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Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein Team?

Mittwoch, 28.Juli 2010 von

Aktuell, Arbeit & Soziales

Gelbe Sonne roter Hintergrund

Mit einem seltenen gemeinsamen Vorstoß wollen Arbeitgeber und der DGB die Tarifeinheit gesetzlich sichern, die zuletzt vom Bundesarbeitsgericht infrage gestellt worden ist. Wenn sich in einem Betrieb mehrere Tarifverträge überschneiden, soll nach ihren Vorstellungen nur der Tarifvertrag mit der Gewerkschaft gelten, die die meisten Mitglieder in dem Betrieb hat. Für die Laufzeit dieses Tarifvertrages würde dann in dem Betrieb auch für andere Gewerkschaften die Friedenspflicht gelten. Zu einem Arbeitskampf könnten Spartengewerkschaften, die eigene Tarifverträge für spezielle Berufsgruppen in dem Betrieb anstreben, dann erst nach Ende der Laufzeit aufrufen. Die Arbeitgeber wünschen sich Klarheit und Berechenbarkeit an der Tariffront. Das ist verständlich. Aber auch für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist es wichtig, dass es klare, unmissverständliche vertragliche Vereinbarungen gibt. Für uns ist es wichtig, dass bestehende Tarifverträge der mitgliederstärksten Gewerkschaften im Betrieb gelten und nicht durch den Abschluss so genannter „speziellerer“ Tarifverträge von Spartengewerkschaften beiseitegeschoben werden.

DGB-Chef Michael Sommer und Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt präsentierten den Vorschlag nach mehr als zweijährigen Verhandlungen. Die Tarifeinheit sei “unverzichtbar, weil wir uns nicht mehrfach und dauernd Tarifkonflikte in den Betrieben leisten können”, sagte Hundt. Die Friedenspflicht werde untergraben, wenn für jede Berufsgruppe jederzeit neue Tarifkonflikte entstehen könnten.

Zur Tarifautonomie gehört die Tarifeinheit. Das Prinzip „Ein Betrieb – ein Tarifvertrag“ hat sich bewährt und ist im Interesse beider Tarifvertragsparteien. Den Arbeitnehmern nutzt die Tarifeinheit, weil sie den Zusammenhalt innerhalb der Gesamtbelegschaften stärkt. Sie verhindert, dass einzelne Belegschaftsteile gegeneinander ausgespielt werden. Die Schwachen brauchen die Solidarität der Starken – das gilt nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch im Betrieb. Auch dafür steht die Tarifeinheit.

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5 Kommentare

  1. Lisbeth S. sagt:

    “Die Tarifeinheit sei “unverzichtbar, weil wir uns nicht mehrfach und dauernd Tarifkonflikte in den Betrieben leisten können”, sagte Hundt.”

    -

    Wobei diese Argumentation auch fragwürdig ist. Klar haben die Arbeitgeber_innen kein Interesse daran unter Druck gesetzt zu werden, sei es jetzt von einem oder mehreren Akteur_innen. Die größeren (DGB-)Gewerkschaften haben sich ja in der Vergangenheit auch immer als Verhandlungs’partner_innen’ erwiesen, die eher dazu neigen die Füße stillzuhalten…

    Gut oder schlecht: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

  2. Arbeiter sagt:

    Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein Team? Blödsinn. Das mag so der DGB sehen. Das zeigt, wie unpolitisch die sozialdemokratischen Einheitsgewerkschaften im DGB sind.
    Wir brauchen politische Gewerkschaften mit klarer Zielsetzung und Richtung. Wir brauchen Gewerkschaften, die selbstbewußt und aggressiv die Arbeiterinteressen gegen das Kapital durchsetzen! Die Produktionsmittel müssen von den Arbeitern kontrolliert werden! Nur dann gibt es Wohlstand für alle.

    Gut oder schlecht: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

  3. Stephan aus Lichtenberg sagt:

    Es gibt einen ganz einfachen Weg Produktionsmittel zu konstrollieren:

    Nimm einen Kredit bei der Bank auf und mach Dich selbstständig!

    Gut oder schlecht: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

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