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SPD fordert Schutzschirm für Ausbildung

Freitag, 12.Juni 2009 von

Aktuell, Arbeit & Soziales

Angesichts der aktuellen Zahlen zum Ausbildungsmarkt fordert die SPD-Bundestagsfraktion einen Schutzschirm für Ausbildung. Die Fraktion bekräftigt das Ziel, auch in diesem Jahr mindestens 600.000 Ausbildungsplätze zu erreichen. Dazu haben sich die Arbeitsgruppen Arbeit und Soziales und die Arbeitsgruppe Bildung auf ein Maßnahmenpaket verständigt.

Konkret fordert die Fraktion in ihrem Vier-Punkte-Plan (PDF-Download):

  • Die Ausweitung des Ausbildungsbonus auf Jugendliche, die ihren Ausbildungsplatz infolge einer Unternehmensinsolvenz verloren haben,
  • mehr außerbetriebliche Ausbildungsplätze
  • Einstiegsgeld für Jugendliche, die ihre Ausbildung aus der Arbeitslosigkeit heraus aufnehmen sowie eine verlängerte Förderung der erweiterten Berufsorientierung und der Berufseinstiegsbegleitung
  • sowie die Beobachtung der Ausbildungsplatzabbrüche, um gegebenenfalls im Rahmen des SGB III geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Die Zielstellung des Plans ist sicherlich richtig: Die Wirtschaftskrise darf nicht jungen Menschen ihre Ausbildung kosten. Die vorgeschlagenen Maßnahmen reichen aber bei weitem nicht aus, um das berufliche Bildungssystem in Deutschland “krisenfest” zu machen.

Die Ausweitung des sog. Übergangssystems mag kurzfristig zu einer Verbesserung der Ausbildungsstatistik beitragen, für die betroffenen Jugendlichen stellt dies aber keine zufriedenstellende Lösung dar. Die Maßnahmen des Übergangssystems sind reine Warteschleifen. Damit wird das Problem nur vertagt: Die heutigen TeilnehmerInnen dieser Maßnahmen sind die “AltbewerberInnen” von morgen. Wir Jusos halten diese Warteschleifen in fast allen Fällen für überflüssig und lehnen sie deshalb ab.

Das deutsche berufliche Bildungssystem hat strukturelle Probleme, beispielsweise bei der Finanzierung. Eine Ausbildungsplatzumlage könnte mit dazu beitragen, dass die Ausbildungskosten solidarischer auf alle Betriebe verteilt werden.

Das duale Berufsbildungssystem  ist zu stark abhängig von der konjunkturellen Lage und der Situation auf dem Arbeitsmarkt, die Unternehmen entscheiden über Ausbildung aus zu kurzfristigen Erwägungen heraus. Wir Jusos fordern ein Recht auf Ausbildung für jeden Jugendlichen – unabhängig von der jeweiligen Lage auf dem Arbeitsmarkt.

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