EU Arbeitszeit Richtlinie – Chance vertan

Überstunden
Das Europäische Parlament hat diese Woche nochmals über die Erneuerung der EU Arbeitszeit Richtlinie beraten. Bisher gab es einen Vorschlag der EU Mitgliedsstaaten und der EU KOmmission die Höchstarbeitszeit in Ausnahmefällen auf bis 65 Stunden pro Woche zu begrenzen. Das Parlament hat diesen Vorschlag erneut zurückgewiesen und versucht die Mitgliedsstaaten darauf zu verpflichten Höchstarbeitszeiten von maximal 48 Stunden pro Woche zuzulassen. Bereits Ende April gab es in dieser Frage jedoch keine Einigung zwischen Mitgliedsstaaten und Parlament. Damit wurde eine große Chance vertan Arbeitszeitverkürzung in ganz Europa zu erzielen.
Eine 48 Stundenwoche ist mit Sicherheit angesichts von Tarifverträgen, die eine 35 Stundenwoche vorsehen, nicht der große Wurf aber als absolute Haltelinie wäre es ein Fortschritt. Angesichts von Massenarbeitslosigkeit in Europa macht es Sinn die vorhandene Arbeit besser zu verteilen. Arbeitszeitverkürzung bei vollen Lohnausgleich schafft Beschäftigung und ein solches Signal wäre derzeit wichtig.
Es gibt aber noch einen anderen Aspekt. Wir Jusos setzen uns für gute Arbeitsbedingungen ein. Die Situation in den Betrieben hat sich in den letzten Jahren verschlechtert. Angehäufte Überstunden haben in den letzten Jahren Rekordstände erreicht. Der massive Personalabbau in vielen Unternehmen hat zueiner Arbeitsverdichtung bei den verbliebenen Beschäftigten geführt. Damit nimmt der Stress des Einzelnen am Arbeitsplatz zu, was sich irgendwann schlecht auf die Gesundheit auswirkt.
Eine Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich schafft nicht nur bessere Arbeitsbedingungen und mehr Beschäftigung, es schafft auch mehr Zeit für Familie oder ehrenamtliche Tätigkeiten. In der kommenden Europawahl setzen sich die Jusos für eine Verkürzung derArbeitszeit europaweit ein. Für uns istdies ein wichtiger Bestandteil eines sozialen Europas.
Tags: Arbeitszeit, EU












Freitag, 8.Mai 2009 von Nils Hindersmann
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