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Wer „mehr bietet“, bietet manchmal auch nichts

Donnerstag, 13.August 2009 von Bettina Schulze

Aktuell

Vera Lengsfeld (CDU) präsentiert sich im Wahlkampf auf einem Plakat für den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg zusammen mit der Kanzlerin Angela Merkel mit weitem Ausschnitt. Darunter der Titel: „Wir haben mehr zu bieten“. Provokation, Sexismus oder einfach nur blöd?

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Eins muss man Vera Lengsfeld lassen. Sie hat es mit Ihrem Wahlplakat, in so ziemlich alle Print- und online Medien geschafft. Ihr Name dürfte jetzt über Friedrichshain- Kreuzberg weit bekannt sein. Der Blog zu Ihrem Wahlplakat auf ihrer Website verzeichnet über 300 Kommentare. Welcher Politikerin oder welcher Politiker kann das schon von sich behaupten?

Die online community streitet sich indessen in den Blogs. Ist das Plakat sexistisch, witzig oder einfach nur peinlich?

- Witzig ist das Plakat nicht. Dazu ist es nicht originell genug. Diese Art der sexuellen Zweideutigkeiten sind in Medien und Fernsehen dermaßen überrepräsentiert, dass dies dem Passanten höchstens ein müdes Gähnen entlocken kann.

- Der Sexismusvorwurf ist sicher korrekt. Frauen in der Politik mit körperlichen Vorzügen anzupreisen, wird nicht dazu beitragen, dass Frauen in diesen Positionen mit Respekt begegnet wird. So wirbt man jedenfalls nicht für politische Kompetenz.

- Ist das Plakat peinlich? Doch schon eher ja. Vielleicht erfährt Frau Lengsfeld damit Aufmerksamkeit. Aber wählen? Das werden sich die Wählerinnen und Wähler sehr genau überlegen.

Das Plakat ist vor allem eins: völlig inhaltslos. Politikverdrossenheit wird meines Erachtens damit Vorschub geleistet. Die Menschen wollen Lösungen für Ihre Probleme, wollen politische Visionen und sachliche Kompetenz. Plakate mit sexuellen Anspielungen, ohne jeglichen inhaltlichen Bezug sind nicht angebracht für jemanden, der ein politisches Amt anstreben möchte. Nichts gegen Humor im Wahlkampf: aber bitte mit Intelligenz, ohne Sexismus und mit politischer Aussage!

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19 Kommentare

  1. Es ist durchaus nachvollziehbar, warum Frau Lengsfeld diese Kampagne gestartet hat. Sie ist ja in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg hinter Hans-Christian Ströbele und Björn Böhning nur die Nummer 3 unter den Bundestagsbewerbern – praktisch ohne Chance auf das Direktmandat. Warum sollte sie also nicht wenigstens ihren Namen auf diesem Wege bundesweit bekannt machen? Ich denke das hätte manche SPD-Bewerberin in einer solchen Situation genauso gemacht.

    Für Frauen in der Politik ist es immer ein Vorteil, gut auszusehen (auch wenn manche das nicht immer gerne zugeben) – Beispiele gibt es dafür in allen Parteien. Frau Lengsfeld und Kanzlerin Merkel können aber genau das ja nun nicht wirklich für sich in Anspruch nehmen – das macht die Werbung witzig!

    Mit Förderung von Politikverdrossenheit hat das m.E. wenig zu tun. Politstrategisch dürfte eine gute Beratung stattgefunden haben – man muss ja auch immer die besonderen Gegebenheiten eines Wahlkreises berücksichtigen…

  2. Onkel Bernd sagt:

    Die Mädchenmannschaft versagt bei der Diskussion zum Thema leider völlig, weil sie Kommentare und ihre Antworten darauf aus dem Blog löschen. Betroffen sind:
    http://maedchenmannschaft.net/wir-haben-mehr-zu-bieten/#comment-17123
    http://maedchenmannschaft.net/wir-haben-mehr-zu-bieten/#comment-17124
    und
    http://maedchenmannschaft.net/wir-haben-mehr-zu-bieten/#comment-17127
    sowie die Antwort von Susanne darauf zumn Thema “Meinungsressort in der taz”.

    Ich habe mich dort mit Kommentar 17185 beschwert. Mal sehen, ob sie so sportlich sind und den zulassen.

  3. Luisa sagt:

    “Für Frauen in der Politik ist es immer ein Vorteil, gut auszusehen (auch wenn manche das nicht immer gerne zugeben) – Beispiele gibt es dafür in allen Parteien.”

    Für Frauen in der Politik ist es von Vorteil vor allem politisch fit zu sein und sich inhaltlich und durch Wahlkreisarbeit einen Namen zu machen.

    Manchmal sieht man zufälligerweise gut aus, ja, dann kann man nichts daran ändern. Aber auch bei vorhandener Attraktivität ist das noch lange kein Grund sich mit solch einem Foto und dann noch solch einer Plakataufschrift zu präsentieren.

    Ich finde das Plakat nicht nur peinlich und würde mich Verwehren jemals so stillos und sexistisch zu agieren, sondern auch ein Armutszeugnis. Denn offensichtlich denkt diese Frau und ihre BeraterInnen, dass auch in der Politik nur das Motto gilt “Sex sells” und die Bürgerinnen und Bürger darauf anspringen.

    Ich hoffe die Wählerinnen und Wähler am 27. September zeigen ihr ganz deutlich, dass dem nicht so ist.

  4. Sorry Luisa, aber da hast du wohl etwas falsch verstanden. Offensichtlich setzen die Berater von Frau Lengsfeld hier gerade nicht auf das klassische “Sex Sells” – dafür geben die beiden Kandidatinnen ja auch schlicht nichts her. Wenn auf dem Plakat eine junge attraktive Frau in dieser Art gezeigt worden wäre, hätte das eine völlig andere Wirkung gehabt – der Witz wäre damit weg gewesen.

    Die CDU bzw. ihre Kandidatin wird in einem Bezirk wie Friedrichshain-Kreuzberg wohl nicht umhinkommen, sich etwas “lustiger” zu präsentieren als anderswo. In den USA z.B. versucht die Republikanische Partei, sich nach der Ära Bush moderner und humorvoller darzustellen, ohne dabei größere politische Inhalte aufzugeben. Das wird ihr von Politstrategen dringend geraten, da sie nur so längerfristig von ihrem rückständig-konservativen Image wegkommen kann, ohne dabei zu viele Stammwähler zu verlieren. Ich denke nicht zuletzt wegen der Symbolwirkung hatte auch John McCain die damals noch relativ unbekannte Sarah Palin zu seiner Vize-Kandidatin gemacht.

    Was ich damit nur sagen will: Es geht bei dieser Plakataktion um Politstrategie, nicht wirklich um inhaltliche Politik bzw. ernsthafte Fragen von Gleichstellung oder ähnlichem.

    Natürlich können Frauen genauso wie Männer nur mit der nötigen Intelligenz und Kompetenz gute Politiker/innen werden. Trotzdem: Wenn bei einer Frau gleichzeitig noch Schönheit dazu kommt, wirkt das nun mal wie ein Multiplikator – das ist doch aber vollkommen legitim und nichts Negatives! Ich verstehe daher nicht, warum sich häufig Genossinnen schon bei der Feststellung angegriffen fühlen…

  5. peet sagt:

    Ein Plakat mit politischer Aussage hilft gegen die Realität der Parteipolitik auch nicht viel. Aber ansonsten ein guter Artikel!

  6. Corinna sagt:

    Vera Lengsfeld lässt neue Plakate produzieren – immerhin: Kritik aus Medien, von BürgerInnen und wohl auch der Bundes-CDU haben Wirkung gezeigt. Von Wahlstrategen oder Werbern wurde sie sicher nicht beraten – Friedrichshain-Kreuzberg ist sicher nicht spießig, Sexismus finden dort aber die meisten Leute doof – und so wundert es auch nicht, dass zahlreiche Menschen das für eine Aktion der Titanic hielten. Wobei mich als Berlinerin auch echt nervt, dass in diesem Bezirk offensichtlich alle KandidatInnen – mega-cool und so super jung-hip(p) sein wollen. Und das kläglich scheitert, wenn die Männer sich als Comic-Helden stilisieren und Frauen wahlweise mit Ausschnitt oder Hintern meinen, politische Inhalte zu transportieren. Was in anderen Wahlkreisen langeilig und normal wäre, ganz schlichte KandidatInnenbilder, wäre in X-Hain eine Sensation. Endlich würde mal jemand die WählerInnen ernst nehmen.
    Und ansonsten:@ Neckarelzer Sozialdemokrat: Fight Lookism. Dass gutes Aussehen und vermeintlicher Sex-Appeal nix mit POlitik und/oder politischer Glaubwürdigkeit zu tun hat, dürfte allerspätestens seit der Aufstellung der italienischen Berlusconi-Kandidatinnen fürs Europa-Parlament klar sein. Aber wahrscheinlich finden das so manchen Sozialdemokraten auch viel netter: hübsch, unpolitisch und damit völlig ungefährlich für die eigene politische Machtbasis.

  7. @Corinna: Was bedeutet denn “Fight Lookism” in diesem Zusammenhang? Darf bzw. soll der Wähler junge Politikerinnen denn jetzt nicht mal mehr ansehen, wenn sie attraktiv sein sollten und vielleicht ein SPD-Parteibuch haben? Oder darf man über dieses plakatierte Foto von CDU-Kanzlerin Merkel nicht lachen?

    Habe ich denn behauptet, dass sich politische Glaubwürdigkeit durch Schönheit einer Kandidatin vermitteln lassen würde? Sicher nicht! Intelligenz, Kompetenz und Auftreten gehen immer vor – dementsprechend wird generell auch die Auswahl bei Besetzung von Parteifunktionen und Kandidaturen nicht nach Geschlecht oder Aussehen erfolgen. Das ist übrigens auch der Grund, warum ich diverse Frauenquoten (gar bei Rednerlisten!) in unserer Partei ebenso wie bei den Jusos teilweise für überzogen halte – aber das nur am Rande.

    Nochmal zu den Plakaten von Frau Lengsfeld: Bundestagsbewerber/innen haben normalerweise immer Berater – und wenn es nur die eigenen Parteifunktionäre sind. In diesem Fall vermute ich aber schon, dass eine Agentur im Hintergrund tätig war.

  8. peet sagt:

    “In diesem Fall vermute ich aber schon, dass eine Agentur im Hintergrund tätig war.”

    Die großartige Vera Lengsfeld hat die Idee zum Plakat selbst entwickelt, die Agentur durfte es produzieren.

  9. Corinna sagt:

    @ Neckarelzer Sozialdemokrat: Bei Rednerlisten gibts gar keine Quotierung – nur bei Redeliste, da sind dann auch Frauen angesprochen. Und ansonsten, ne is klar, die Besetzung von Posten erfolgt ausschließlich über die Befähigung fürs Amt. Nur: warum haben dann so viele unfähige Männer Posten? Wahrscheinlich gibts auch in Deinem LV eine Art Regionalproporz – gehts da um die Leistung der Männer? Wer eine gerechte Gesellschaft will, darf vor alltäglicher Diskriminierung nicht die Augen verschließen. Ich wünsch Dir viel Spaß beim nächsten Gender-Trainig!

  10. Jennifer sagt:

    @ Neckarelzer Sozialdemokrat: Ja ist klar, am Rande dann noch gegen Teilhabe von Frauen pöbeln. Frei nach dem Motto: Durch Frauenquoten würden ja jetzt Männer diskriminiert. Bei der Quote geht es immer noch darum Umgleichbehandlung auszugleichen&um paritätische Teilhabe an politischen Willensbildungs-und Entscheidungsprozessen. Noch mal zur Erinnerung, die Quote soll nicht das Geschlechterverhältnis in der Partei widerspiegeln!
    Die Quote kann nur ein Instrument sein,denn das Ziel muss es sein, dass sie irgendwann nicht mehr nötig sein wird, nämlich dann, wenn Teilhabe an Macht nicht mehr geschlechtsabhängig ist! Dahin gelangen wir aber nur MIT der Quote!

  11. gnurpsnewoel sagt:

    @Neckarelzer Sozialdemokrat: Ich finde Sexismus nicht witzig.
    Das mit den Quoten scheint dein Unterbezirk ja anders zu sehen als du http://is.gd/2q3Cx (Auch wenn die Quote “nur” durch drei Beisitzerinnen zu Stande kommt und /auf fast natürliche Art und Weise/ die Vorsitz-Trias, die LA-Vertretenden und der/die Juso im SPD-UBV alles Männer sind.)
    Es ist mir übrigens reichlich egal, ob Lengsfeld selbst auf sexistische Ideen kommt oder ihre Agentur und sie dann zustimmt.
    Und was /Fight Lookism/ in diesem zusammenhang bedeutet? Wikipedia gibt dir eine Antwort: „Lookism ist die Annahme, dass das Aussehen ein Indikator für den Wert einer Person ist. Sie bezieht sich auf die gesellschaftliche Konstruktion einer Schönheits- oder Attraktivitätsnorm und die Unterdrückung durch Stereotypen und Verallgemeinerungen über Menschen, die diesen Normen entsprechen und über diejenigen, die ihnen nicht entsprechen.“ ( http://is.gd/2q4rn ) Schönheit&Co sind nichts Natürliches, nichts histroisch Konstantes. Als Wert an sich gehören sie daher bekämpft und nach und naxch auch komplett dekonstruiert!
    Außerdem: warum gilt das bei dir eigentlich nur für Frauen? Was ist denn eigentlich mit dem hübschen Juso? Gibt es da keinen Multiplikatoreffekt? Deinen Posts zu Folge nicht. Ich kann auch drauf verzichten, aber warum dann bei Frauen? Das ist mir alles nciht schlüssig.

  12. Julian sagt:

    Egal ob diese Kampanie nun sexistisch, geschmackslos oder witzig ist: Sie hat ihren Zweck erfüllt, und zwar Aufmerksamkeit! Allein schon das wir über dieses Plakat diskutieren, ist die beste Werbung, die es geben kann. Der geplante “Skandal” hat das erfüllt was man von ihm erwartet hat: Die ungeteilte Aufmerksamkeit im Wahlkampf! Unser Kanzlerkandidat Steinmeier hat auf andere Art und Weise die Aufmerksamkeit der Medien für sich gewonnen: Seine Aussage, dass er 4 Millionen neue Arbeitsplätze schaffen will, hat für zahlreiche Diskussionen im Internet, in der Presse und im Fernsehen gesorgt! Ob diese Zahl nun zu erreichen sei oder nicht. Sie hat ihren Zwecke erfüllt: die Aufmerksamkeit auf sich gezogen- das Beste was einem zu Zeiten des Wahlkampfes passieren kann ;-)

  13. @Corinna @Jennifer: Es ist bemerkenswert, was ihr alles in meine Kommentare hineininterpretiert. “Pöbeln” gegen die “Teilhabe von Frauen” ist ganz sicher nicht meine Art und das habe ich in meinen Beiträgen keineswegs getan (!).

    Ich will auch nicht, dass die Frauenquote in unserer Partei abgeschafft wird – nur meine ich, diese geht an manchen Stellen einfach zu weit. Ihr werdet doch nicht erwarten, dass ich mich auch noch darüber freue, wenn ich etwa trotz mehr Stimmen meinen Platz in einer Parteitagsdelegation an eine Genossin abgeben müsste, obwohl bereits mehrere Frauen regulär in die Delegation gewählt sind! Kein vernünftiger Sozialdemokrat wird bei Wahlen nach Geschlecht abstimmten – das mag es vielleicht in anderen Parteien geben, in der SPD habe ich das noch nicht gesehen. Bei Wortbeiträgen auf Tagungen halte ich solche Quotierungen schlicht für unsinnig – wer sich rechtzeitig meldet, der bekommt normalerweise auch Redegelegenheit.

    Dass es viele “unfähige Männer” in öffentlichen Ämtern gibt, ist sicher richtig – genauso gibt es in der Politik aber auch für ihre Jobs ungeeignete Frauen – eine davon sitzt sogar im Kanzleramt!

    Ich halte im Übrigen auch nichts davon, eine Partei oder eine politische Jugendorganisation wie die Jusos als “feminin” oder “maskulin” zu definieren. Einfach schon deshalb, weil die Vision vom demokratischen Sozialismus vollkommen geschlechtsunabhängig ist – das sollten wir auch so nach außen vermitteln!

  14. Jennifer sagt:

    @Neckarelzer Sozialdemokrat: Schon interessant, dass Du hier nur den Frauen antwortes und das was gnurpsnewoel geschrieben hat vollkommen unkommentiert lässt,etwa weil er ein Mann ist? Jedenfalls stereotypischer Weise werden wir hier von dir als hysterisch dargestellt und Beiträge von Männern bleiben unkommentiert.
    Doch ich erwarte z.B. von dir, dass du es akzeptieren musst, dass du kein Parteitagsdelegierter wirst, wenn dadurch die Quote nicht erfüllt werden sollte! Wo bleibt denn sonst die geschlechterparitätische Teilhabe und Mitbestimmung. Anscheinend hast du auch noch nicht den tieferen Sinn von quotierten Redelisten verstanden.Hier mal relativ kurz:”Die “quotierte Redeliste” ist ein frauenpolitisches Instrument zur Verbesserung der Gleichstellung von Frauen und Männern in der verbalen Beteiligung in der Gremienarbeit. Mit der “quotierten Redeliste” sollen die Unterschiede in den Kommunikationsstilen von Frauen und Männern ausgeglichen und den Frauen die verbale Beteiligung an der Gremienarbeit
    erleichtert werden.”
    Die Jusos verstehen sich nicht als feminin sondern als “sozialistischer, FEMINISTISCHER und internationalistischer Richtungsverband“ und die Semantik von feminin und feministisch ist doch arg unterschiedlich.

  15. Wer das Plakat haben möchte: Es lässt sich hier online bestellen:

    http://www.vera-lengsfeld.de/spende/spende.html

  16. Corinna sagt:

    @Jennifer: Danke für die Antwort auf Neckarelzer Sozialdemokrat, genau das habe ich mir auch gedacht und @Vera: ich finde Dein Plakat sexitisch – ich will es nicht und nimm es doch bitte endlich ab. Auf das neue Plakat bin ich allerdings schon gespannt – wirds der schwarze Block oder wird er es nicht…

  17. @Jennifer @Corinna: In betreffendem Kommentar von gnurpsnewoel wird auf meinen Juso-Kreisverband direkt Bezug genommen, das macht die Sache etwas zu speziell. Die Genossen in diesem Kreisvorstand sehen in der Tat vieles anders als ich – das liegt allerdings mehr darin, dass die Kollegen sich (leider) voll und ganz der Agenda2010 verschrieben haben und ich diesen Kurs als Parteilinker nie unterstützt habe. Die Frauenquote stand hier noch nie wirklich zur Debatte – die ASF würde da wohl ähnlich reagieren wie ihr das hier bei den Kommentaren macht… ;-)

    Nur um das nochmal zu unterstreichen: Ich bin nicht gegen die Frauenquote insgesamt, nur sollte alles im Rahmen bleiben. Sonst müsste es ja umgekehrt auch eine “Männer-Quote” geben, falls überwiegend Frauen regulär gewählt werden und das wollt ihr doch sicher auch nicht…

    Ich bin übrigens ehrlich froh, dass wir so viele hervorragende Frauen mit Führungsqualität in der Partei haben, die auch ohne Quotierungen gewählt würden. Ein Blick auf den Juso-Bundesvorstand beweist das ja eindrucksvoll.

    Damit könnten wir diesen kleinen Disput an dieser Stelle doch eigentlich abschließen, oder?

  18. gnurpsnewoel sagt:

    @Neckarelzer Sozialdemokrat: Es gibt in der SPD keine Frauenquote. Die Geschlechterquote von 40 % ist längst Realität (§§ 11, 23 OrgStatut, §§ 3, 4 WahlO) und hat auch schon einigen Männern die Pöstchen gesichert.
    Und ich finde auch nicht, dass es eine “Frauenquote im Rahmen” geben sollte. Denn wer defindiert den Rahmen? Eben. Wage Formulierungen in unserer Satzung führen zu Unsicherheiten bei der Wahl. Außerdem ist unsere Geschlechterquote bereits sehr flexibel: 40% Platz für je ein Geschlecht, 20 % für beide.
    Klar ist das für dich persönlich doof, wenn du deswegen nicht gewählt wurdest. Aberals Mann musst du eben in einer männerdominierten Partei auch zurückstecken können.
    @Jennifer: Mich als Mann zu fenunzieren, pfui ! ;-)

  19. @gnurpsnewoel: OK, insoweit muss ich meinen obigen Kommentar berichtigen. Ich habe mich noch nie besonders mit dem Organisationsstatut befasst und in der Praxis ist eben meist von Frauenquote und nicht von Geschlechterquote die Rede. Selbst bei Kreisvorstandswahlen wird häufig vor dem Wahlgang ins Mikrofon gerufen, man solle auf die “Frauenquote” achten. Danke für den Hinweis!

    Trotzdem finde ich solche Quotierungen in dieser prozentual festgelegten Höhe etwas überzogen. Bei Redebeiträgen halten sie zudem den politischen Betrieb auf, aber da kann ja jeder seine eigene Meinung dazu haben.

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