ein schritt in die richtige richtung
der bundestag hat gestern ein gesetz auf den weg gebracht, dass weibliche beschneidung, sprich genitalverstümmelung, härter bestraft. bis zu 5000 mädchen, so schätzungen von frauenrechtsorganisationen, werden in deutschland im alter von ein bis vier jahren beschnitten, 20.000 betroffene sollen in deutschland leben. die beschneidung hat schwere gesundheitliche und auch psychische folgen für die mädchen, in manchen fällen gefährdet sie auch deren leben, spätestens bei der geburt eigener kinder.
in deutschland wird genitalverstümmlung rechtlich zu einfachen bis gefährliche körperverletzungen gezählt, schwere körperverletzung wird nur dann mit allen konsequenzen anerkannt, wenn die frauen entsprechende nachweise von körperlichen und psychischen schäden erbringen können – eine weitere tortur im verfahren und eine zusätzliche ignoranz der rechte betroffener frauen.
außerdem haben lücken im gesetz bisher die strafverfolgung erschwert, weil die straftat oft schon verjährt war, wenn die mädchen sich trauten und in dem entsprechenden alter waren, dagegen vorzugehen.
der bundestag hat richtigerweise entschieden, dass die verjährungsfrist jetzt erst am dem 18. lebensjahr der mädchen gezählt wird. so kann man zumindest hoffe, dass mehr taten auch strafrechtlich verfolgt werden.
doch reicht dies aus bei dieser menschenrechtsverletzung?
terres des femmes kämpft zu recht dafür, dass genitalverstümmelung ein eigener stratftatbestand wird. auch die anerkennung als schwere körperverletzung wäre ein wichtiger und notwendiger zwischenschritt gewesen. darauf hat sich die koalition leider nicht einigen können. auch nicht darauf, dass genitalverstümmelung auch als auslandsstraftatbestand anerkannt wird, da viele mädchen zum beispiel im „urlaub“ in den heimatländern ihrer eltern beschnitten werden. auch ein umfassender ausbau von beratungsstellen für betroffene mädchen und frauen sowie eine sensibilisierung von ärztInnen, erzieherInnen, lehrerInnen ist nötig.
frauenrechte sind auch menschenrechte. da sollte der nächste bundestag mutiger sein!
Tags: Frauen, Genitalverstümmelung, Gesundheit, Menschenrechte













Freitag, 3.Juli 2009 von Sonja
Aktuell, Antifa, Arbeit & Soziales