Wer sich nicht wehrt, endet am Herd
hieß ein Leitspruch der Frauenbewegung den frühen 70er Jahren. 2009 ist er mit dem
Betreuungsgeld bzw. der Herdprämie wieder aktuell. Deutschland dreht den Fortschritt rückwärts: Frauen sollen endlich wieder dahin, wo sie vor allem die CSU sehen will: an den heimischen Herd. Fortschritte der letzten Jahre, wie der Ausbau der Kinderbetreuung, die Einführung der Vätermonate, die Erhöhung der Bildungschancen von Kindern durch frühkindliche Bildung. Alles egal: Deutschland als Rückschritts-Weltmeister.
Absurderweise ist es dennoch das erklärte Ziel im Koalitionsvertrag, dass „möglichst viele Kinder geboren werden“.
Wie erreicht man dieses Ziel? In dem man befördert, dass junge Frauen möglichst zu Hause bleiben?
Gängige Untersuchungen zeigen. Eine Familie zu gründen ist schwierig. Es fehlt jungen Menschen vor allem Sicherheit:
• Schlechte Löhne
• befristete Anstellungen
• steigende Wochenarbeitszeiten
• Wegfall staatlicher Absicherungen
• fehlende Kinderbetreuungsmöglichkeiten
• beruflich verlangte örtliche Flexibilität
• Angst vor Arbeitslosigkeit
belasten junge Menschen. Beziehungen werden unter diesen Belastungen schwieriger.
Wer mehr Kinder möchte, sollte daher junge Menschen im Familien- und Arbeitsleben unterstützen. Junge Paare möchten sichere Arbeitsplätze und soziale Absicherung, sie wollen die Familienarbeit unter sich aufteilen, auf gute Kinderbetreuung zurückgreifen und flexible Arbeitszeitmodelle im Arbeitsfeld nutzen. Vereinbarkeit für Männer und Frauen statt alter Rollenmuster sind hier gefragt.
Frauen zurück an den Herd und Kinder zurück zu weniger Bildungschancen. Das ist die Politik von schwarz/gelb. Eine Politik, die den Ansprüchen junger Familien nicht gerecht wird und Kindern vor allem aus sozial schwachen Familien Bildungschancen nimmt. Wer sich nicht wehrt, endet am Herd. Junge Frauen und Männer WEHRT EUCH!
Tags: Bildung, CSU, Familie, Gleichstellung, Herdprämie, Kinder, Koalitionsvertrag











Freitag, 6.November 2009 von Bettina Schulze
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