Mal richtig abschalten – Jusos auf der Anti-Atom-Demo
Samstag, 5.September 2009 von Sascha Vogt
Mehre zehntausend Teilnehmer haben heute in Berlin für die Abschaltung der Atomkraftwerke in Deutschland demonstriert. Ganz vorne mit dabei: Wir Jusos – denn auch wir stehen für den Atomausstieg und wollen damit deutlich machen: Wir stehen mitten in der Bewegung und zeigen auch auf der Straße Gesicht gegen die großen Stromkonzerne, die an der Atomenergie festhalten wollen.
Nicht erst die Skandale um die angeblichen Endmülllager Asse und Gorleben zeigen, dass das Entsorgungsproblem noch lange nicht gelöst. Ebenso zeigen die vielen ‚Zwischenfälle‘ das hohe Risiko dieser Art der Stromerzeugung. Unser Weg ist anders: Wir wollen einen deutlichen Ausbau regenerativer Energien – das ist nicht nur sicherer und langfristig sogar günstiger, das schafft auch tausende neue Jobs, wie der Deutschland-Plan von Frank Walter Steinmeier zeigt. Wir sind der Meinung: Umweltschutz und mehr Arbeitsplätze – das ist kein Widerspruch sondern zwei Seiten derselben Medaille.
Klar ist damit auch: Nur wenn Schwarz-Gelb verhindert wird, wird aus der von Union und FDP geplanten Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke nichts. Nicht nur deshalb werden wir Jusos in den letzten drei Wochen des Bundestagswahlkampfs noch einmal alles geben. Wir wollen eine starke SPD, die am Atomausstieg festhält. Dafür lohnt es sich zu kämpfen.
Tags: Atomausstieg, Atomenergie, Bundestagswahl











Liebe Jusos,
Ich weiß zwar nicht ob ihr auf euren Schulen die Atomkraft schon im Detail angeschaut habt. Denn dann währe euch klar, dass man grade durch die Atomenergie in Deutschland mehr Arbeitsplätze schaffen kann! Ihr meint “Atomkraft nein Danke”, mit den Gründen, dass sie zu unsicher währe?
Aber warum stellt ihr dann nicht mehr Menschen ein, die die Kraftwerke auf Mängel warten, und den Atommüll ordnungsgemäß wieder aufbereiten und umweltfreundlich entsorgen. Durch den Ausstieg aus der Atomkraft wird Deutschland nur abhängiger von Stromimporten, die dann zu einem größeren Haushaltsdefizit führen.
Also liebe Jusos, denkt mal lieber über den Ausstieg nach, bevor ihr euch blamiert, und dann plötzlich noch mehr Geld für euren Strom bezahlen dürft.
Gut oder schlecht:
0
1
Genau. Wir denken nach und fragen uns, wo soll man den radioaktiven Scheiß lagern, der zig Jahre nachstrahlt und Natur & Mensch verstrahlt? Und zum Geld: Atomstrom wird massig subventioniert, insofern ist das kein wirkliches Argument. Und selbst wenn wir für anderen Strom mehr bezahlen müssten – ich finde, für diesen lohnte es sich mehr als für absolut unsicheren Atomstrom, für den es nichtmal ein Endlager gibt. Und außerdem, wenn du dich schon als Sprecher der Union bezeichnest: Frag die Bundeskanzlerin doch mal, wieso sie als Umweltministerin irgendwelche Orte als sicheres Endlager verbreitet hat und sich das jetzt doch alles als unsicher und Lüge herausstellt.
Gut oder schlecht:
0
0
@Sprecher der Union
Ich weiß ja nicht ob DU Dir die Atomkraft mal im Detail angeschaut hast. Blamiert hat sich in diesem Blog nämlich nur einer. DU! Denn der Satz “den Atommüll ordnungsgemäß wieder aufbereiten und umweltfreundlich entsorgen” ist absoluter Blödsinn und verkennt die Realitäten (gerade in der aktuellen Gorleben Diskussion). Dieses Problem ist nach wie vor nicht ansatzweise gelöst und wird immer größer.
Zu deiner Frage: “Aber warum stellt ihr dann nicht mehr Menschen ein, die die Kraftwerke auf Mängel warten”. Da liegst Du an sich nicht ganz falsch. Zeitdruck, Hetze, Planungsfehler, Montagefehler, Prüffehler, Einsatz von Hilfskräften und Leiharbeitern, überfordertes Personal, 10-Stunden-Schichten und mehr in Strahlenbereichen, Nachtschichten, unzureichende Kontrollen durch die TÜVs, die Verzögerung von sicherheitstechnisch wichtigen Reparaturen und Prüfungen gehören zum Kraftwerksalltag. Sicherlich könnte durch mehr Personal und besserer Planung diese Missstände beheben. Das Risiko wäre allerdings immer noch da. Denn selbst wenn Mängel festgestellt und diese behoben werden, kommt es dennoch zu Störfällen bzw. Unfällen. Nicht die Technik sondern der Mensch ist so fehleranfällig. Ich erinnere nur daran, dass die Tschernobyl Katastrophe hauptsächlich auf ein Bedienungsfehler zurück zu führen war. Ausserdem reden wir hier nicht über Tausende von Arbeitsplätzen. Darüber hinaus sind das hochqualifizierte Arbeitsplätze, die nicht einfach und nur in geringen Mengen besetzbar sind.
Die Position der Union in der Frage der Atomkraft ist verkürzt, unqualifiziert, gefährlich und lediglich von der Atomlobby gesteuert. Als jemand der sich WIRKLICH damit auseinander setzt, unabhängig davon was es dazu in der Schule gab, kannst Du mir das glauben. Genügend Belege gibt es allemal.
Gut oder schlecht:
0
0