Die Banken lernen nicht von allein
Die Commerzbank, vom Bund durch das Bankenrettungspaket mit immerhin 18,2 Mrd. Euro gestützt, darf ihren Spitzenmanagern deswegen nur noch maximal 500.000 Euro Jahresgehalt zahlen und muss auf die Zahlung sogenannter Boni verzichten. Das stört die Commerzbank aber wenig. Der Bonus heißt jetzt Prämie und wird den Beschäftigten der Bank angeblich gezahlt, weil sie durch die Fusion mit der Dresdner Bank hoch belastet gewesen seien.
Die satten Gewinne der Deutschen Bank insbesondere aus dem für die aktuelle Finanzkrise besonders verantwortlichem Investmentbanking wurden in diesem Blog schon kommentiert. Auch in Großbritannien verkünden die ersten Großbanken, die ebenfalls im Investmentbanking besonders aktiv sind, schon wieder Milliardengewinne.
Die Krise ist zwar noch nicht überwunden, klar scheint aber schon jetzt zu sein: Bereits in und spätestens nach der Krise wird es weitergehen wie zuvor. Zu glauben, die Banken hätten aus der Krise gelernt ist blauäugig, warum sollten sie auch? Sobald es zum Crash kommt, wird der Staat systemrelevante Banken immer wieder stützen müssen und dazwischen lässt sich mit hochriskanten Geschäften eigentlich ganz gut Geld verdienen.
Konsequent kann es deswegen nur sein, dem Finanzmarkt endlich stärkere Regeln zu geben, damit der Teufelskreislauf aus der Privatisierung von Gewinnen und der Sozialisierung von Verlusten durchbrochen werden kann. Jusos und SPD haben dafür etwa mit der Börsenumsatzsteuer und einer starken Beschränkung von riskanten Bankgeschäften einen klaren Weg aufgezeigt. Die Union dagegen hält sich im Ungefähren – und wird damit die nächste Krise vorprogrammieren.
Tags: Finanzmärkte, Krise, Regulierung












Freitag, 7.August 2009 von Sascha Vogt
Aktuell, Arbeit & Soziales