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GelöbNIX! Gedanken zur zunehmenden Militarisierung

Mittwoch, 19.Mai 2010 von

Aktuell, Internationales

Am 30. Juli 2010 findet in Stuttgart auf dem Schlossplatz ein öffentliches Gelöbnis statt. Ein breites Bündnis hat zu dessen Verhinderung aufgerufen. Linke Spinner, sagen die einen. Gefährliche Tendenzen für die Gesellschaft sehen die anderen.

Militarisierung räumlich und inhaltlich

Militarisierung einer Gesellschaft bedeutet, dass die BürgerInnen Militär und militärisches Handeln als normal empfinden. Das Militär in der Gesellschaft akzeptiert und grundsätzlich als korrekt angesehen wird. Militarisierung bedeutet auch, dass das Militär einen großen Raum innerhalb der Gesellschaft einnimmt. Dies ist sowohl räumlich, als auch inhaltlich gemeint. Wenn man sich also gegen öffentlich Gelöbnisse wendet, dann wendet man sich unter anderem gegen die Umstand, dass das Militär einen zentralen und wichtigen Platz in einer Komune für mehrere Stunden besetzt. Einen Raum, der den BürgerInnen gehört. Die Verdrängung des Militärischen aus dem öffentlichen Raum, ist das Ziel der BlockierInnen und aus dieser Sichtweise konsequent. Öffentlicher Raum für Militär, bedeutet eben auch inhaltlicher Raum für das Militär.

Militarisierung als nationalistisches Moment

Öffentliche Gelöbnisse werden in Deutschland seit langem diskutiert. Auch der Afghanistan Einsatz erfährt eine heftige Diskussion. Der Einsatz ist einer der Gründe dafür, warum das Verhältnis von Militär und Gesellschaft wieder neu definiert wird. Es töten und sterben (wieder) deutsche Soldatinnen und Soldaten. Dieser Umstand trägt die Diskussion stärker in die Gesellschaft hinein, als der Umstand, dass in Afghanistan seit 2001 täglich viele Menschen unterschiedlichster Nationen und vor allem afghanischer Herkunft sterben. Die erneute Diskussion und Verstärkung der militärischen Symbolik hat also einen starken nationalistischen Hintergrund.

Hinweise zur fortschreitenden Tendenz

Egal, wie man zum Afghanistan Einsatz steht. Die fortschreitende Militarisierung unserer Gesellschaft ist umfassend zu beobachten. Anbei drei Beispiele:

• Nach den Luftangriffen von Kunduz, plant die Bundesregierung, einen besonderen Gerichtsstand für Soldaten einzurichten. Bestimmte Staatsanwälte und Richter wären zentral für die Verhandlung von Straftaten, die Soldaten im Rahmen von Auslandseinsätzen begehen, zuständig. Offizielles Ziel ist es, die Verfahren gegen deutsche Soldaten zu beschleunigen. „Der Plan befördert eine gefährliche Nähe zwischen Militär und Justiz. Das Vorhaben würde eine persönliche und inhaltliche Nähe zwischen militärischer Einsatzleitung und Staatsanwaltschaft schaffen, die rechtsstaatlich gefährlich ist“, bewerten diesen Schritt Expertinnen und Experten.

• Frau Merkel greift zu „Tapferkeitsmedaillen“ um die Moral der Soldatinnen und Soldaten zu heben. Diese Medaillen wurden nach dem 2. Weltkrieg bewusst in die Schublade verfrachtet und werden nun wieder hervor gekramt.

• Kritik am Afghanistan Einsatz wird von führenden politischen Persönlichkeiten zunehmend mit fehlender Unterstützung für die “deutschen Soldatinnen und Soldaten” gleichgesetzt und als Vorwurf an die Bevölkerung zurück gegeben .Dabei geht es den Menschen, die den Einsatz kritisieren, ja oftmals genau um das Leben dieser Soldatinnen und Soldaten und anderer Menschen.

Diese Tendenzen werden sich mit zunehmender Verwicklung des deutschen Militärs in Kriege und internationale Einsätze weiter verstärken.

Es gilt als linker Jugendverband, diese Tendenzen nicht zuzulassen. Das hat nichts mit linker Spinnerei zu tun, sondern damit, das Durchdringen unserer Gesellschaft durch das Militär nicht zuzulassen. Deshalb: GelöbNIX. 30. Juli 2010 in Stuttgart.

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24 Kommentare

  1. Tim Schwarz sagt:

    Dieser Artikel greift mMn viel zu kurz und verkennt den Sinn eines öffentlichen Gelöbnisses. Ich stimme Dir zu bei der Einschätzung, dass die Einführung einer Tapferkeitsmedaille und die Schaffung einer speziellen Militärjustiz gefährliche Tendenzen sind. Diese Dinge sollten viel mehr in der Öffentlichkeit diskutiert werden.
    Öffentliche Gelöbnisse zeigen meiner Ansicht nach aber genau das Gegenteil dessen, was in dem Artikel behauptet wird. Es ist keine zunehmende Militarisierung der Gesellschaft, sondern zeigt, dass die Grundwehrdienst leistenden Soldaten auf Grundlage und unter Anerkennung der Werte Recht und Freiheit ihren Dienst leisten. In dem Umstand, dass dies in einem feierlichen Rahmen stattfindet kann ich keinen Kritkpunkt feststellen. Auf keinen Fall ist die Tendenz durch öffentl. Gelöbnisse zunehmend, da diese bereits seit 1980 stattfinden.

    Sozialistische Grüße aus Dortmund
    Tim

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  2. Christian S. sagt:

    “Einen Raum, der den BürgerInnen gehört.”

    Auch die Bundeswehr besteht aus Bürgerinnen und Bürgern. Und diese haben einen Anspruch auf einen Teil des öffentlichen Raumes.

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  3. Karl sagt:

    @Tim

    Im Namen der (deutschen) Nation wird gemordet.
    Nation spalten die Menschen und sind letztendlich nichts als Wahn, nachdem jedes bürgerliche Individuum greift um seine Existenz zu rechtfertigen, wenn dies nicht durch eine Verwertung geschehen kann.
    Niemand kann definieren was ein deutsche ist oder was deutsche Nation ist. Es wird nur definiert was es nicht sind und das beschneidet schon die Freiheit eines jeden einzelnen.
    Wenn das versucht wird dieses von staatlicher Seite hervorzuheben und als besonders darzustellen, dann ist das eine offene Kampfansage und konterrevolutionär.

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  4. Web sagt:

    Dieser Artikel greift mMn viel zu kurz und verkennt den Sinn eines öffentlichen Gelöbnisses. Ich stimme Dir zu bei der Einschätzung, dass die Einführung einer Tapferkeitsmedaille und die Schaffung einer speziellen Militärjustiz gefährliche Tendenzen sind. Diese Dinge sollten viel mehr in der Öffentlichkeit diskutiert werden.Öffentliche Gelöbnisse zeigen meiner Ansicht nach aber genau das Gegenteil dessen, was in dem Artikel behauptet wird. Es ist keine zunehmende Militarisierung der Gesellschaft, sondern zeigt, dass die Grundwehrdienst leistenden Soldaten auf Grundlage und unter Anerkennung der Werte Recht und Freiheit ihren Dienst leisten. In dem Umstand, dass dies in einem feierlichen Rahmen stattfindet kann ich keinen Kritkpunkt feststellen. Auf keinen Fall ist die Tendenz durch öffentl. Gelöbnisse zunehmend, da diese bereits seit 1980 stattfinden.
    +1

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  5. Dominik K. sagt:

    @Christian

    Soldaten sind genau wie Polizisten die Exekutive eines Staates und damit keine BürgerInnen, bis sie ihre Uniform ausziehen.

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  6. Cri sagt:

    @Tim:
    leider werden die SoldatInnen leider eben nicht auf diese Werte vereidigt, sondern auf Loyalität gegenüber dem Staat.
    Zitat unseres Aufrufs:
    “Die Zeremonie selbst steht den Grundwerten einer zivilen, emanzipatorischen und friedlichen Gesellschaft entgegen. Das Strammstehen, das gleichgeschaltete Marschieren, das Bewegen aufgrund militärischer Kommandos sowie die Wiederholung von Gelöbnisformeln lassen die einzelnen Personen unmündig und ihrer Individualität beraubt erscheinen. Es geht um die öffentliche Demonstration des Prinzips von Befehl und Gehorsam, um Hierarchie, um die Vereinnahmung des Individuums in eine Tötungsmaschinerie. Die Soldaten und Soldatinnen werden nicht aufs Grundgesetz, sondern auf den Staat vereidigt, unabhängig vom Inhalt der Politik, für die sie kämpfen sollen.”

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  7. Tim Schwarz sagt:

    @ Dominik: dann sind jegliche Beamte und die komplette Bundesregierung also keine Bürger (alles Mitglieder der Exekutive)!?
    Weiterhin geloben bei einem Gelöbnis nur Grundwehrdienstleistende!

    @Cri: bei einem öffentlichen Gelöbnis wird niemand vereidigt! Grundwehrdienstleistende geloben dort lediglich. Insofern stellt es nur besonders den (Grundwehrdienst leistenden) Staatsbürger in Uniform in den Mittelpunkt. Insofern stellt die Bundeswehr dort in besonderer Weise dar, wie gefestigt die Werte der inneren Führung mit unserer Demokratie verbunden sind.
    Ein öffentliches Gelöbnis ist auch deshalb besser, weil es eben nicht in einer abgeschlossenen Parallelwelt hinter verschlossenen Kasernentoren stattfindet und die Bundeswehr auch so in unsere Gesellschaft eingebunden wird. Hierbei geht es in der öffentlichen Demonstration und nicht um das Prinzip von Befehl und Gehorsam. Wobei dieses Prinzip heute auch deutlich anders aufgefasst wird als innerhalb der Wehrmacht!

    Im übrigen schwant mir, dass mancher nicht weiß was gelobt wird, deswegen hier der Text: “Ich gelobe, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.”

    Als letzte Bemerkung von mir zum Thema:
    Natürlich ist die Utopie einer pazifistischen Welt ein hehres Ideal, welches auch ich teile. Aktionen, wie die Demonstration gegen ein öffentliches Gelöbnis sind aber überhaupt nicht förderlich um diese Utopie zu erreichen!

    sG
    Tim

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  8. Deniz sagt:

    @Tim,

    Der primäre Sinn solcher öffentliche Gelöbnisse ist eben die neuen RekrutInnen aufeinander einzuschwören, sie bewusst werden lassen, dass sie nun mehr keine Individuen sondern vielmehr Teile einer Maschinerie sind. Um dieses für die einzelnen leichter ertragbar zu machen wird dem ganzen ein “feierlicher” Rahmen gesetzt. Gleichzeitig wird damit versucht an das Nationalgefühl der Beteilligten und vor allem der Öffentlichkeit zu appelieren. Enstprechend ist die Dramarturgie gestaltet – u.A. mit Fahnen und dem gemeinsamen singen der Nationalhymne. Das ganze ist darauf ausgelegt eine “Gänsehautstimmung” bei den Beteilligten und den ZuschauerInnen zu erzeugen und sie eben emotional positiv an das Militär zu binden. Diese Tatsache sollte bei allen DemokratInnen eine Gänsehaut erzeugen – aber nicht wie gewünscht im positiven Sinn.
    Durch solche öffentlichen Auftritt wird versucht das Image der Bundeswehr in der Öffentlichkeit aufzupolieren.
    Die Tatsache das die Gelöbnisse bereits seit den 80er Jahren wieder in Deutschland stattfinden macht es nicht besser. Ich möchte dazu nur eine Frage aufwerfen: Warum finden sie erst seid den 80er Jahren statt? Weil damals durch die erstarkte Friedensbewegung immer mehr Kritik am Millitär stattfand und immer weniger Junge Männer freiwillig den Dienst an der Waffe aufnehmen wollen. Davor gab es ein solches Gelöbnis lange Zeit nicht. Genaugenommen gab es öffentliche Gelöbnisse nicht mal in Preußen. Es gab sie nur einmal in der Deutschen Geschichte – rate mal wann. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs und der Befreiung vom Nationalsozialismus hat man bewusst Abstand davon genommen das Millitär offen zur schau zu stellen und zu propagieren. Man wollte sich abgrenzen von der Vermischung von Staat und Soldatentum. Gerade die SPD ist für eine emanzipatorische BürgerInnengesellschaft bestehend aus aufgeklärten StaatsbürgerInnen eingetreten, die sich eben von der “Treue und Gehorsamspflicht” der “Volksgenossinnen- und Genossen” und vorher der “Untertanen” abgrenzt.
    Gerade das Soldatentum setzt dies aber vorraus.
    Heute gilt dies, wie Bettina richtig anführt mehr den je in der Nachkriegsgeschichte. Noch nie war Deutschland an sovielen Auslandseinsätzen beteiligt. Noch nie hat Deutschland in der Nachkriegsgeschichte Krieg geführt – bis jetzt. Zum Glück hat die Bundeswehr noch nie so viele Probleme gehabt an neue RekrutInnen zu gelangen. Daher ist es in der Logik des Militärs nur folgerichtig sich jedes Mittels zu bedienen sich mehr Akzeptanz und mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Das Gelöbnis ist ein Teil davon. Und deshalb sollten gerade wir als Jusos dem Kritisch gegenüberstehen.
    In einem Punkt hast du aber Recht: der Artikel umfasst nur einen winzigen Teil, einen Ausschnitt dessen was in den letzten Jahren und aktuell für Anstrengungen Unternommen werden um den Militarismus in Deutschland wieder voranzutreiben. Aber dies würde den Rahmen eines einzelnen Blogbeitrags sprengen.

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  9. Tim Schwarz sagt:

    Warum wird es in solchen Diskussionen eigentlich immer so schnell veschwörungstheoretisch!?

    Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee punkt. Es gibt keinen beginnenden, wieder erstarkenden wie auch immer Militarismus. Natürlich gibt es Entwicklungen (Tapferkeitsmedaille, Bundeswehrehrenmal, oä.) die kritisch zu hinterfragen sind.
    Aber ganzheitlich und realistisch betrachtet geht es (in der aktuellen Welt) nicht ohne Militär! Da finde ich es gut, dass sich die Bundeswehr deutlich von deutschen Vorgängern unterscheidet (insbesondere durch das Prinzip der Inneren Führung).
    Und genau diese Feststellung ist das, was ihr nicht einseht.
    Da werden wir uns wohl auch nicht annähern. Von daher wars das von mir zum Thema.

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  10. Igor sagt:

    @Tim: Man muss nicht an eine Verschwörung glauben, um öffentliche Gelöbnisse schlecht zu finden. Prinzipiell steht es -meiner Meinung nach- einer Demokratie einfach nicht gut zu gesicht Militärische Rituale (welche auch immer es seien) zu öffentlichen Werbeveranstaltungen für das Militär umzuwandeln.

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  11. Leon sagt:

    Ich komme selber aus Stuttgart und bin auch am Bündnis beteiligt!
    Für mich kann ich nur sagen: Ich will die Bundeswehr nicht auf einem öffentlichen platz sehen, von mir aus können sie in irgend einem Waldstück ihre “Zeremonien” praktizieren!
    Aber nicht in meiner Stadt!!

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  12. Christian S. sagt:

    “Soldaten sind genau wie Polizisten die Exekutive eines Staates und damit keine BürgerInnen, bis sie ihre Uniform ausziehen.”

    Alles klar. Mal eben den Beamtinnen und Beamten, die unsere Sicherheit garantieren, die Bürgerrechte aberkannt. Widerlich.

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  13. Matthias Genchi sagt:

    Um was es hier geht ist, dass die Bundeswehr auf dem Schlossplatz das ganze macht. Das ist für uns aus der Gegend um Stuttgart so als ob sie es vor dem Bundestag machen. Das geht einfach nicht.
    Ich werde auch blockieren!

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  14. Jay sagt:

    @Cri
    bei jeder feuerwehr wird mit befehlen, gehorsam und hierarchie gearbeitet. Sind das dann auch alles personen die unmündig und ihrer individualität beraubt sind?
    -
    zum thema medallien kann man nur sagen, dass in der ehem. ddr für jeden stuss medallien vergeben wurden.
    -
    desweiteren ist die aussage “Soldaten sind genau wie Polizisten die Exekutive eines Staates und damit keine BürgerInnen.” einfach nur lächerlich.
    -
    Oder-Flut!!! mal so als stichwort
    -
    zur Bundeswehr mag man stehen wie man will, aber was man meiner meinung nach nicht vergessen darf ist folgendes.

    die soldaten die an diesem gelöbnis teilnehmen, tun dies freiwillig. es steht jedem grundwehrdienstleistenden frei dies zu tun oder eben nicht.
    die jungen soldaten sind also auf eigenen willen dort – was ja schon mal für ein klar denkendes und selbständig handelndes individuum spricht – sie freuen sich darauf mit ihren kameraden zusammen den gelöbnistext zu sagen.
    man sollte also auch die soldaten respektieren, die für die rechte und die freiheit der bevölkerung eintreten. das ist eine verantwortung die nicht einfach so belanglos ist und daher sollte man die soldaten nicht dabei stören.

    das sollte man mitbringen wenn man in der spd und bei den jusos mitreden will, den respekt untereinander. und daher auch den respekt gegenüber den jungen männern und frauen, die sich dazu entschlossenhaben zur bundeswehr zu gehen.

    eine sachliche diskussion, in der die fakten klar offengelegt werden und eine beteiligung aller, bringt mehr.

    mit der aussage von reinhold robbe (spd) ehem. wehrbeauftragter möchte ich schließen:
    “Mehr Mitgefühl für diejenigen, die im Auftrag unserer Gesellschaft ihr Leben riskieren.”

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  15. Fabian sagt:

    “Mehr Mitgefühl für diejenigen, die im Auftrag unserer Gesellschaft ihr Leben riskieren.”

    dem kann ich nur zustimmen.

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  16. Tobi sagt:

    Nur mal so nebenbei, ja jeder Beamte, vor allem Soldaten, aber auch ZDL’s geben einen beträchtlichen Teil ihrer Freiheitsrechte/Bürgerrechte ab. Dafür sind nicht die Linken Spinner, sondern Väterchen Staat verantwortlich. So gesehen wird die Mähr vom Bürger in Uniform ziemlich schnell ziemlich brüchig. Das ist einfach so und ganz Ehrlich, warum braucht die Bundeswehr diesen prähistorischen Quatsch? Für was soll denn dieser Parade Schawchsinn gut sein, außer niedere In and Out Group Verhaltensweisen und Hirarchie-Verhältnisse zu manifestieren und zu praktizieren… Beim Taliban töten hilft, der Parade, Nationalhymne… Pomp-Quatsch schon mal nicht. Meine Verachtung gilt mit nichten den SoldatInnen, aber mit Sicherheit den Inneren Prinzipien, die auch in der Bundeswehr, wie in jeder Armee gelten. Zum Thema Militarisierung der Gesselschaft, bei uns in der Schule war kurz vor dem ABI so ein toller Öfnetlichkeitsoffizier oder wie das heißt und hat uns erzählt wie “geil” es ist Panzer zu fahren usw., das Risiko in einem zweifelhaften Auslandseinasatz Leib Leben zu riskieren oder evtl. Unschuldige zu töten war da nicht so richtig Thema…

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  17. Georg sagt:

    Hallo,

    also ich gebe der Bettina inhaltlich
    vollkommen Recht. Den ich stelle auch
    eine zunehmende Militarisierung unserer
    Gesellschaft fest. Diese Entwicklung
    gefällt mir nicht.

    MfG

    Georg

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  18. SEO Why sagt:

    Der primäre Sinn solcher öffentliche Gelöbnisse ist eben die neuen RekrutInnen aufeinander einzuschwören, sie bewusst werden lassen, dass sie nun mehr keine Individuen sondern vielmehr Teile einer Maschinerie sind. Um dieses für die einzelnen leichter ertragbar zu machen wird dem ganzen ein “feierlicher” Rahmen gesetzt. Gleichzeitig wird damit versucht an das Nationalgefühl der Beteilligten und vor allem der Öffentlichkeit zu appelieren. Enstprechend ist die Dramarturgie gestaltet – u.A. mit Fahnen und dem gemeinsamen singen der Nationalhymne. Das ganze ist darauf ausgelegt eine “Gänsehautstimmung” bei den Beteilligten und den ZuschauerInnen zu erzeugen und sie eben emotional positiv an das Militär zu binden. Diese Tatsache sollte bei allen DemokratInnen eine Gänsehaut erzeugen – aber nicht wie gewünscht im positiven Sinn.Durch solche öffentlichen Auftritt wird versucht das Image der Bundeswehr in der Öffentlichkeit aufzupolieren.Die Tatsache das die Gelöbnisse bereits seit den 80er Jahren wieder in Deutschland stattfinden macht es nicht besser. Ich möchte dazu nur eine Frage aufwerfen: Warum finden sie erst seid den 80er Jahren statt? Weil damals durch die erstarkte Friedensbewegung immer mehr Kritik am Millitär stattfand und immer weniger Junge Männer freiwillig den Dienst an der Waffe aufnehmen wollen. Davor gab es ein solches Gelöbnis lange Zeit nicht. Genaugenommen gab es öffentliche Gelöbnisse nicht mal in Preußen. Es gab sie nur einmal in der Deutschen Geschichte – rate mal wann. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs und der Befreiung vom Nationalsozialismus hat man bewusst Abstand davon genommen das Millitär offen zur schau zu stellen und zu propagieren. Man wollte sich abgrenzen von der Vermischung von Staat und Soldatentum. Gerade die SPD ist für eine emanzipatorische BürgerInnengesellschaft bestehend aus aufgeklärten StaatsbürgerInnen eingetreten, die sich eben von der “Treue und Gehorsamspflicht” der “Volksgenossinnen- und Genossen” und vorher der “Untertanen” abgrenzt.Gerade das Soldatentum setzt dies aber vorraus.Heute gilt dies, wie Bettina richtig anführt mehr den je in der Nachkriegsgeschichte. Noch nie war Deutschland an sovielen Auslandseinsätzen beteiligt. Noch nie hat Deutschland in der Nachkriegsgeschichte Krieg geführt – bis jetzt. Zum Glück hat die Bundeswehr noch nie so viele Probleme gehabt an neue RekrutInnen zu gelangen. Daher ist es in der Logik des Militärs nur folgerichtig sich jedes Mittels zu bedienen sich mehr Akzeptanz und mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Das Gelöbnis ist ein Teil davon. Und deshalb sollten gerade wir als Jusos dem Kritisch gegenüberstehen.In einem Punkt hast du aber Recht: der Artikel umfasst nur einen winzigen Teil, einen Ausschnitt dessen was in den letzten Jahren und aktuell für Anstrengungen Unternommen werden um den Militarismus in Deutschland wieder voranzutreiben. Aber dies würde den Rahmen eines einzelnen Blogbeitrags sprengen.
    +1

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  19. Georg sagt:

    Hallo Bettina,

    möchte noch folgendes Zitat von
    Henry Havelock Ellis mitteilen:

    ” Es gibt nichts, was Krieg erreicht hätte,
    das nicht besser ohne Krieg erreicht
    worden wäre “.

    LG

    Georg

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  20. Bettina sagt:

    Danke. Ein schönes Zitat!

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  21. S. W. sagt:

    ” Es gibt nichts, was Krieg erreicht hätte,
    das nicht besser ohne Krieg erreicht
    worden wäre “.

    Wer das ernsthaft glaubt, sollte sich vielleicht mal daran erinnern, daß tausende von KZ-Insassen nicht durch Sitzblockaden friedliebender Blumenkinder befreit worden sind. Auch die Demokratie muß nötigenfalls mit Waffengewalt verteidigt werden. Ob das gerade in Afghanistan getan wird, sei mal dahingestellt. Aber eine Gesellschaft, die grundsätzlich nicht kämpfen will oder kann, muß andere dafür heranziehen, was ein wesentlicher Schritt in ein Abhängigkeitsverhältnis ist.

    Wir brauchen also in unser aller Interesse ein Militär. Jedes Militär aber stützt sich auf Traditionen und auf ideelle Anreize, denn allein für einen nicht eben üppigen Gehaltsscheck wird kaum jemand freiwillig Heim und Familie verlassen und täglich dem eigenen Selbsterhaltungstrieb zuwiderhandeln. Daher Uniformen, Medaillen, Rituale (z. B. Gelöbnisse), Korpsgeist. Außerdem ist das Militär zwangsläufig auf Hierarchie, Disziplin und Gehorsam angewiesen, allein schon, um die im Krieg zwangsläufig ausgeübte Gewalt nicht außer Kontrolle geraten zu lassen. Das kann man beklagen oder glorifizieren, oder man findet sich damit ab, denn letztendlich ist es einfach so.

    Wer nicht verstehen will, daß Demokratie, Militär und Nationalstaat eng miteinander verwoben sind, wer sich gut und edelmütig vorkommt, wenn er den Soldaten jegliche Formen von Gemeinschaftsbildung und öffentlicher Anerkennung verweigert, wer Militarisierung schon darin zu erkennen glaubt, daß “Militär in der Gesellschaft akzeptiert und grundsätzlich als korrekt angesehen wird”, der lebt in einer anderen Realität und hat zudem den Begriff “Militarisierung/Militarismus” nicht verstanden.

    Überhaupt – ein öffentliches Gelöbnis mit ein wenig Humptata-Musik, ein bischen Stillstehen und Rühren und ein paar Reden von Landrat und Bürgermeister, wie militaristisch ist das eigentlich, etwa im Vergleich zu Filmen wie “Saving Private Ryan” oder “Blackhawk Down”, die das heroische jungmännliche Soldatentum verherrlichen wie sonst nur Ilias und Beowulf? Diese Filme sind in ihrer Wirkung auf die Allgemeinheit geschätzte 10.000x stärker als jedes Gelöbnis, das die BW jemals veranstaltet hat und veranstalten wird. Wieso richtet ihr euch nicht dagegen?

    Aber eine Kampagne gegen US-Filme könnte natürlich nicht dazu dienen, dem politischen Establishment der BRD militaristische und faschistoide Tendenzen zu unterstellen. Und letztendlich geht es bei Gelöbnix ja genau darum. Ihr richtet euch im Prinzip gegen die bürgerliche Gesellschaft, da wärt ihr doch bei der Linkspartei fast besser aufgehoben. Glaubt ihr denn, daß ihr der SPD und der BRD mit solchen Aktionen an der Seite von Linksradikalen und Linksextremen nutzt?

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  22. Deniz sagt:

    Für alle die immer noch nicht sehen wollen das Deutschland immer stärker versucht millitärische und imperialistische Gedankengut zu verbreiten ein aktuelles Zitat auf SPON (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,696982,00.html) von “unserem” Bundespräsidenten.

    “Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen. Alles das soll diskutiert werden und ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.”

    Der Anfang ist bezeichnend und erschreckend zugleich: “Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen…”
    “Wir” beginnen zu verstehen – warum? auf Grund der immer stärker werdenden Propaganda und öffentlichkeits Arbeit – vor diesem Hintergrund ist auch offenes werben für die Bundeswehr, auch in Form eines Gelöbnisses, nicht weniger als Werbung für den Imperialismus, der um gut zu funktionieren auch einen hohen Grad der Militarisierung benötigt…

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  23. Rainer sagt:

    Sooo..zum Thema breites Bündnis.
    AGIF – Föderation der ArbeitsmigrantInnen in Deutschland
    AKI – Arbeitskreis Internationalismus Stuttgart
    AIL – Antifaschistische Initiative Leonberg
    Attac Regionalgruppe Schorndorf
    ATIK – Konföderation der ArbeiterInnen aus der Türkei in Europa
    ATIK-YDG – Neue Demokratische Jugend
    DFG-VK Baden-Württemberg
    DGB-Jugend Nordwürttemberg
    DIDF-Jugend
    DIE LINKE. Kreisverband Stuttgart
    DIE LINKE. Landesverband Baden-Württemberg
    DKP Baden-Württemberg
    DKP Stuttgart
    FAU Stuttgart
    Friedensnetz Baden-Württemberg
    Fraktion SÖS & DIE LINKE. im Stadtrat
    JD/JL – JungdemokratInnen/Junge Linke
    Jusos – Stuttgart
    LB² – Libertäres Bündnis Ludwigsburg
    Linksjugend [´solid] Baden-Württemberg
    Linksjugend [´solid] Stuttgart
    Marxistische Aktion Tübingen
    Münchner Bündnis gegen Krieg und Rassismus
    OAB – Offenes Antifaschistisches Bündnis Kirchheim
    OTKM – Offenes Treffen gegen Krieg & Militarisierung Stuttgart
    PaKo – Palästina Komitee Stuttgart
    Revolutionäre Aktion Stuttgart
    SJD – Die Falken Kv Bühl-Ortenau
    Venceremos Gaggenau – Zentrum für Gegenkultur

    dazu noch eine interessante Seite..www.bamm.de….dann wißt ihr auch ganz genau welch geistes Kinder mit euch marschieren.

    Und wenn wir uns das mal alle ganz genau durchlesen werden wir fest stellen dass hier wohl eine nicht geringe Zahl verfassungsfeindliche Tendenzen zeigt, bzw fragwürdige Positionen vertritt. als Sozialdemokrat kann und werde ich mich nicht vor solch eine Melange spannen lassen!!!!!! Niemals!.

    Sozialdemokratische Grüße Rainer

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  24. Robert Spönemann sagt:

    Der Kommentar von “unwichtig” wurde gelöscht, weil er gegen unsere Netiquette verstoßen hat.

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