More and better Jobs – Neue Beschäftigungsstrategie für die EU ist nötig
Montag, 17.August 2009 von Nils Hindersmann

Soziales Europa
Im kommenden Jahr läuft die ambitionierte Lissabon Strategie aus. Mit der Strategie sollte ursprünglich erreicht werden Europa bis Jahr 2010 zur wettbewerbsfähigsten Region der Welt zu machen. Dieses Ziel wird wohl verfehlt werden. Die schwedische Ratspräsidentschaft spricht nun erstmals von einem Ende der Lissabon Strategie. Auch die Spanische Regierung, die am 1. Januar die Ratspräsidentschaft übernimmt, hat angekündigt die Lissabon Strategie nicht weiter verfolgen zu wollen.
Bevor die Lissabon Strategie nun komplett beerdigt wird, sollte sich die EU noch mal stärker mit den Gründen des Scheiterns auseinandersetzen. Denn ein wichtiges Element der Strategie ist die europäische Beschäftigungspolitik. Etwas Vergleichbares braucht die EU mehr denn je. Frank Walter Steinmeier hat für Deutschland eine Beschäftigungsinitiative angekündigt. Diese ist im Kern richtig, muss aber auch in eine europäische Strategie passen. Nur irgendwelche neuen Jobs zu schaffen reicht nicht aus. Tatsächlich sind in der EU seit 2005 bis zum Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise viele neue Jobs geschaffen worden. Dies waren aber eher prekäre Beschäftigungsverhältnisse (Leiharbeit, befristete Verträge, unbezahlte Praktika, etc.). So schnell wie diese Jobs entstanden sind, sind sie wieder weggefallen. Dies hängt unmittelbar mit der zunehmenden Flexibilisierung und Deregulierung der europäischen Arbeitsmärkte zusammen. Es hat sich nun gezeigt, dass eine solche Beschäftigungsstrategie eben nicht nachhaltig ist, wie es eigentlich in den Lissabon Zielen gefordert war. Es wird also künftig darauf ankommen verstärkt auf die Qualität der Jobs zu achten, die geschaffen werden. An dieser Stelle muss eine neue europäische Beschäftigungsstrategie ab 2010 ansetzen.
Es hat sich gezeigt, dass die Lissabon Strategie auch wenig verbindlich für die EU Mitgliedsstaaten war. Zwar sind Zielvereinbarungen zuletzt im Zweijahresrhythmus getroffen worden, daran gehalten hat sich jedoch kaum ein Mitgliedsstaat. Das trifft auch auf Deutschland zu. So muss eine neue europäische Beschäftigungsstrategie mehr verbindliche Elemente und vor allem Sanktionsmechanismen bei Nichteinhaltung der Ziele vorsehen.
Die Lissabon Strategie hat darüber hinaus eher angebotsorientierte Ziele gehabt. So sollte vor allem durch Bildungsinvestitionen und Maßnahmen, wie z.B. mehr Kinderbetreuung, ein größeres und besseres Arbeitskräftepotential geschaffen werden. Damit sollte schließlich ein höheres Wachstumsniveau erzielt werden. Die Maßnahmen sind grundsätzlich grundsätzlich richtig, sie reichen aber nicht aus. Die derzeitige Wirtschaftskrise zeigt, dass auch eine Stärkung der Nachfrageseite nicht vernachlässigt werden darf. So brauchen wir auf der einen Seite eine institutionelle Stärkung von Gewerkschaften und Tarifverträgen in ganz Europa, um mit höheren Löhnen mehr gesamtgesellschaftliche Nachfrage zu schaffen. Auf der anderen Seite muss der zunehmende Rückgang von Tarifbindung aber auch durch gesetzliche Mindestlöhne flankiert werden, was ebenfalls die Nachfrage erhöht.
Darüber hinaus brauchen wir eine stärkere gesamtwirtschaftliche Stabilität. So ist eine stärkere Abstimmung der nationalen Wirtschaftspolitiken auf europäischer Ebene dringend geboten. Hinzu kommt die Geldpolitik, die noch stärker dem gesamtwirtschaftlichen Ziel der Vollbeschäftigung verpflichtet werden muss. Eine Beschäftigungsstrategie, die diese Punkte beinhaltet führt zu mehr gesamtwirtschaftlicher Stabilität und einem höheren nachhaltigen Wachstum. Unterm Strich schaffen wir damit nicht nur mehr, sondern mehr bessere Jobs in Europa.
Tags: Arbeitsmarktpolitik, EU, Lissabon Strategie











ich finde das deutschland selbst daran schuld ist wenn man jugentliche eine ausbildungstelle gibt und ihnen nach den drei jahren wenn die ausbildung fertig ist keine arbeitsstelle gibt
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Hallo,
habe sie gerade im Moma gesehen. Ich teile ihre Meinung, dass Mindestlöhne gezahlt werden müssen. Sie sprachen mir aus dem Herzen, dass immer wieder die angeblich abwandernden Arbeitsplätze dies verhindern würden. Ich sage Ihnen mal eins: Gehen sie mal zu einer Bank und legen sie ihren Businessplan vor, bei dem sie kalkulieren, dass sie ihren Mitarbeitern 5 Euro oder weniger zahlen. Niemand wird Ihnen Geld geben. Warum? Weil Sie kein tragfähiges UNTERNEHMENSKONZEPT haben.Ich kann verstehen, wenn jemand vorübergehend aufstocken lässt, aber dauerhaft ist das doch nichts anderes als das ich den Lohn und damit das mangelnde Unternehmenskonzept subventioniere. Dahinter steckt doch die Denke: Gebt dem Plebs irgendwelche Jobs nur damit sie ruhig halten. Ständig wird geschwatzt von neuen hochqualifizierten Jobs, tatsächlich werden Dumpinglöhne quasi subventioniert.Zeigt doch mal mehr Mut. Nehmt doch Kredit auf, aber steckt es dann wirklich in Bildung, da braucht ihr gar nicht die Reichen anbaggern. Da würde doch niemand was sagen. Da können die jüngeren auch nicht meckern, denn es kommt ihnen auch zugute. Da könnt ihr mal klotzen ruhig auf Kredit.Ausserdem könnt ihr mal das Stiftungswesen in Deutschland radikal vereinfachen. Dies würde Reiche vermehrt dazu bringen sich legal für das Gemeinwesen zu engagieren, da sie bestimmen könnten, wo sie sich engagieren.
Konkret noch einmal:
Stiftungswesen vereinfachen
Mindestlohn
strikte Kontrolle der Zeitarbeitsfirmen (die Bundesagentur hat praktisch ihre Vermittlungskompetenz am die Zeitarbeitsfirmen abgeben und die führen nicht nur gutes im Schilde)Ich bin Dipl.Kfm und bekomme über die Jobbörse vermittelt durch Zeitarbeitsfirmen, denn ausschliesslich deren Angebote liegen vor, Callcenterjobs angeboten, Gastronomie. Und dann natürlich minus 30-40% Lohn, weil es ja über eine ZAF läuft. Warum brauche ich dann eigentlich die Bundesagentur, da kann ich gleich zur ZAF gehen. Klar die bearbeiten 300 Leute pro Nase, die haben keine Zeit.Theoretisch mag das ja ok sein, aber ich muss doch auch mal prüfen, wie es in der Praxis angewandt wird. In Deutschland gibt es genug Vermögen, es ist einfach ungerecht verteilt. Bitte erzählen sie mir nicht, das die Reichen soviel haben, weil die soo fleissig sind. Die zahlen doch soviel Steuern, ja klar, die anderen kommen ja nicht mal in den “GEnuss” Steuern zu zahlen, weil sie so wenig verdienen.Ich will keine Neiddebatte, aber Gerechtigkeit. Manchmal muss man doch einhalten und losgelöst vom täglichen Geschrei sich einen Überblick verschaffen und dann gezielt vorgehen. Ich habe das Gefühl sie haben noch “Feuer” in sich. Bewahren sie es sich.
Gruß
Christoph Kammer
PS Sorry war etwas lang und wahrscheinlich etwas konfus, das liegt wohl daran das man Gerechtigkeit schlecht definieren kann, ist eher ein Gefühl.
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