Mit Kanonen auf Spatzen geschossen
Sonntag, 10.Mai 2009 von Martin Margraf
In dieser Woche einigte sich der Koalitionsausschuss darauf, Freizeit-Ballerspiele, wie Paintball und Laserdrom, verbieten zu wollen. Verstöße sollen fortan mit einer Geldbuße bis zu 5000 Euro belegt werden.
Wie schon 2002 nach dem Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium und 2006 in Emsdetten kamen auch kurz nach dem Schulmassaker in Winnenden vor knapp zwei Monaten sogenannte „Killerspiele“ in die Diskussion. Dabei werde das Töten simuliert, argumentieren BefürworterInnen das Verbot.
Tatsächlich konnte jedoch bisher kein Zusammenhang nachgewiesen werden zwischen Freizeit-Ballerspielen und einer etwaigen Affinität zum Töten. Im Gegenteil haben Studien festgestellt, dass es beim Spielen von Gewalt und Kampf eben nicht um die Gewalt an sich geht. Ein Verbot solcher Spiele würde also der Intention zuwiderlaufen, präventiv gegen Gewalt und unkontrolliertem Waffengebrauch vorzugehen und so zukünftig Amokläufe zu verhindern. Dadurch würden auch die eigentlichen Ursachen derartiger Gewaltexzesse verkannt, ebenso wie die Probleme, die das deutsche Waffenrecht mit sich bringt.
Statt mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, sollte der Waffenbesitz generell erschwert werden. Großkalibrige Waffen haben im Schießsport nichts zu suchen. Es darf auch nicht möglich sein, Waffen, die in Schützenvereinen Verwendung finden, auf sonstige Weise im Privaten Bereich zu nutzen. Deshalb sind Waffen und Munition stets getrennt voneinander zu lagern. Ebenso ist das seit Jahren geforderte, bundesweite Waffenregister so schnell wie möglich einzuführen. Waffenbesitz soll überhaupt nur noch möglich sein, soweit es zur Ausübung beruflicher Verpflichtungen erforderlich ist. Die Benutzung im Rahmen des Schießsports bleibt absolute Ausnahme und darf auch dann nur bei Ausübung des Sports zugelassen werden.
Das Verbot von Spielzeugen, wie Gotcha-Markern oder Laserpistolen, lehnen wir hingegen ab. Ihr Besitz stellt keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar. Sie können zudem schon heute erst ab einem Mindestalter von 18 Jahren erworben werden.
Tags: Große Koalition












Gute Positionierung, freut mich.
Positionierung zu “Internetsperre” und “Killerspiele”-Verbot (Video-/Computerspiele) nötig. Beides totaler Blödsinn.
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Sehr gute Positionierung!
Meiner Meinung nach geht es mal wieder nur darum in der Öffentlichkeit zu zeigen, das was gemacht wird.
Man muss das Problem an den Wurzeln beheben und nicht einen Sündenbock suchen.
Genau wie die, von Frau von der Leyen, geforderten Internetfilter.
Zum einen ist die Umsetzung sehr schlecht und damit so leicht zu umgehen, dass es schon fast lächerlich ist, zum anderen werden mit diesen Filtern erhebliche Eingriffe in unsere Demokratie vorgenomen. Und wer bitte kann überprüfen, was wirklich gefiltert wird?
Habe dazu auf meiner Website http://www.johannes-hiry.de einen Artikel verfasst. (direkter Link –> http://johannes-hiry.de/index.php/blog/40-po/76-schutz-vor-kinderpornografie-oder-doch-der-anfang-einer-internet-zensur.html)
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Das sehe ich auch so. Ich arbeite in der Jugendarbeit und ich sehe da keine Zusammenhang zwishcen Ballerspielen und den Amokläufen.
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Wo ist mein Kommentar hin?! =(
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@ jürgen otto
wie willst denn du da den zusammenhang sehen?
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Ich finde es auch sehr bezeichnend, dass die Spielekiller von der Union gar nicht drauf kommen, dass manch etablierte Sportart wie Boxen oder Fechten wesentlich brutaler oder tötungssimulierender als Paintball ist. Ohne, dass ich jetzt gegen diese vorgehen wollte. Ist aber wieder ein typisches Beispiel von “Versteh ich nicht – sollte man verbieten!”
Hoffentlich denkt unsere Bundestagsfraktion da nochmal drüber nach, bevor sie den Verbotsfetischisten weiter nachläuft…
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thanks for the kind words, i’m going to link to your blog on mine.
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