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Mal wieder so eine Zahl…

Dienstag, 22.September 2009 von

Aktuell, Arbeit & Soziales

helme_blogDieses Mal sind es 6,5 Millionen. 6,5 Millionen von 40 Millionen. Oder so ungefähr 16%. Oder auch mehr als das Dreifache gegenüber 1995.
Ja, was denn jetzt eigentlich, fragen sich die restlichen 84%, die glücklicherweise noch nicht betroffen sind.

NiedriglohnbezieherInnen natürlich. 6,5 Millionen gibt es mittlerweile in Deutschland. Sie verdienen in Westdeutschland unter 9,62€ bzw. in Ostdeutschland unter 7,18€ in der Stunde. Sie haben oft weniger durch ihre Vollzeitarbeit als sie zum Leben bräuchten. Ganz abgesehen von einem gutem Leben, in dem man sich auch kulturelle Güter wie mal das Kino oder den Schwimmbadbesuch mit den Kindern ohne Nachzudenken leisten kann. In einem guten Leben, in dem die Klassenfahrt nicht ein finanzielles Problem, sondern ein Highlight für die Kinder ist.

Ich finde das einen Skandal. Aber einen, dem man relativ schnell begegnen könnte. Mit einem gesetzlichen Mindestlohn nämlich.

Die Frage, die man sich jetzt berechtigterweise stellen kann, ist, warum „die da oben“ ihn nicht schon längst eingeführt haben. Ganz einfach, weil einige „der da oben“ das nicht wollen. Anderen voran die Union, die sich in diesem Konflikt als Gralshüterin der Tarifautonomie aufspielt und die Aufgabe den Tarifparteien zuschiebt (die zumindest was die Arbeitnehmerseite angeht, immer mehr unter Druck geraten sind in den letzten Jahren und eher Standards sichern als ausbauen können…). Deswegen gibt es noch keinen Mindestlohn. Und wird es mit schwarz-gelb (weil natürlich auch die FDP dagegen ist – „zu starker Eingriff in den Markt“…) auch in Zukunft nicht geben. Für 6,5 Millionen und diejenigen, die, sollte der Niedriglohnbereich weiterhin so stark wachsen, in den nächsten Jahren noch dazukommen.

Das ist für mich ein Kompass in meiner Bundestagswahlentscheidung (abseits von vielen anderen guten Gründen). Ich möchte eben, dass alle ein existenzsicherndes Einkommen haben. 7,50 € Mindestlohn – wie ihn die SPD fordert – sind da sicherlich nicht zu hoch gegriffen. Im Gegenteil. Aber man sollte mit etwas anfangen. Mindestens 7,50€ eben. Und dann denn Mindestlohn soweit steigern, dass niemand mehr unter dem Existenzminimum leben muss.

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Ein Kommentar

  1. HierwegenEuch sagt:

    Die ganze Debatte um Mindestlohn, Dumpinglohn, HartzIV usw. wären überflüssig, wenn sich die Politik mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen beschäftigen würde.
    Einige Parteien haben da schon erste Überlegungen angestellt (CDU, GRÜNE), interessanterweise ist die SPD, an der Spitze A.Nahles, konsequent dagegen.
    Vielleicht finden die JUSOS zu diesem Thema mal einen Einstieg, denn die Politiker an der Spitze der Parteien haben Angst vor einem von Zwang befreiten Volk.

    Also liebe Mitstreiter hier, nicht jammern, macht einfach mit.
    Hier einige interessante Links:

    http://www.grundeinkommen-bundestag.de/
    http://www.buergerinitiative-grundeinkommen.de/

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