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6% mehr jobbende Studierende – Studiengebühren gehören abgeschafft! – Sofort!

Freitag, 23.April 2010 von

Aktuell, Schwarz/ Gelb

Die 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) ist raus und dieses Mal ist insbesondere das Thema Bildungsgebühren im Vordergrund.

Hier sind die wichtigsten Ergebnisse des DSW:

Studierende haben im Schnitt 812 Euro im Monat zur Verfügung. 87% von ihnen werden von ihren Eltern finanziell unterstützt. 66% der Studierenden jobben neben dem Studium, im Schnitt 13,5 Stunden die Woche. Bachelor –Studierende haben eine 44-Studenten-Woche. Von 100 Akademiker-Kindern studieren 71, von 100 Kindern aus Familien ohne akademische Tradition schaffen nur 24 den Sprung an die Hochschule.

Die 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks zeigt, dass für Studierende aus höheren sozialen Herkunftsgruppen meist die Eltern die Studiengebühren bezahlen. Studierende aus sozial schwachen Familien müssen vermehrt arbeiten, um die finanzielle Mehrbelastung durch Studiengebühren abdecken zu können. Gleichzeitig sind ihre Eltern am Ende ihrer finanziellen Möglichkeiten angekommen. Erstmals seit 1991 ist der Anteil an der Studienfinanzierung, der von den Eltern getragen wird, zurückgegangen. Gleichzeitig ist der Anteil der jobbenden Studierenden im Vergleich zur letzten Sozialerhebung um sechs Prozent angestiegen.

Gerade der Anteil rasant steigende Anteil an jobbenden Studierenden macht deutlich, dass Studiengebühren nicht wie manche CDU-Politiker meinen, nebenbei finanziert werden können, sondern Studierende ihr gesamtes Studium aufs Risiko setzen müssen, da Ihnen vor lauter Arbeit keine Zeit fürs Lernen mehr bleibt. Gerade in Zeiten des neuen Leistungsdrucks mit Bachelor und Master ist das ein völlig falsches Signal.Zum Teil ist es überhaupt nicht (mehr) möglich, ein angemessenes Studium zu absolvieren, Seminare vor- und nachzubearbeiten und gleichzeitig abends noch kellnern zu gehen. Die Sozialerhebung beweist jetzt schwarz auf weiß, was wir von Anfang an gesagt haben: Studiengebühren sind vor allem für diejenigen ein Problem, die aus finanziell schwachen Familien kommen, und verstärken somit die soziale Selektivität unseres Bildungssystems!

Die Zahlen zeigen, dass für eine Verringerung der sozialen Selektivität unseres Bildungssystems zwei Dinge unumgänglich sind: Die Abschaffung aller Bildungsgebühren und eine bedarfsdeckende, eltern- und altersunabhängige flexible Studienfinanzierung anstelle eines elitefördenden Stipendiensystems ohne jede Sicherheit!

Damit beginnen können wir am 9. Mai in NRW. Dort müssen die Rüttgers’schen Studiengebühren sobald wie möglich abgeschafft werden, soll die soziale Schere gerade an den Hochschulen nicht weiter auseinander gehen.

Zur 19. Sozialerhebung:
Von der wirtschaftlichen und sozialen Lage der 2,1 Millionen Studierenden in Deutschland zeichnet die 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks ein genaues, zuverlässiges Bild. 16.370 Studierende von 210 Hochschulen haben im Sommer 2009 an der Befragung teilgenommen. Die Studie enthält außerdem exklusive Daten zur Bildungsbeteiligung und zur sozialen Herkunft der Studierenden.
Die regelmäßigen Sozialerhebungen werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und wissenschaftlich durchgeführt vom Hochschul-Informations-System (HIS)

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