen nun der öffentlichen Hand teuer zu stehen.

    Wohin Privatisierung gerade in der eher kommunalen Daseinsvorsorge führt, war übrigens auch kürzlich in der ARD-Sendung Monitor zu betrachten. Die private Betreibergesellschaft der Uni-Klinik Marburg verdient sich demnach offenbar dumm und dämlich, während zeitgleich die Zustände für Patienten und Belegschaft immer schlechter werden.

    Durch Privatisierung wird Erbmasse der kommenden Generationen verscherbelt – politischer Handlungsspielraum geht dauerhaft verloren. Zusätzlich werden im Wege der Marktliberalisierung künstlich immer neue Märkte geschaffen, die oft überhaupt nicht Funktionsfähig sind und den Verbraucher meist mehr Kosten, als sie Nutzen bringen.

    Daher sollten wir als Jusos klar machen, dass es in dieser Frage keine Kompromisse geben darf: NEIN zum Privatisierungswahn!

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