Wahlrecht für alle Menschen!
Freitag, 17.April 2009 von Thilo Scholle
Integration heißt für uns Jusos, Chancengleichheit und Teilhabe für alle Menschen in diesem Land herzustellen – unabhängig von ihrer Herkunft.
Dass Menschen, die hier geboren sind oder schon lange hier leben auf Grund ihrer Staatsangehörigkeit kein Wahlrecht haben, ist deshalb ein Skandal! Schließlich sollte in einer Demokratie nicht rechtfertigungsbedürftig sein, warum jemand ein Wahlrecht bekommen soll, sondern vielmehr, warum mehrere Millionen Menschen in Deutschland kein Wahlrecht haben!
Trotzdem wird gerade von Seiten der CDU/CSU immer noch so getan, als wäre nur mit dem deutschen Pass auch gewährleistet, dass sich jemand auch mit dem Land identifiziert. Meist wird dann auch noch davon gesprochen, die Einbürgerung stelle den Abschluss eines Integrationsprozesses dar.
Umgekehrt wird ein Schuh daraus – nur wer politisch mitgestalten kann, hat auch die Chance zur Identifikation! Der Verweis auf die Einbürgerung als Voraussetzung für das Wahlrecht ist zudem dann auch noch verlogen, wenn gleichzeitig die Hürden für die Einbürgerung permanent verschärft werden.

Außerdem wollen wir die Debatte führen: Muss für die Teilnahme auch an Landtags- und Bundestagswahlen wirklich die deutsche Staatsangehörigkeit Voraussetzung zur Teilnahme sein, oder könnte man nicht auch hier an den Wohnsitz und eine bestimmte Zeit des Aufenthaltes im Land anknüpfen?
Zudem muss sich die gesellschaftliche Realität einer pluralen, multi-ethnischen und multi-kulturellen Gesellschaft nicht nur an den Wahlurnen, sondern auch in den Parlamenten selbst wieder finden.
Noch immer ist die Zahl von Abgeordneten mit Migrationshintergrund außerordentlich gering. Alle Parteien – auch die SPD – sind hier in der Pflicht.
Auch für uns als Jusos muss es Ziel sein, politische Heimat für alle Menschen zu sein, die sich linken Werten und Politikzielen verbunden fühlen, unabhängig ihrer Herkunft. Mit unserer Veranstaltungsreihe “Werkstattgespräch Integration” haben wir im letzten Jahr den Dialog mit Selbstorganisationen von MigrantInnen sowie mit weiteren interessierten Personen und Organisationen im Themenfeld Integration begonnen. Hier wollen wir weiter ansetzen, und die Diskussion über politische Ziele und Projekte vorantreiben.
Tags: Integration, Wahlrecht











So ist es. Eine Änderung dahingehend, dass das aktive Wahlrecht einem noch breiteren Teil der Gesellschaft zusteht ist wichtig. Aber erst wenn das passive Recht – für all die, die Politik betreiben wollen, aber nicht deutsche Staatsbürger sind, eingeführt ist, wird die von dir beschriebene Gesellschaft zur Realität.
Und ein “Wahlrecht für alle Menschen” bedeutet aber noch mehr. So denke ich an die Debatten über die Herabsetzung des Wahlalters, welches nur bedingt empfehlenswert ist…
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Ich halte es in Anbetracht der Grenzen, die das Bundesverfassungsgericht fürs Ausländerwahlrecht aufgemacht hat, für sinnvoller, hier nicht über eine Ausweitung des Wahlrechts, sondern über eine Erleichterung der Einbürgerung vorzugehen. Ist im Übrigen auch der Weg, den das BVerfG hier aufgezeigt hat (http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv083037.html , Rn. 54ff.)
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Was spricht gegen WAHLRECHT AB NULL und damit der Interessenvertretung von Kindern und Familie?
Warum können Eltern nicht treuhänderisch für ihre Kindern stimmen (analog zur Eintragung auf der Lohnsteuerkarte)?
Familienpolitik ist ökologisch; wer sonst hat ein Interesse, die Umwelt zu bewahren, wenn nicht Eltern?
Familienpolitik ist nachhaltig; wer sonst hat ein Interesse, den Kindern keine Schulden aufzubürden?
Wie sonst könnte eine familiengerechtere Politik und damit eine lebenswerte Gesellschaft gefördert werden?
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