Wende auf dem Arbeitsmarkt?
Donnerstag, 29.Juli 2010 von Sascha Vogt
Auch wenn die jüngsten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit eine leichte Erhöhung der Arbeitslosigkeit für den letzten Monat belegen, scheint die Krise auf dem Arbeitsmarkt überwunden zu sein. Auch die SPD rühmt sich immer mal wieder, mit für diese positive Entwicklung verantwortlich zu sein. Doch wirft man einen Blick hinter die Kulissen, trübt sich das schöne Bild schnell ein.
Zwar ist es durchaus richtig, dass die Zahl der Arbeitslosen im Jahresvergleich um knapp 300.000 gesunken ist. Und ebenso ist es richtig, dass die größte Wirtschaftskrise zwar nicht spurlos, aber immerhin weitaus weniger dramatisch als befürchtet am Arbeitsmarkt vorbeigegangen ist. Das dürfte vor allem an der massiven Ausweitung des Kurzarbeitergeldes gelegen haben, welches in der Tat erst auf Initiative der SPD erfolgte.
Doch so positiv diese Zahlen auf den ersten Blick sein mögen: Von guter Arbeit für alle ist man noch weit entfernt, der leichte Aufschwung am Arbeitsmarkt findet hauptsächlich in prekärer Beschäftigung statt. Die Leiharbeitsbranche erlebt einen neuen Boom, fast 90 Prozent der neuen Arbeitsplätze finden in Teilzeit statt und ein Fünftel aller Beschäftigten sind im Niedriglohnsektor zu finden. Die Ursache für diese Entwicklung ist – so viel Vergangenheitsbewältigung muss sein – zu einem großen Teil in den Hartz-Gesetzen zu finden, die Arbeit unsicherer gemacht haben.
Deshalb ist es richtig, dass die SPD diese Fehlentwicklungen aufarbeitet und auf dem Bundesparteitag eine neue Richtung für die Arbeitsmarktpolitik beschließen möchte. Doch wenn dieser Kurswechsel ernst gemeint sein soll, dann muss es auch zu substantiellen Änderungen kommen. Dazu gehören für die Bekämpfung der prekären Beschäftigung unter anderem:
- Die Eindämmung der Leiharbeit etwa durch die Einführung des Equal-Pay-Grundsatzes und der Wiedereinführung des Synchronisationsverbotes.
- Die Abschaffung der Mini- und Midijobs, da sich rund 80 Prozent dieser Beschäftigungsverhältnisse im Niedriglohnsektor befinden und die gewünschten ‚Brücken in Beschäftigung’ de facto nicht stattfinden.
- Die Einführung eines allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns von mindestens 8,50 Euro.
- Die massive Ausweitung von Weiterbildungsmöglichkeiten, um Beschäftigten im Niedriglohnsektor eine Perspektive für den beruflichen Aufstieg zu ermöglichen.
- Eine Erhöhung der Regelsätze des Arbeitslosengeldes II sowie eine Abschaffung der Sanktionen, um den Druck auf Arbeitslose zu nehmen, schlechte Beschäftigungsverhältnisse annehmen zu müssen.
- Die Einführung eines Öffentlichen Beschäftigungssektors, der Arbeitslosen dauerhafte Perspektiven eröffnet und in dem die Beschäftigungsverhältnisse angemessen entlohnt sind.
Einige von diesen Punkten sind mittlerweile auch in der SPD unumstritten, für andere werden wir in den nächsten Wochen noch kämpfen müssen. Fest steht: Wir Jusos machen uns stark für eine SPD, die es mit Guter Arbeit und Sozialer Gerechtigkeit ernst meint.
Tags: Arbeit, Arbeitslosigkeit, Gerechtigkeit, SPD, SPD erneuern











Hallo Sascha,
es ist richtig, dass hinter den positiven Zahlen
ein anderes Bild steht. Wie es aussieht, hast Du
ja in deinem Beitrag aufgeführt. Fürchte aber, dass
sich in einer globalisierten Welt leider hier nicht
viel ändern wird. Die Sozialkassen sind leer, der
Leistungsdruck nimmt zu. Keine gute Entwicklung.
LG
Georg
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Sascha Vogt der Revolutinär!
Er denkt nur an Arbeit, wie die SPD, angepasst wie er ist, schreibt er ja auch und wiederholt einfach den mainstream, populistisch.
Immerhin fordert er die Abschaffung der Sanktionen bei Erwerbslosen, immerhin, denn das ist eben in der reaktionären SPD nicht umunstritten, die SPD steht immer noch für Zwang, für Beformundung.
Was wir brauchen ist individuelle Freiheit, die Menschen wissen am besten was sie wollen, was gut für sie ist, sie brauchen keine paternalistischen Politiker_innen, gerade in der SPD.
Diese Freiheit würde ein bedingungsloses Grundeinkommen bieten, die Freiheit des NEIN, als das beste Argument für “gute” Arbeit.
Den Verzicht auf eine Bedürftigkeitsprüfung hat Sascha Vogt vergessen?, oder will er auch den Menschen erst alles wegnehmen, bevor sie zu ihrem natürlichen Recht kommen, einem Leben in Würde.
Aber nein, diese Freiheit geht für die Jusos zu weit, ein bisschen Zwang muss da schon sein.
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@Guenter:
Die Jusos sind eben Teil der SPD und nicht der Lafontaine-Linken, deshalb fordert hier auch (hoffentlich) niemand solchen populistischen Unsinn.
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Lafontain, gähn.
Lafontain ist gegen ein Grundeinkommen, verblendet wie die SPD, eben Sozialdemokrat. Wer hat uns verraten?
Schlaf und träum mal weiter Matthias, nötige, verstoße gegen die Verfassung und folge opportunistisch, karrieregeil dem SPD Parteivorstand.
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