Wirtschaftskrise: die wirklichen Ursachen analysieren
Montag, 27.April 2009 von Jendrik Schröder
Die Wirtschaftskrise ist derzeit das am meisten diskutierte Thema. Täglich werden neue Nachrichten über die Krise bekannt. Dabei ist eine differenzierte Diskussion über die Ursachen der Wirtschaftskrise nötig, um zukünftige Fehlentwicklungen zu vermeiden. Ganz klar ist dabei, dass die Krise nicht auf eine Ursache alleine, sondern auf einen Zusammenhang mehrerer sich gegenseitig verstärkender Gründe zurückgeführt werden muss. Ein wesentlicher Aspekt ist jedoch die ungleiche Einkommensverteilung in den meisten Industrieländern.
In den letzten Jahren hat sich die Einkommensstruktur in den westlichen Staaten grundsätzlich verschoben. Während der Anteil der Gewinne am Sozialprodukt zunimmt, geht der Anteil der Löhne dagegen zurück. Auf der einen Seite entsteht daher eine Anhäufung verfügbaren Geldes. Auf der anderen Seite benötigen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Kredite, um ihre grundlegenden Haushaltsausgaben tätigen zu können. Oftmals konnten die Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer ihre Schulden jedoch nicht zurückzahlen.
Die Verbraucherinnen und Verbraucher in den USA konsumierten zugleich fünf bis sechs Prozent mehr als sie selber produzierten. Dieses Handelsbilanzdefizit finanzierten wiederum die Länder mit einem Exportüberschuss wie Deutschland. Die Risiken dieses fragilen Systems aus VerbraucherInnenkrediten und internationaler Verflechtung wurden über Finanzprodukte in das Bankensystem übertragen. Die entstandene Blase ist nun geplatzt.
Eine Schlussfolgerung besteht also darin, künftig auch aus diesem Grund eine aktive Umverteilungspolitik zu gestalten. Eine solche Politik beinhaltet Steuern auf hohe Einkommen, Gewinne und Vermögen.
Tags: Krise, Wirtschaft











Vornehmlichste Aufgabe des Gesetzgebers ist es, für eine gesunde Vermögensstruktur in der Gesellschaft zu sorgen, damit die W i r t s c h a f t florieren und die G e s e l l s c h a f t wachsen und sich entwickeln kann. Die sogenannten Arbeitslosenzahlen pegeln sich in der Folge automatisch selber ein.
Dafür muß der Gesetzgeber einfache, bürokratiearme, e f f e k t i v e Einkommensteuern festsetzen. Gerechte Steuern für jeden sind etwas Unmögliches!
-Es muß genügend Vermögende geben, die als Unternehmer oder als Unternehmensanteilseigner andere gewinnbringend für sich arbeiten lassen wollen. (Im Sprachgebrauch der Superreichen: Arbeitsplätze schaffen wollen.)
-Und es muß Kaufkräftige geben, die die Waren kaufen.
-Und es braucht qualifizierte Arbeitskräfte, die zwecks Einkommenserwerb selbständig oder abhängig arbeiten wollen.
Die kritische Vermögensstruktur weltweit hat zur sogenannten Finanzkrise geführt. Mit Eifer zeigen die Meinungsführer ablenkend auf hochbezahlte, aber eben doch nur abhängig arbeitende Manager. Superreiche sind nicht im Blickfeld, gesetzgebende Politiker auch nicht.
Es lohnte sich nicht mehr so recht, Waren herzustellen. Kaufkräftige Abnehmer fehlten. In Unternehmen steckendes Kapital rentierte sich zu wenig.
Finanzspekulationen schienen lukrativer zu sein. Und sie wurden für Verkäufer raffinierter Wertpapierkonstruktionen besonders ertragreich. Bei ihnen ist das Geld blindgieriger Anleger (auch das nur anvertraute Geld) gelandet. Hart betroffene Blindgierige sind nicht mehr kreditwürdig und schweigen deshalb. Betroffen sind Riester- und Rürupanbieter, Versicherungen, Banken, Unternehmer, Kommunen, Steuerflüchtlinge, Rentner, ….
Der Bundestag hat die deutsche Vermögensstruktur kürzlich weiter verschlechtert. Statt effektive Einkommensteuern zu erheben, hat er Steuergeschenke und Zinsgeschenke (über Anleihen) gemacht. Hauptsächlich an Hochvermögende, darunter auch an Verkäufer der sogenannten Giftpapiere. Gierige, die anvertrautes Geld veruntreut haben, wurden nicht bestraft.
Einkünfte aus Kapitalvermögen werden durch das Halbeinkünfteverfahren und neuerdings durch die Abgeltungsteuer steuerlich bevorteilt. Ein Spitzeneinkommensteuersatz von unter 30% und obendrein ohne Progressionsvorbehalt ist ein starker Anreiz für Finanzgeschäfte.
Hände weg von der Preis- und Einkommensfindung, damit die Nützlichkeit des Instruments „kapitalistisch organisierte Marktwirtschaft“ nicht beeinträchtigt wird!
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