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Das Problem ist nicht eine „Eskalation zwischen linker und rechter Gewalt“ – Das Problem sind die Nazis

Donnerstag, 16.Juli 2009 von Franziska Drohsel

Aktuell, Antifa

antifa_hdjIn Berlin-Friedrichshain ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag ein 22-Jähriger von Neonazis lebensbedrohlich verletzt worden. Die vier Faschisten hatten zunächst eine Auseinandersetzung mit einer Gruppe von Antifaschisten und suchten sich dann ein neues Opfer. Ein 22-Jähriger konnte nicht rechtzeitig flüchten und wurde von den Neonazis angegriffen. Nach Schlägen und Tritten verlor er das Bewusstsein und wurde von den Tätern auf den Gehweg gezerrt. Dort legten sie sein Gesicht nach unten und sprangen auf seinen Hinterkopf. Mit Hirnblutungen, Prellungen und Jochbeinbruch wurde er in die Notaufnahme eingeliefert.

Die öffentliche Debatte über diesen Vorfall ist bezeichnend. Statt der Solidarität mit dem Opfer wird der Extremismus-Diskurs bemüht. Die Eskalation der Gewalt zwischen Rechts und Links wird beklagt, obwohl alle wissen müssten, dass die teils eliminatorische Gewalt von den Rechten ausgeht. Wir wissen, wie schwer es ist, korrekte Statistiken über rechtsradikale Gewalttaten zu bekommen, da immer noch nur ein Bruchteil ihrer Verbrechen als rechtsradikal intendiert erfasst wird. Es bleibt dabei: Neonazis vertreten eine menschenverachtende Ideologie und handeln danach. Antifaschistinnen und Antifaschisten wollen, dass jeder Mensch in dieser Gesellschaft leben kann und deshalb engagieren sie sich gegen Nazis. Es muss endlich Schluss damit sein, dass einer rechtsextremer Tat die Interpretation folgt, dass dem Konflikte zwischen “rivalisierenden linken und rechten Gruppen„ vorhergegangen sind. Neonazi-Angriffe gehören nicht als „Jugendgruppen-Auseinandersetzungen“ verharmlost, sondern sind das, was sie sind: Menschenverachtende Angriffe. Und es ist notwendig, dass Menschen sich gegen diese Angriffe wehren, Zeichen der Solidarität setzen und deutlich machen, dass die Neonazis in dieser Gesellschaft nicht in der Mehrzahl sind.

Und dann wird in der bürgerlichen Presse (taz) auch noch der Betreiber der Diskothek Jeton zitiert, der sich gar nicht vorstellen kann, dass die Täter bei ihm gefeiert haben. Schließlich würden bei ihm auch „Türken und Fidschis“ einkehren. Damit ist viel gesagt über den Zustand dieser Gesellschaft.

Der Angriff am Wochenende hätte uns alle treffen können, weil wir zur falschen Zeit an der falschen Stelle in Friedrichshain unterwegs gewesen wären, weil eine von uns Dreadlocks getragen und einer von uns einen Antifa-Button an seiner Tasche gehabt hätte. Jeden hätte es treffen können, der nicht deutsch, nicht weiß, nicht heterosexuell und nicht rechts aussieht.

Am Samstag (18. Juli) wird es eine Demonstration um 18.00 am Bersarin Platz geben.

Kommt alle dorthin! Damit es ein starkes Zeichen der Solidarität gibt! Neonazismus wird nicht von selber verschwinden. Dazu braucht es eine starke Kultur der Gegenwehr – am Samstag in Friedrichshain!

Infos gibt es unter:

http://antifa-fh.de.vu/

www.antifa.de


Über den Übergriff wird u.a. hier berichtet:

http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/es-war-wie-im-horrorfilm/

http://npd-blog.info/2009/07/14/neonazi-uberfall-in-berlin-haupttater-kommt-offenbar-aus-brandenburg/

http://www.tagesspiegel.de/berlin/Polizei-Justiz-Neonazis-Friedrichshain-Rechtsextremismus;art126,2847145

http://www.morgenpost.de/berlin/article1130751/Neonazis_pruegeln_Passanten_fast_zu_Tode.html

http://www.bz-berlin.de/tatorte/neonazis-pruegeln-passanten-fast-tot-article516396.html

Zur Debatte:

http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/linke-lassen-ihrer-wut-freien-lauf/

http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/angriff-auf-berliner-nazi-disco/

http://www.tagesspiegel.de/berlin/Polizei-Justiz-Friedrichshain-Jeton-Rechtsextremismus;art126,2848245

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/132318/index.php

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/132317/index.php

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28 Kommentare

  1. Steve C. sagt:

    Ich bin Linker, Juso und Sozialdemokrat. So viel vorab. Meine Einstellung zu Nazis und Rechtsextremismus ist also klar. Aber dieser Eintrag ist mehr als verquer. Niemand will es Menschen verweigern, sich gegen rechte Gewalt zur Wehr zu setzen. Aber ist es im Blog einer sozialdemokratischen Organisation vielleicht möglich, sich auch nur mit EINEM Wort von einer dreistelligen Zahl von Leuten zu distanzieren, die nachts ein Gebäude und Polizeiwagen mit Steinen bewerfen? Scheint nicht so. Damit eins klar ist: Mir ist das Jeton und viele seiner BesucherInnen ebf. ein (riesiger) Dorn im Auge – wäre schön wenn es eher heute als morgen dicht macht. Aber seit wann ist Gewalt ein Mittel der (politischen) Auseinandersetzung, das SozialdemokratInnen wenn auch nicht befürworten, so doch stillschweigend tolerieren?

    Ich wohne in der Nähe des Jetons. Deshalb eine Bitte an dich Franziska: Du kannst es gerne übernehmen, meinem kleinen Sohn zu erklären, warum es offensichtlich “kein Problem” zu sein scheint, dass er nachts von dutzenden bis hunderten vermummter Randalierer in seinem Kiez vor seiner Haustür geweckt wird und sich die Seele aus dem Leib heult. Dass diese Aktion “kein Problem” war/ist, suggeriert nämlich die Überschrift: “Das Problem ist nicht eine ‘Eskalation zwischen linker und rechter Gewalt’ – Das Problem sind die Nazis”.

    Übrigens: Das schließt sich ja nicht gegenseitig aus. Nazis sind ein (Riesen-)Problem. Ja! Aber deshalb kann die Eskalation zwischen linker und rechter Gewalt – beziehungsweise überhaupt die Eskalation von Gewalt – trotzdem AUCH ein Problem sein.

    Und noch eins: Die “taz” als “bürgerliche Presse” bezeichnen – meine Güte…! Und außerdem ist in der taz-Meldung lediglich von einem journalistischen Stilmittel Gebrauch gemacht worden, das bei euch schlicht nicht angekommen zu sein scheint: Jemanden durch ein Zitat sich selbst entlarven lassen (in diesem Fall den Jeton-Chef mit seinem “Fidschi”-Zitat).

    Bei einem gebe ich dir, Franziska, aber voll und ganz Recht: “Neonazismus wird nicht von selber verschwinden. Dazu braucht es eine starke Kultur der Gegenwehr – am Samstag in Friedrichshain!” Es wäre aber schön, wenn wir diese Gegenwehr gewaltfrei organisieren könnten.

    mit solidarischen Grüßen

    Steve

  2. krawallsozi sagt:

    blabla…dieses ganze gelaber von gewaltfreiheit, als ob die nazis verschwinden würden, wenn man ihnen blumen ins haar steckt. entschiedener protest gegen all jene, die nazis einen schutzraum bieten ist deshalb notwendig und wünschenswert. unsere aufgabe als “friedvolle” menschen sollte es sein, sich geschlossen hinter die opfer zu stellen, statt in eine verquere debatte von “links-rechts-auseinandersetzungen” einzusteigen!

  3. Steve C. sagt:

    @krawallsozi – “blabla” – ging das an mich? Ich steige ja eben nicht in eine verquere Debatte von “links-rechts-auseinandersetzungen” und will auch nicht als Neu-Hippie irgendjemand Blumen in die Haare stecken. Aber die unangenehm aggressive Rhetorik hier ist mir echt zuwider.

    Ist der Tenor dieses Blogs also ernsthaft: Nazis (auch physisch) angreifen, wo man sie findet? Und wenn die dann nicht zurückstecken? Ist es dann vorbei, wenn alle tot sind – oder was? Bitte um Aufklärung, auch von @Franziska.

  4. Daniel sagt:

    Natürlich ist es keine Lösung, wenn wir uns alle Quarzhandschuhe überziehen und in der Nacht auf Jagt nach Faschisten gehen.
    Aber das nach Jahren der rechten Gewalt und dem Scheitern quasi aller pädagogischen Ansätze (Akzeptierende Jugendarbeit) auch teilweise zum Selbstschutz gegriffen wird ist Resultat, und nicht Ursache der Gewalt.
    Das soll keine Straftaten verharmlosen, aber wir dürfen die Motive nicht auf eine Stufe stellen. Auf der einen Seite Faschisten, auf der anderen Seite Menschen, die nicht dulden wollen, das alternative Lebensweisen lebensbedrohlich werden.
    Und wenn Dein stärkstes Argument ist, dass Dein Kind aufgewacht ist kann ich nur sagen: Auch ich habe einen Sohn, und der soll durchaus lernen, diese Welt nicht widerspruchslos hinzunehmen. Und das bedeutet nicht, ihm den Stein zu reichen, sondern Interessenkonflikte zu verdeutlichen.

  5. Berlinerin sagt:

    der Besitzer des Jeton (man muss sich nur die Galerie auf der HP ansehen, um zu wissen, dass dort regelmäßig Nazis feiern) wurde bereits häufig darauf hingewiesen, dass in seinem Lokal Nazis verkehren und welche menschenverachtende Einstellungen diese haben. Wenn er nicht bereit ist dies zu unterbinden (zum Beispiel durch das Verbot einschlägiger Kleidungsmarken und Dresscodes) muss er die Konsequenzen jetzt spüren und merken, dass die Mehrheit in der Gesellschaft seinen Club nicht duldet. Wer Nazis einen Ort zum feiern und in ihrem Hass hochschaukeln gibt, muss sich nicht wundern, wenn er zum Ziel von linken Aktionen wird.

    Vielleicht solltest du die Artikel in der bürgerlichen Presse (und ja, auch die Taz gehört dazu) besser hinterfragen. Klar ist es einfacher den Protest in die Ecke linke unpolitische Gewalt zu stellen. Wenn der Staat nicht in der Lage ist diesen Laden zu schließen, ist es die Pflicht eines/ einer jedeN DemonratIn dafür zu sorgen, dass der Club geschlossen wird.
    Komischer Weise schafft es die Polizei linke Clubs sehr wohl zu überwachen, aber da bilde ich mir eine Ungleichbehandlung sicher nur ein….

    Anstatt die Linke im Kampf gegen Rechts zu spalten, sollten wir uns solidarisch mit denen zeigen, die aktiv gegen Rechts eintreten. Und ja, 300 Menschen die ihren Protest gegen einen Mordanschlag ausdrücken sind nun mal lauter, als 4 Nazis die einen Menschen ermorden.
    Und als letztes vielleicht noch meine Meinung zu deiner letzten Frage: Ein Nazi der eine Woche im Krankenhaus liegt, kann solange keinem schaden! In diesem Sinne: Keinen Fußbreit den Faschisten, weder in Berlin noch anderswo.

  6. krawallsozi sagt:

    @steve…wo hat den franziska was von militanz gesagt? dass die sprache etwas kämpferischer ist, finde ich angesichts des vorfalls nur angemessen. oder hätte sie sagen sollen: “wieder einmal haben wir gesehen, dass nazis gefährlich sind. deshalb müssen jetzt alle demokratischen kräfte gemeinsam für demokratie und toleranz werden…” solche sprache wäre doch angesichts des vorfalls nur blanker hohn. nazis müssen merken, wo die grenzen sind und das bestimmte kieze “no go areas” für sie sind.

  7. Sebastian sagt:

    Ich schließe mich hier voll und ganz Steve an. Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn die Jusos sich öfters entschiedener von linksextremistischen Gewalttätern, für die grundsätzlich jeder in Uniform ein Faschist und Provokateur ist, dem es auf’s Maul zu hauen gilt, distanzieren würden.

    Bloß, weil etwa der Schwarze Block von sich behauptet, linke Positionen zu vertreten, sollten wir deren Straftaten nicht zum Akt demokratischer Selbstverteidigung hochstilisieren. Das sind einfach Hooligans, genau wie die Nazi- Schläger. Der einzige unterschied besteht im Merchandising: Che Guevara- Reliquien gegen Odin- Kitsch.

    Effektiven Widerstand gegen Nazis erreicht man nicht, indem man Straßenschlachten wie anno ‘33 anzettelt.

    Außerdem verursacht es mir ziemliches Unbehagen, wenn der Juso- Bundesvorstand offensichtlich die Presse in gut und böse einteilt. Damit bewegen wir uns sprachlich verdächtig nah am Niveau der NPD: Auf der linken Seite sagt man “bürgerliche Presse”, auf der rechten benutzt man den Begriff “Systempresse”.

  8. ramba zamba sagt:

    Wa soll denn dieser Unsinn? Hätte es 1933 mehr Straßenschlachten gegeben, wäre vielleicht einiges anders gelaufen. Nun sind wir heute von 33 noch ein gutes stück weg…deswegen werden einzelne Nazimordversuche nicht weniger problematisch. Ich wünschte mir die Jusos würden mal aus ihrem Winterschlaf rauskommen und sich das zu trauen, was sich ein Großteil von ihnen insgeheim wünscht: nazis bekämpfen auf allen wegen mit allen mitteln. Und wer hier diese bescheuerten Links-Rechts-Vergleiche aufmacht, verkennt einen qualitativen Unterschied. Nazis morden all jene die nicht in ihr Weltbild passen, die vermeintlichen “Linksextremisten” stellen nur das wieder her, was die bürgerliche Gesellschaft an individuellen Freiheitsrechten vorgibt.

  9. Jusos Berlin sagt:

    Das Problem hat einen Namen:
    http://www.jusosberlin.de/show/2629961.html

    “Der Vorfall hat wieder einmal deutlich gemacht, dass Berlin ein Problem mit Nazigewalt hat. Die Brutalität der Täter beweist, dass Nazis nicht davor zurückschrecken, politisch Andersdenkende und nicht in ihr Weltbild passende Menschen auch zu töten.

    Wir unterstützen daher den lautstarken Protest gegen all jene, die Nazis einen Schutzraum bieten, wie z.B. die Diskothek “Jeton”. Das “Jeton” fällt seit Jahren durch seine Melange aus Hooligan- und Nazipublikum auf und entwickelt sich zunehmend zum rechten Szenetreffpunkt. Den Besitzer des “Jeton” fordern wir auf, sich un-missverständlich von Nazis in seinem Lokal zu distanzieren und Hausverbote konsequent anzuwenden.

    Wir wenden uns entschieden gegen Versuche, Nazigewalt als Folge einer “Links-Rechts-Auseinandersetzung” zu bezeichnen. Nazigewalt ist menschenverachtend und richtet sich gegen all jene, die sich für ein friedliches und gerechtes Miteinander einsetzen. Wir erklären uns solidarisch mit allen Opfern des Naziterrors und rufen daher zu einer geschlossenen und kämpferischen antifaschistischen Demonstration am Samstag, dem 18. Juli um 18 Uhr am Bersarin-Platz auf.”

  10. Benjamin Beckmann sagt:

    @ramba zamba
    “Nazis morden all jene die nicht in ihr Weltbild passen, die vermeintlichen “Linksextremisten” stellen nur das wieder her, was die bürgerliche Gesellschaft an individuellen Freiheitsrechten vorgibt.”
    So kann man sinnlose Gewalt natürlich auch schönreden.

    Ich mag zivilen Ungehorsam, ich mag auch Störaktionen bei Nazi-Kundgebungen o.ä., solange es dabei nicht dazu kommt, dass jemand verletzt wird.

    Was NICHT geht, ist: Nachts mit 200 Leuten systematisch Sachbeschädigung zu verüben, mal von den Kolleteralschäden (Auto, Bioladen..) ganz abgesehen.

    Ganz Berlin, aber besonders Friedrichshain muss am Samstag zeigen, dass es auch anders geht — dass man sich wehrt, aber mit legitimen und zivilisierten Mitteln. Wir können nicht einerseits gegen die Neonazis von Sonntag wettern und andererseits dazu auffordern, Gewalt auszuüben.

    Ich bin mir außerdem sicher, dass die Beteiligten vom Sonntagmorgen — allen voran natürlich Jonas — nicht besonders erfreut darüber sind, dass das ganze zu einem solchen Medienrummel ausartet — geschweige denn, dass quasi in ihrem Namen zu Racheaktionen aufgerufen wird.

    Ich bin auch der Meinung, dass Franziska klare Worte zum Thema Gewalt finden sollte. Sonst fängt die Amateurpresse rund um die JF wieder an, sie in die linksextreme und gewalt-affine Ecke zu stellen.

  11. Michael sagt:

    Sorry Leute,

    ich bin entsetzt über das Niveau hier.

    Protestaktionen gegen Nazis usw. bin ich jederzeit dabei. Aber hier hört sich teilweise so an, als wäre bis zu Gewalt alles gegen vermeintliche Nazis erlaubt. Ist das Euer Ernst? Was versteht ihr unter “bekämpfen”? Jeder der wie ein Nazi aussieht eine reinhausen? Glaubt ihr damit löst ihr das Problem?

    Und ist es im Kampf gegen rechts erlaubt einfach Autos anzuzünden, bei Banken die Fenster einzuwerfen usw.? Wenn ihr ein demokratischer Verband sein wollt, dann müsst ihr Euch von jeglicher Gewalt distanzieren! Dazu gehört es auch ganz klar gegen Linksextremisten Position zu beziehen. Auch wenn ihr es nicht wahrhaben wollt, in einigen Gegenden von Deutschland sind die das weit größere Problem als die Rechten.

  12. Steve C. sagt:

    poste hiermit einen Link zu einem Super-Kommentar im Tagesspiegel:

    Zitat 1 “In Berlin-Friedrichshain geraten Linke und Rechte immer heftiger aneinander. Doch glaubwürdiger Antifaschismus muss strikt gewaltfrei sein.”

    Zitat 2 “Die Brutalität, mit der am Sonntag der junge Linke malträtiert wurde, ist kaum fassbar und doch beinahe Alltag. Und es stimmt auch: Linke Gewalt erscheint nicht im selben Maße entgrenzt. Dass Antifas einen Obdachlosen oder einen Afrikaner zu Tode trampeln, ist unvorstellbar. Die Militanz junger Linker, soviel sollte man schon differenzieren, ist nach dem Ende der Roten Armee Fraktion nicht auf die Vernichtung von Menschenleben programmiert. Es werden allerdings Tote in Kauf genommen, vor allem bei Brandanschlägen. Zu rechtfertigen ist auch linke Gewalt in keinem Fall.”

    http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/Rechtsextremismus-Linksradikalismus-Berlin;art141,2849629

  13. knüppeldick sagt:

    ich habe ein ziemlich gutes gefühl dabei, wenn denjenigen auf die fresse geschlagen wird, die kein problem damit haben, menschen, die nicht in ihr weltbild passen zu töten.dass problem wird damit nicht gelöst, bleibt aber dennoch notwendig, um dne nasen grenzen aufzuzeigen.

  14. krawallsozi sagt:

    wie Antifas auf http://de.indymedia.org/2009/07/256283.shtml berichten, war auch am Tattag die Tätergruppe mit anderen Neonazis im bzw. vor der Diskothek Jeton. Nicht nur in der offiziellen Jetonfotogallerie finden sich bekannte Neonazis aus Königs-Wusterhausen (zusammen mit bekannten Nazis aus Berlin). Partybilder belegen eindeutig, kurz vor der Tat hielten sich u.a. Oliver Kaplan vor und im Jeton auf, Marcel Bittner sass vor dem Jeton und zeigte Passanten den Hitlergruß.

    Dies zeigt natürlich zum einen wie dermaßen blöd diese Nazis sind, die sich mit Hitlergruß in sozialen Netzwerken im Web präsentieren, sondern auch, dass die verhafteten Täter nicht durch Linke provoziert wurden (wie es uns gerne weiß gemacht wird), sondern stramme Nazis sind, die auch früher schon mal gerne zugeschlagen haben. Diese Recherschearbeit zeigt auf, wie wichtig antifaschistische Gruppen im Kampf gegen Nazis sind und die aktuelle Medienberichterstattung eher daran interessiert ist, diesen Umstand zu leugnen.

  15. Francis sagt:

    Demokratischer und Rechtsstaat und Menschenwürde verteidigender Widerstand ist wichtig.
    Gewalt pauschal gutzuheißen hilft nicht weiter. Notwehrgewalt ist im Verhältnis in Ordnung, das gibt unser Rechtsstaat auch her. Aber Gewalt an sich zu relativieren, nur weil es um eine “gute Sache” geht und dabei auch Schaden vo Unbeteiligten in Kauf zu nehmen ist falsch.

  16. gerda sagt:

    Rechte Gewalt ist weder mit linker Gewalt noch mit irgendetwas anderem gleichzusetzen oder zu vergleichen.
    Die nationalistische / nationalsozialistische Ideologie ist menschenverachtend. Sie allein ist Grund, Argument und Rechtfertigung für Nazis all jene zu ermorden die nicht in dieses Weltbid passen oder die diese Ideologie nicht vertreten.
    Dass diese Ideolgie, wenn sie erst genug AnhängerInnen gefunden hat, zu katastophalen Auswüchsen führt, sollte hinreichend bekannt sein. Außerdem sollten aber auch alle, die diese Ideologie vetreten, propagieren oder auch verteidigen eben daran gehindert werden. U.a. auch dadurch, dass man ihnen ihre Infrastruktur und Rückzugsorte nimmt, bzw. ihren Aufenthalt dort erschwert.
    (Ich glaube nicht, dass das Jeton in nächster Zeit – offensichtlichen – Nazibesuch duldet. Die Reaktion der Presse wäre zu sehr geschäftsschädigend)

    Zum Abschluss noch ein kurzer Beitrag von Wiglaf Droste, unter der Fragestellung: “Mit Nazis reden? Warum?”:

    »Das Schicksal von Nazis ist mir komplett gleichgültig; ob sie hungern, frieren, bettnässen, schlecht träumen usw. geht mich nichts an. Was mich an ihnen interessiert, ist nur eins; dass man sie hindert, das zu tun, was sie eben tun, wenn man sie nicht hindert: die bedrohen und nach Möglichkeit umbringen, die nicht in ihre Zigarrenschachtelwelt passen. Ob man sie dafür einsperrt oder ob sie dafür auf den Obduktionstisch gelegt werden müssen, ist mir gleich, und wer vom Lager für andere träumt, kann gerne selbst hinein. Dort, in der deutschen Baracke, dürfen dann Leute wie Rainer Langhans, Wolfgang Niedecken und Christiane Ostrowski zu Besuch kommen und nach Herzenslust mit denen plaudern, zu denen es sie ständig zieht.«

    PS: Wann ist in der Post-RAF Zeit auch nur ein Mensch durch Linke Gewalt gestorben?

  17. Coburger sagt:

    Was haben sich die Jusos / SPD in Coburg bitte am Wochenende (18.7.) für eine peinliche Aktion in Coburg geleistet?
    Die Demo gegen rechte Gewalt abgeblasen, weil AntifaschistInnen in szeneüblichen Klamotten mitlaufen wollten?

    Bitte erklärt mir das. Danke.

  18. saller sagt:

    Ich finde den Hans-Dietrich Genscher ein Idiot! Wie findet ihr diesen alten, ergrauten Sack?

  19. Pfffffff sagt:

    @ gerda sagt:
    21. Juli 2009 um 21:12

    “Rechte Gewalt ist weder mit linker Gewalt noch mit irgendetwas anderem gleichzusetzen oder zu vergleichen.”

    Doch, kann man machen.
    Und ich sag es ganz offen, egal ob linker schwarzer Block, oder skandierende Nazis, als Polizei würde ich da voll reinknüppeln, weil beide Gruppen gleich sind, der einzige Unterschied besteht in ihren Zielen.
    Ansonsten kann man beide Gruppen in die Tonne kloppen – traut sich nur keiner, vielleicht auch weil immer so ein Paar Medienheinis dabei sind, vielleicht sollte man die als erstes wegkloppen.
    Wenn so einigen Linken das nicht gefällt, sollten sie vielleicht mal ihr Verhalten hinterfragen und wie das wohl auf andere wirken mag.

    Rechts sucks, but links sucks too !

    Ich habe eh was gegen diese Rechts-Links-Schwarz-Weiß-Malerei. Für mich ist das Kindergartenniveau. Auch (selbsternannte) Linke können in ihrem Verhalten faschistoid sein, nur wenn man ihnen das sagt, wird man als Nazi beschimpft. Herrliche Realsatiere – aber zu mehr langst nicht bei den linken Vollpfosten.
    Ich zähle mich weder zu links noch zu rechts, ich mache das eher themenabhängig, aber selbst das verstehen ja viele (selbsternannte) dogmatische Linke nicht.
    Von daher, ich warte ja immer auf Bilder im TV von irgendeiner Demo, wo auch! Linke auf die Fresse bekommen haben – mit mein Lieblingsprogramm – man müßte denen allen Sachschaden und das Polizeiaufgebot voll in Rechnung stellen, frei nach dem Verursacherprinzip, natürlich, auch bei den Rechten. Aber wahrscheinlich zahlt es eh der Steuerzahler, da wohl ein Großteil aus dem Schwarzen Block sozial allimentiert wird, ja doch, Harz4 könnte man ruhig um die Hälfte kürzen, besonders für unverheiratete junge Männer, die keinen Job haben, aber zu Veranstaltungen des Schwarzen Blocks sogar in andere Städte fahren.

    “Das Problem ist nicht eine „Eskalation zwischen linker und rechter Gewalt“ – Das Problem sind die Nazis”

    Wilhelm Busch hatte einst ein schönes Gedicht mit dem Titel “Die Selbstkritik” geschrieben, aber was soll’s,
    sich mit unfreien Dogmatikern, egal welcher Färbung zu unterhalten, hat noch nie viel gebracht.

  20. Julian sagt:

    Da hier schon alles gesagt wurde möcht ich nochmal etwas in den Raum werfen: Man soll Gewalt nicht mit Gewalt bekämpfen! Und einige Sätze haben mich z.T. sehr erschrocken. Nazis z.b. mit JEDEM Mittel zu bekämpfen ist definitiv falsch! Man kann auch auf legale Art und Weise Nazis das Leben schwer machen. Wenn man gegen Nazis Gewalt anwendet fühlen sich diese jedoch eher bestärkt in ihrer Sache! Wenn wir also Gewalt gegen Nazis einsetzen sind wir keinen Funken besser: Nazis verprügeln Menschen weil sie Ausländer sind, Linke verprügeln Nazis weil diese Nazis sind! Obejktiv betrachtet begibt man sich also auf die Ebene dieser unpriviligierten Menschen ohne Hirn: Nazis !

  21. Jan sagt:

    ich habe nicht alle Kommentare gelesen, daher werde ich mich nur zu zwei melden:
    Zunächst zu Steve C.:
    Applaus erstmal vorab. Ich finde es wirklich klasse, dass sich einer gegen die selbstgerechte Meinung sträubt, Gewalt der eigenen politischen Richtung sei korrekt, die der Gegenrichtung sei Straftat.
    Gewalt gegen rechts ist nicht besser als Gewalt von Rechts.
    Rechts ist nicht das Problem, weil Rechts existiert, sondern weil Rechtsextreme Gewalt anwenden.
    Daher wende ich mich gegen die Überschrift dieses Threads.

    Wie kann man der Meinung sein , dass man besser sei als jemand anders, nur weil dieser eine andere Meinung hat. als man selbst?? Auch wenn diese dumm ist. Seit wann ist Dummheit eine Straftat?? Wenn man in seiner Dummheit eine extreme politische Meinung annimmt, ist man bemitleidenswürdig, aber nicht hassenswert.

    nun zu Krawallsozi:
    Guter Mann, ich würde dich gern wegen deines Namens schon angreifen. Aber auch hinter einem dummen Namen kann ein intelligenter Geist stecken.
    Daher nur soviel:
    Glaubst du, es bringt irgendetwas, wenn man Rechte verprügelt??
    Ich bin davon überzeugt, dass das die Kluften nur vertieft.
    Gewalt ist wie Martin Luther schon sagte, die größte Seuche, die die Menschen befallen kann (auch wenn er dazu Krieg sagte).
    Ihr könnt Rechts nicht töten, sondern ihr könnt Extremismus nur aus den Köpfen verbannen, durch sinnvolle Politik, durch gute Bildung, etc.

    Kontaktiert mich bitte:
    jan_ogame@web.de
    bei kwick: xxjan91

    LG Euer Jan

  22. Jan sagt:

    An julian:
    Recht so.
    Gewalt gegen Rechts zeigt nur, wie arm die Linksextremen sind. Natürlich muss etwas passieren, aber 50% der Antifa sind nur sensationsgeile Extreme, die nur aufgrund des Krawalls, usw. dabei sind.
    Natürlich gilt das gleiche für die Rechten.
    LG

  23. Jan sagt:

    an Daniel:
    Ich glaube nicht, dass man sagen kann, dass linke Gewalt Selbstschutz ist.
    So kann man auch die Gewalt in Nahost rechtfertigen. Man kann immer sagen, dass der andere Schuld ist an der Gewalt.
    Und ich würde sagen, dass Linke in Deutschland stärker sind. Daher sind eher Rechte bedroht als umgedreht. Wenn 10000 Linke auf 800 Rechte losgehen, ist das nur ein paar Quentchen besser als wenn 3 Rechte auf einen Farbigen losgehen.
    Meine Exfreundin ist Antifaschistin. Daher hab ich recht guten Einblick in diese Szene. Und bis auf einen ANteil an wirklichen Idealisten ist diese Szene kaum besser als die Rechten.
    Viele Ziele sind sowieso ähnlich, z.B. Schutz des “kleinen Mannes” (was in der Regel das Ziel rechter Politik ist, auch wenn immer Ausländerfeindlichkeit angeprangert wird), Globalisierungsgegnerschaft, Kapitalismusfeindlichkeit, usw.

    Ich bitte, über eventuelle Rechtschreibfehler hinwegzusehen.

    Lg Jan

    Kontaktiert mich bitte über die oben angegeben Adressen

  24. Jan sagt:

    an Pffff:

    Ich finde deinen Beitrag wirklich gut.
    Nur übers Reinkloppen sollte man noch reden. Niemand sollte wegen seiner Meinung geschlagen werden. Egal wie faschistoid, rassistisch, menschverachtend, etc. sie ist.

    Und Zwischen Rechts und Links gibt es nicht so viele Unterschiede, wie viele denken.

    Lg Jan

  25. Björn sagt:

    Hallo!

    …ein etwas später Kommentar, aber ich les grad den Blog und kanns mir einfach nicht verkneifen.

    Ich bin eindeutig gegen rechts!!
    Aber ich kann die Dinge nicht ganz so schwarz/weiss malen wie einige die hier vor mit etwas geschrieben haben!

    Rechte Gewalttaten kann man effektiv halt nur mit einer Sache verhindern bzw. eingrenzen.
    Und das ist…ob Ihrs hören wollt oder nicht…es sind die uniformierten, den fiesen fiesen Staat representierenden allseits beliebten: POLIZISTEN!

    Keiner(!!) darf es sich selbst auferlegen zu entscheiden wer “was auf die Fresse” verdient hat und wer nicht.
    Leute die Gewalttaten ausüben (Feige 4-Auf-1-Taten oder auch sinnlose und ebenso feige 400-auf-1-Fensterscheibe-Taten) müssen dafür zur Rechenschaft gezogen werden!

    Und jeder der nicht in seiner pubertären Rebellionsphase davon spricht alles selbst regeln zu wollen weiss, dass sowas halt nur ein Rechtsstaat (–> Polizei + Gerichte) klären kann.

    Ich fänd es auch schön, wenn die Franziska sich mal in der Richtung äußern würde….

    Sicherlich hilft es nicht wenn man Steuern für Polizeieinsätze bezahlt, Leute sich neue 8 Jahre alte VW Polos kaufen müssen und sich die Sparkasse neue Scheiben einsetzen lässt, weil Linke “Demonstranten” Gegengewalt gegen Rechte Gewalt ausüben wollen…und sich auch vermutlich mal so richtig mit ein paar Leuten, seien es Polizisten, anlegen wollen.
    (Wobei ich das “stören” von rechten Aufmärschen unterstütze, sofern es gewaltfrei verläuft!!)

    Man sollte Rechte öffentlich in eine Ecke stellen und darüber diskutieren und sie mit rechtsstatlichen Mitteln zur Rechenschaft ziehen.

    Aber weniger Rechte zu bekommen indem man Ihnen in Aussicht stellt von Linken auf die Schnauze zu bekommen hilft halt leider nicht weiter….muss man ja nicht Soziologe sein um das zu wissen

  26. Conner sagt:

    Wie mich diese verallgemeinerungen ála rechtsundlinksiskeinunterschied ankotzen… Natürlich ist das ein unterschied, und ich finde es beschämend darüber mit sozialdemokrat_innen diskutieren zu müssen.

    Nur noch mal so viel: Die linken ideologien gehen von der grunsätzlichen G L E I C H H E I T aller menschen aus, rechte ideologien von der prinzipiellen U N G L E I C H H E I T eben dieser.
    Das gewalt, egal von welcher seite, gegen menschen scheiße ist, steht außer frage, jedoch hege ich den verdacht, dass bei den faschisten diese verhaltensweise eher auftritt als bei linken menschen.

  27. Conner sagt:

    Und auch die gerne gedroschene phrase “ach die linksEXTREMISTEN sind so links, die sind schon wieder rechts (???!)” oder – oftmals analog verwendet – linksEXTREME sind auch nicht besser als RECHTSEXTRME” sind schlicht falsch und spiegeln nur eine bürgerliche bis konservative sicht auf politik wieder, die jeden politischen aktivismus geißelt, der nicht innerhalb der (imaginierten) mitte liegt.

    linke politik ist nicht extrem sondern extrem wichtig.

  28. mühsamlittenmärtyrer sagt:

    Gerda: “Die nationalistische / nationalsozialistische Ideologie ist menschenverachtend”

    genau. linke Gewalttäter dagegen achten alle Menschen

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