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Gemeinsam mehr Bildung

Dienstag, 7.Juli 2009 von

Aktuell, Arbeit & Soziales

GymnasiumWährend des Bildungsstreiks hat Bundesbildungsministerin Schavan die berechtigten Proteste noch als “gestrig” diffamiert. Mit dieser Einschätzung stand sie ziemlich alleine da, in der öffentlichen Berichterstattung und in Kommentaren kam sie damit mal wieder nicht gut an . Vielleicht hat sie das dazu bezogen, sich nun heute doch mit den Aktiven des Streiks zu treffen. Es ist Wahlkampfzeit, die Bildungspolitik genießt eine hohe (angesichts der föderalen Kompetenzen des Bundes eigentlich sogar eine zu hohe) Aufmerksamkeit und Merkels farb- und glückloseste Ministerin versucht sich mal wieder als Trittbrettfahrerin.

SPD: BAföG gesichert

Schavan hat schon öfter versucht, mit dieser Taktik zu punkten, beispielsweise beim BAföG. Noch im letzten Bundestagswahlkampf hat sie sich für die Abschaffung des BAföG ausgesprochen, während der Koalitionsverhandlungen wollte die Union dann das BAföG auf die schlechteren Konditionen des AFBG (“Meister-BAföG”) umstellen und nur dem Einsatz der SPD ist es zu verdanken, dass das BAföG erhalten blieb. Die von der SPD in der Koalition gegen die Widerstände der Union durchgesetzte Erhöhung um 10% verkaufte Schavan dann – als sich die Erhöhung nicht mehr verhindern ließ – als ihren Erfolg. Statt einem Ausbau des BAföG mit seinem Rechtsanspruch will die Union eigentlich lieber die im Vergleich relativ willkürliche Begabtenförderung und sozial besonders ungerechte Studienkredite als Instrumente der Studienfinanzierung stärken.

Das BAföG ist nicht der einzige Punkt, bei dem sich die Union bemüht, den Bildungszugang für finanziell schwächere Schichten einzuschränken. Es sind die unionsregierten westdeutschen Bundesländer, die bei sich flächendeckend allgemeine Studiengebühren eingeführt haben – in SPD-regierten Bundesländer kann man nach wie vor gebührenfrei studieren.

Abitur nur für Kinder reicher Eltern?

Und es war die Union, das das Schulbedarfspaket nur bis zur zehnten Klasse zahlen wollte. Wenn es alleine nach der Unionsfraktion gegangen wäre, würden hilfsbedürftige SchülerInnen nach der mittleren Reife heute keine Unterstützung erfahren: Abitur nur für die Kinder reicher Eltern? Die SPD musste die Zahlung bis zum Abitur durchsetzen!

CDU-Bildungspolitik: gestrig und elitär!

Mag sich Schavan heute mit den Aktiven des Bildungsstreiks treffen: Jenseits der Kanzlerinnen- und Sonntagsreden ist die Union in der Bildungspolitik noch immer die Partei, die den bildungsbürgerlichen Schichten nach wie vor einen möglichst exklusiven Zugang zu höherer Bildung – Gymnasium und Universität – sichern möchte. Die Interessen der  SchülerInnen und Studierenden ohne reicher Eltern werden von der Union nicht wahrgenommen.

Mehr Bildung für alle!

Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit sind die Leitmotive sozialdemokratischer Bildungspolitik – das Bildungskonzept der Union ist noch immer ein gestrig-elitäres. Mehr und bessere Bildung für alle kann und wird es nur mit der SPD geben.

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2 Kommentare

  1. Thomas Praus sagt:

    Gymnasium: abschaffen. Wie keine andere Schulform steht das Gymnasium für die Zementierung der Bildungsverhältnisse, für das Schaffen einer Bildungselite und für den systematischen Ausschluss “bildungsferner Schichten” (alleine dieser Ausdruck..). Gemeinsame neun Jahre Bildung schaffen die Grundlage für Chancengleichheit in Deutschland. Bis dieses antiquierte Modell nicht überwunden ist, wird der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg noch lange anhalten.

    Gut oder schlecht: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

  2. Stefan sagt:

    Die Probleme liegen auf mehreren Seiten.

    Die meisten Schüler, die nicht zur Elite gehören, also auch mal nen Wochenende nicht saufen sondern büffeln müssten, sehen es als sinnlos an Freizeit für die eigene Bildung und damit für die Eigenen chancen zu opfern. Es ist einfach modern im Hier und Jetzt zu leben und sich keinen deut um sachen in 2 oder 3 Jahren zu kümmen oder auch nur ansatzweise dafür zu planen. Dieser Trend zeichnet sich allerdings schon seit mehreren Jahren( oder auch jahrzehnten) ab und hätte wesentlich früher einer Gegensteuerung bedürft, allerdings war es damals sozial verpöhnt sein Kind zu etwas zu bringen was das Kind nicht möchte, wodurch die Bildung deutlich auf der Strecke blieb.

    Als nächstes ist dort die föderale Bidungspolitik zu nennen, es welche es unmöglich macht eine einheitliche und vergleichbare Linie hinzubekommen. Jegliche Vergleichstests scheitern meiner Meinung nach schon alleine daran, dass im Bundesland 1 die Schüler dazu ‘gezwungen’ werden eine Formel auswendig zu lernen, in Bundesland 2 wird diese Formel jedoch hergeleitet. Ich denke mal jeder hat die Erfahung gemacht das Dinge, die man selbst herrausgefunden hat wesentlich leichter zu lernen und zu merken sind als dinge die man vorgefertig eingetrichtert bekommt. Das beste Beispiel zum Nachweis dieser Theorie ist das Kleinkind mit der Herdplatte. Jede Mutter sacht dem Kinde mehrfach das es die Hand nicht auf die Herdplatte legen soll, trotzdem macht nahezu jedes Kind diese Sache einmal, danach jedoch nie wieder weil sich im sozusagen die Assoziation Mama + Herd = AUA dadurch ‘eingebrannt’ hat, dass das Kind es ausprobiert hat.

    Kommen wir nun zum dritten Part: dem Schulsystem und dem eigentlichem Problemkind.
    Die derzeitige Situation basiert meiner Erfahung nach aufm dem Friss-oder-Stirb Prinzip. Seitens der Bildungseinrichtungen erfolt kaum eine nennenswerte Förderung sgn. Problemkinder, sei es nun ein Problem kultureller, soziologischer oder intellektueller Art. Die meisten Lehrer praktizieren nach wie vor einen Unterricht der ‘Alten Schule’. Er kommt in die Klasse, schlägt sein Lehrbuch aus den 70ger Jahren auf und lässt ein 90minütiges Program ablaufen bei dem jeder durchschnittlich schlaue schüler nach ca. 30 Minuten in eine Art Wachkoma fällt. Dies war zu meiner Schulzeit in der Realschule so und ist bei meiner Freundin, welche im Moment ihr Abitur macht, ebenfals so. Ich habe meinen Abschluss übrigens vor 7 Jahren gemacht.
    Dazu kommt das die Tatsache, dass es extrem schwer ist sich im Bildungssystem nach oben zu arbeiten, jedoch der Weg nach unten trivialer Weise sehr einfach ist. In meinen Augen ist die 3-teilige Bildungsart einfach überholt und nicht mehr Anwendbar. Das System sollte dahingehen geändert werden das es nur noch eine Schule gibt, diese ist dann nach Klasse 10, 12 oder 13 abschließbar, je nach dem wie weit man sich bilden möchte. Dadurch lassen alleine schon die unterschiedlichen Inhalte die derzeit herschen vermeiden. Z.B. ist es teilweise so das in manchen Gymnasien in der 7. Klasse schon Stoff durchgezogen wurde der in Realschulen erst in der 8 Klasse angesetzt ist, das automatisch dazu führt das man bei einem Wechsel nach der 7 auf Gymnasium direkt defizite hat und somit die ‘Überlebenschancen’ gleich Null sind. Dieses Problem führt dazu das finanziell besser gestellte Familien es einfacher haben ihren Kindern eine hohe Bildung zu erhalten als ‘sozial schwachen’. Dies ist übrigens ein weiteres Problem des systems und eigentlich nicht tragbar, da hier mal wieder gegen die so oft angepriesene Chancengleichheit verstoßen wird. Es ist extrem Paradox das Politiker sich sprichwörtlich den Arsch aufreißen um sgn. Minderheiten zu integrieren, jedoch automatisch auf anderen bereichen die Minderheit es derart einfach hat. Das eine sind zwar Religiose, Volksstämmische oder Ethnische Gruppen, das andere sind finanzielle und vermögenstechnische. Damit ihr versteht was ich meine ein kleines Beispiel:
    Familie Bauer (Mutter, Vater, 3 Kinder) hat nach abzug aller Kosten im Monat 100€ übrig(um auf den Urlaub zu Spaaren, mal ins Schwimmbad zu gehen oder ähnliches). Das älteste Kind geht auf die Realschule und wechselt in Klasse 7 aufs Gymnasium um dort zu ‘versagen’ da sich die Elten keine Nachhilfe leisten können, diese würde, im gerinstens und qualitativ schlechtesten Falle, im Monat 150€ kosten.
    Familie Schmitz (Mutter, Vater, 3 Kinder) hat nach abzug aller Kosten im Monat 500€ übrig und besitzt ein stehendes Vermögen in höhe von 25.000€.Auch hierbei geht das älteste Kind auf die Realschule und wechselt wie das Kind von Familie Bauer nach Klasse 7 aufs Gymnasium. Die Eltern belasten nun Ihren monatlichen Etat um 400€ und stellen einen Hauslehrer ein um mit dem Kind 4 Tage die Woche Nachmittags feste üben zu können und fehlenden Stoff aufzuholen usw, nur um festzustellen, dass Ihr Kind dies zwar schaft, jedoch nach dem Abitur keine Ahnung vom realen Leben hat und nichtmal in der Lage ist selbstständig beim Vorstellungsgespräch ne gute Figur zu machen. Das Kind von Familie Bauer bekommt bei der selben Firma für den selben Ausbildungsplatz allerdings eine Absage das er ‘nur’ über nen Abgangszeugnis der Realschule mit 2,0 verfühgt.
    Wodurch wir gleich beim nächten Problem wären:
    Die Firmen vertreten verstärkt die Meinung das wirklich gute Bildung nur in höheren Schulen erlangt werden kann und das Haupt- und Realschüler nichmal nen Nagel in die Wand schlagen können. Paradoxerweise ist es jedoch so das meistens in Realschulen die Schüler lernen sich selbstständig weiterzubilden und ihr Wissen auch anzuwenden, zumindest sollte dies so sein wenn nach dem willen der Politik geht. In der Realität ist des jedoch nur schwer sichtbar da die Firmen entweder hochqualifizierte Bewerber Einstellen oder schon zufrieden sind wenn ein Bewerber nen Brett als solches erkennt. Im ersteren Fall verweist man in den Medien darauf das die Aufgaben dieses Berufes anspruchsvoll sind, eigene Ideen und Kreativität erfordern und somit halt ein hoher Bildungsstand von vorteil ist. Im anderem Falle verweist man mit vorliebe darauf ‘Sozialschwachen eine Chance zu geben’.

    Eine Umstellung des Bildungssystems auf eine einheitliche, zentral geregelte Bildung, mit nur einer Schule die in verschiedenen Stufen abgeschlossen werden kann sorgt automatisch dafür, das ein Schüler bis Klasse 10 das selbe lernt wie ein jeder andere. Realistisch betrachtet ist es zwar schön das man Physik, Chemie und Biologie schon früh in den Lehrplan bekommt, jedoch sind dies Fächer die für eine grundlegende Berufstauglichkeit nur sekundär sind da die Grundlagen sich meist darauf beziehen das man lernt das Metall sich bei hitze ausdehnt, Eis mehr Raum einnimmt als Wasser usw. Den Lehrplan könnte man in soweit umstrukturieren das man diese Naturwissenschaftlichen Fächer ab Klasse 8 aufnimmt und die entstehenden Lücken dazu nutzt Fächern wie Mathe, Deutsch und Englisch mehr aufmerksamkeit zu schenken und den Stoff dann besser zu lehren. Auf diese weise sind dann auch automatisch Probleme, wie z.B. die erforderniss bestimmer mathematischer techniken für physikalische berechnungen, abbaubar. die errichtung von Ganztagsschulen führt nur dann zu einem besseren lehren wenn sich die Lehrkörper auch wirklich um die schüler kümmern und sich weiterhin auf die integration von soziologischen, ehtnologischen oder anderweitigen Problemfällen konzentrieren sondern sich mal wirklich daran machen die schüler 1. gleich und 2. gerecht zu behandeln.

    Das beste beispiel ist die Bildungspolitik der DDR, die der BRD und die diverser Skandinavischer Länder.

    Die Bildungsabgesanten der BRD meinten damals zum Bildungsystem der DDR alles sei schlecht.

    Paradoxerweise nutzen die Skandinavischen Länder aspekte dieser Politik und haben damit Erfolg.

    Gut oder schlecht: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

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