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Stuttgart 21 und der ewige Pöbel

Freitag, 27.August 2010 von

Aktuell, Schwarz/ Gelb, SPD

Als Einwohnerin des schönen Donaustadt Ulm ist man privilegiert. Zwischen München und Stuttgart gelegen, kommt man zügig mit dem ICE in die beiden Hauptstädte.

Bahnhof im Belagerungszustand

Fährt man die Tage nach Stuttgart, bietet sich einem als schwäbisches Provinzei allerdings ein eher seltsames Bild. Abrissarbeiten am Nordflügel des Bahnhofs und eine protestierende BürgerInnenschaft davor: Menschen, die sich auf dem Dach festketten, Straßen, die blockiert werden und unzählige Protestplakate überall (Einen super Eindruck vermittelt der Livestream!). Da muss man sich zwingend die Frage stellen: Was ist eigentlich schief gelaufen in dieser Stadt? Wie kommt es, dass eine ganze Stadt gegen ein Bahnhofsprojekt protestiert, als würde ein Atomkraftwerk mitten in der Stadt gebaut? Wie kann es sein, dass ein Bahnhof die Menschen politisiert, als würde in Deutschland das Kaiserreich wieder eingeführt?

Einführung der Monarchie

Und wenn wir schon beim Thema Kaiserreich sind: Die GegnerInnen des Projekts sagen zum Thema Stuttgart 21 vor allem eines: Sie wurden nicht gefragt. Das Hauptproblem an Stuttgart 21 scheint ein Demokratieproblem zu sein. Das megateure Projekt wurde vom Gemeinderat Stuttgart und der schwarz-gelben Landesregierung beschlossen. Von Anfang an hat sich jedoch eine große Mehrheit der Bevölkerung gegen das Projekt gestellt. Wen hat das interessiert? Niemanden. Egal, wie man daher das Projekt persönlich bewertet: Stuttgart 21 ist vor allem eines: die Wiedereinführung der Monarchie. Die vehemente Ablehnung des Projekts in breiten Teilen der Bevölkerung einfach durchgängig zu ignorieren, die Bevölkerung über ein so teures Projekt nicht zu befragen, Fakten über das Projekt nicht offen zu legen, auch jetzt keine Gesprächsangebote an die DemonstrantInnen zu machen: Das ist ein starkes Stück! Der Bahnhof wird abgerissen: fertig. Soll doch der Pöbel vor dem Bahnhof jammern. Die Arroganz der „Mächtigen“ ist stärker.

Die Bevölkerung  zum Leben erwacht

Bezeichnend an dem Protest zu Stuttgart 21 ist, dass er sich quer durch alle Bevölkerungsschichten zieht. Nicht nur die üblichen politisierten Bevölkerungsgruppen, sondern auch das konservative schwäbische Bürgertum ist stark beteiligt und dürfte zum ersten Mal in seinem Leben spezielle Erfahrungen mit der Polizei machen.

Es gibt viele Entscheidungen der Politik die gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung gehen. Viel zu wenig wird in Deutschland gegen solche Entscheidungen gestreikt und protestiert. Deswegen ist Stuttgart 21 ein gutes Zeichen: Die Menschen gehen wieder protestieren. Heute werden es wieder etwa 30 000 sein. Hoffen wir, dass diese politische Aktivierung sich auch auf andere Themenbereiche überträgt. Es gibt vieles, das mindestens genauso wichtig ist, wie ein Bahnhofsprojekt in Stuttgart ;-) .

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31 Kommentare

  1. Thomas Borg sagt:

    Ich habe selten so einen Schwachsinn gelesen, wenn ich es mir recht überlege, eigentlich noch nie.

    Beschlüsse eines Gemeinderates sind keine monarchischen Entscheidungen, sondern in modernen Nationalstaaten bestmöglich demokratisch.

    Woher nehmt ihr die Erkenntnis, dass sich “von Anfang an ein Großteil der Bevölkerung gegen das Projekt gestellt hat”? Auch wenn die Zahl der Demonstranten beachtlich ist, so ist sie doch lächerlich klein, wenn man bedenkt, wie viele Menschen von der Entscheidung betroffen sind, hier handelt es sich nicht nur um die Einwohner Stuttgarts, sondern um die Bevölkerung in Baden-Württemberg. Außerdem ist fraglich, wie ernst man eine Bewegung nehmen kann, anderen Spitze eine Gruppe zum Schutz von Parkbäumen steht, die, so hoch historische Bedeutung Denkmalpflege auch sein mögen, nicht Gott der Allmächtige Schöpfer der Bäume dort hingesetzt hat.

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  2. Hendrik sagt:

    Die Ablehnung des Bahnhofes ist sinnvoll, da er durch seine wenigen Gleise lange Umsteigezeiten und Kapazitätsengpässe befördert.

    Die Argumentation aber ist hirnrissig: Seit 1994 wird das Projekt geplant. 16 Jahre lang hat es nur wenige interessiert, aber jetzt wo es konkret wird schreien plötzlich alle.

    Und dass Stuttgart 21 die wiedereinführung der Monarchie sein soll ist lächerlich. Zeigt mir bitte die Monarchie, die sich die Blöße gibt und Planfestellungsverfahren oder Raumordnungsverfahren macht (wo waren eigentlich die Demonstranten damals?). Wäre es die Wiedereinführung der Monarchie, würde es schon längst fertig sein.

    Das Projekt ist abzulehnen, weil es unterdimensioniert, aber trotzdem zu teuer ist und weil es die Mittel für wichtigere Bahnprojekte verschlingt(Hafenhinterlandanbindung, Ausbau der Strecke nach Kopenhagen, Sanierungen in Ostdeutschland, Kapazitätserweiterungen im Ruhrgebiet…).
    Man beachte, dass all die anderen Projekte tatsächlich gebaut werden müssen, weil sie unverzichtbar sind, während Stuttgart 21 letztendlich nur Prestige ist…

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  3. Dominik sagt:

    Thomas spricht mir (bis auf den hinteren Teil des ersten Satzes vielleicht) aus der Seele, ich kann mich dem nur anschließen!

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  4. Friedrich sagt:

    Endlich wird die miserable Anbindung des Suttgarter Flughafens an den ÖPNV verbessert. Die bisherige Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist eine Frechheit.

    Auch die Pläne zur Um-, bzw. Neugestaltung der Stuttgarter Innenstadt auf den frei werdenden Flächen ist eine tolle Sache. Da kann man sich richtig drauf freuen. Die Bahnschienen mitten in der Stadt sind häßlich, und haben die Stadt getrennt. Ich freue mich auf ein neues, modernes Stuttgart!

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  5. H. Hoerster sagt:

    Der Autorin zufolge ist die Ausübung von repräsentativer Demokratie identisch mit Monarchie.

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  6. Corinne Muller sagt:

    Hut ab vor allen, die sich an diesem Protest beteiligen. Selten zeigt sich deutlicher, wie sich die politische Elite über den Kopf ihrer Wähler hinwegsetzt und sich ihre eigenen Denkmäler setzt. Egal was es kostet, sie müssen es ja nicht bezahlen. Dass man unsere Kinder und Enkel verschuldet,hat die doch noch nie interessiert. Von ihren Diäten lässt sich genug vererben. Gerade Baden-Württemberg ist das beste Beispiel, wie wenige Rücksicht auf den Wähler genommen wird.
    Angefangen von so Kleinigkeiten, dass man am Muttertag verbietet Blumen zu kaufen und anordnet, dass Blumengeschäfte geschlossen bleiben müssen, bis hin zu einer lobhudelnden Grabrede für einen ehemaligen Naziverbrecher. Aber es darf ja niemand aufmucken. Und wenn, was stört es den, der sitzt heute in Brüssel und hat seine Schäfchen im Trockenen. Nach nicht einmal ein Informationsfreiheitsgesetz (IFG) gibt es in Baden-Württbg., damit nur niemand Behörden und Beamten an den Karren fahren kann. Das ist Demokratie FF (vom Feinsten), und so ging man auch beim Bahnhof Stuttgart vor. Ich wette, dass die Kosten sich nochmals verdoppeln gegenüber heutigen Berechnungen, aber was soll’s, der Bürger bezahlt es ja. Nichts geht leichter, als dem Wähler in die Tasche zu greifen (sh. Solidaritätszuschlag). Hoffentlich bekommen CDU und FDP bei der nächsten Landtagswahl die Quittung dafür.Denn das ist das einzige, womit man sie bestrafen kann. Aber die Elite weiß,dass die Obrigkeitshörigkeit doch wieder dafür sorgt, dass das Kreuz bei den Schwarzen gemacht wird. Weil eben “s’Ländle” aus Tradition schwarz wählt, und das Vorrang hat.

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  7. Matthias Huschens sagt:

    Dieser Artikel ist einfach nur schwachsinnig !!! Ich schäme mich dafür, dass solche Meinungen bei den Jusos vertreten werden !!!! Anscheinend hat sich die Autorin nicht die Mühe gemacht, auch nur eine Minute darüber nachzudenken, was sie da schreibt !!!

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  8. Fitz sagt:

    Ich empfehle zur Lektüre: Elisabeth Noelle-Neumann, Theorie der Schweigespirale. Wie eine Minderheitsmeinung durch massenmediale Aufmerksamkeit als Mehrheitsmeiung erscheint.

    Nur weil ein paar Umweltaktivisten und Forschrittsverweigerer sich vor den Bahnhof stellen, denkt Gott und die Welt die ganze Bevölkerung sei gegen Stuttgart21.

    Warum ist eigentlich alles toll, was alt und altmodisch ist? Die Bahnhofsflügel sollen erhalten bleiben – weil sie alt sind. Die Bäume sollen erhalten bleiben – weil sie da schon lang stehen. Fortschritt ist böse.

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  9. Joachim sagt:

    Liebe Leute, die vor mir einen Kommentar gepostet haben: Werdet ihr eigentlich von der Bahn, der Landesregierung Baden-Württemberg oder S21 bezahlt? Ist ja peinlich, wie plump ihr auf die – zugegeben: zugespitzte – Meinung der Autorin reagiert.
    Schwachsinnig ist Bettinas Meinung jedenfalls nicht. Ähnliche Meinungen könnt ihr die Tage als Kommentar auch in der Zeit, in der taz, in der Frankfurter Rundschau oder in der Stuttgarter Zeitung lesen.

    Klar wurde alles irgendwann mal in demokratischen Gremien beschlossen. Sich aber auf eine solch formale Argumentation zurückzuziehen zeigt, wie stark die S21-Befürworter in der Defensive sind:
    1.) wurden die ganzen Beschlüsse ohne Kenntnis der tatsächlichen Kosten getroffen und
    2.) gab es durchaus den Versuch eines Bürgerbegehrens, der aber von der Stadtverwaltung nicht angenommen wurde – selbst in der Baden-Württembergischen Gemeindeordnung sind direktdemokratische Entscheidungen der Bürger vorgesehen.

    Wenn man nun angesichts der aktuellen Kostenentwicklung die Proteste ignoriert und den Dialog verweigert, dann ist das tatsächlich reine Arroganz, für die es bei der nächsten Wahl im Frühjahr eine entsprechende Quittung geben wird.
    Schade, dass die SPD mehrheitlich nach wie vor zu diesem überdimensionierten Projekt steht.

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  10. Josef Insthal sagt:

    Man könnte auch fragen: Werdet ihr von den Grünen oder der Gruppe zur Rettung der Stadtparkbäume bezahlt?

    Sich auf eine Entscheidung eines demokratisch gewählten Gremiums zu beziehen ist hat absolut nichts mit Rückzug oder Defensive zu tun, sondern ist der Hinweis auf die Funktion eines demokratischen politischen Systems.

    1. Sind die Kostenschätzungen, die die Bezeichnung “Kostenexplosion” begründen sollen teilweise mehr als 10 Jahre alt. Hier spielen auch “natürliche” Faktoren eine Rolle bei der Kostensteigerung
    2. wäre dies ein Bürgerbegehren der Stuttgarter Bürger gewesen. Dieses Projekt betrifft jedoch wesentlich mehr Menschen als nur die Einwohner Stuttgarts, diese hätten nicht mit abstimmen dürfen, obwohl sie betroffen sind.

    Aus welchem Grund soll der Dialog mit den Demonstranten gesucht werden? Wen repräsentieren die Demonstranten? Für wen können sie sprechen? Wodurch sind die Protestgruppen als Gesprächspartner legitimiert? von wem? Selbst wenn es 50 000 sind, so sind sie eine lächerliche Minderheit im Vergleich zur Anzahl an betroffenen Bürgern.

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  11. Fitz sagt:

    Außerdem ist anzunehmen, dass der Park samt Bäumen, die geretter werden müssen, in Rücksprache mit der Bevölkerung angelegt wurde. Gekostet hat das damals auch nichts.

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  12. Michael sagt:

    Ich wage zu bezweifeln, dass der untere “Schloßgarten” seinerzeit in Rücksprache mit der Bevölkerung angelegt wurde ;-) … Fürsten haben ihre Untertan im allgemeinen nicht befragt, bevor sie die Parkanlagen um ihre Schlösser angelegt haben.

    Nicht nur die Kostenschätzungen sind teilweise mehr als 10 Jahre alt: Die gesamten Planungen von Stuttgart 21 sind aus den 1980er Jahre. Und damals war es sicherlich hochmodern, Durchgangsbahnhöfe zu bauen, schließlich gab es noch keine Züge, die auf beiden Seiten Führerstände haben. Sprich: Damals musste immer eine neue Lok angekoppelt werden, was wirklich aufwändig war. Inzwischen haben aber sowohl Regionalzüge als auch IC- und ICE-Züge auf beiden Seiten Führerstände und es ist egal, wo die Lok ist. Entsprechend sind moderne Kopfbahnhöfe genauso leistungsfähig wie Durchgangsbahnhöfe bei fast identischen Haltezeiten – siehe Leipzig oder Frankfurt/Main. 8 Gleise sind selbst für einen atark frequentierten, im Netz zentralen Durchgangsbahnhof zu wenig – siehe Hannover.

    Kurz zusammengefasst: Die Planungen von Stuttgart 21 sind überholt, moderne Züge benötigen keine Durchgangsbahnhöfe mehr.

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  13. Fitz sagt:

    Ich kann hierauf leider nur hier antworten
    Aus Facebook:

    Jan Meyer: Ich habe den Eindruck, dass die meisten Kommentare im Blog gekauft sind – sind fast alles Pro-S21-Kommentare!

    Typisch Jusos.
    Nur die eigene Meinung ist erlaubt. Alle anderen Meinungen sind gekauft.

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  14. Igor sagt:

    Liebe Bettina,

    Toller Beitrag. Doch an einer Stelle hast du Unrecht. Du schreibst, dass sich von Anfang an eine große Mehrheit der Bevölkerung gegen das Projekt gestellt hätte. So war es nicht. Am Anfang waren nämlich die meisten dafür – ganz am Anfang sogar die Grünen.

    Noch vor 5 Jahren hatte das Projekt nach einer Umfrage der Grünen eine knappe Mehrheit in der Bevölkerung. gehabt. Aber in Stuttgart hat es die Stadtverwaltung einfach verpennt, die Bürger zu beteiligen, als 60.000 dafür unterschrieben haben. Und so kam eines zum anderen…. Nach aktuellen Umfragen sind weit über 60% gegen den neuen Bahnhof und nur etwas über 20% dafür.

    LG, Igor

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  15. Markus sagt:

    Kannst du die Quelle für die Umfragedaten angeben Igor? Wer wurde befragt?

    Zweitens ist die öffentliche Meinung nicht in Umfragen erkennbar, sondern nur im diskursiv ermittelten Ergebnis eines demokratischen Meinungs- und Willensbildungsprozesses. Diesers ist in unserer Demokratie nur repräsentativ möglich, und somit ist in diesem Fall die Entscheidung des Stadtrates maßgeblich.

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  16. stefan schneider sagt:

    S 21 kostet der SPD in S und wohl in ganz B-W das Genick. Drechsler als (quasi gekaufter!) Geschäftsführer von S 21…
    Bei der Landtagswahl werden die Grünen die SPD wegen S 21 als zweitstärkste Partei ablösen.
    Wie in der DDR 1989 kann man einen mehrheitlichen Protest der Bevölkerung nicht einfach aussitzen. Die Mehrheit von Stuttgart ist gegen S 21. Warum die SPD sich dieser Meinung nicht anschließen will (und den eigenen Fehler rückgängig macht) ist mir schleierhaft.
    Ich habe Angst vor dem Landtagswahlergebnis der SPD in S. Und wenn die SPD tatsächlich 2011 nur drittstärkste Partei werden würde (wie in Sachsen) wäre das u. U. ein Ende der gesamten SPD in Deutschland.
    Liebe SPD, stoppt den Wahnsinn S 21! Und zieht den Drechsler von seinem lukrativen Amt bei S 21 ab, denn das schadet der SPD insgesamt.

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  17. Markus sagt:

    Stefan du vergleichst aber nicht wirklich den Protest gegen S21 mit dem Protest der Bürger der DDR gegen die Dikatur oder??

    Meine auch schon an Igor gestellte Frage richtet sich dann wohl auch an dich: Woher nimmst du die Erkenntnis, dass die Mehrheit der Stuttgarter gegen S21 ist?
    Wobei hier wieder zu erwähnen ist, dass nicht die Einwohner Stuttgarts in der Frage Entscheidungsbefugt wären, es müssten alle Baden-Württemberger sein, die von diesem Projekt profitieren, vor allem duch die Neubaustrecke Ulm und die Anbindung des Flughafens.

    Man muss auch zu seinen aus guten Gründen getroffenen Entscheidungen stehen, und darf nicht wie das Fähnchen im Wind handeln.

    und zum Thema Grüne. Die Grünen können überhaupt nichts für ihren Erfolg. Sie gelten aber eben immer noch als die Alternativen, die Ökologischen, die Guten. Die Grünen haben die Agenda2010 mitgetragen – kritisiert werden sie dafür nicht. Die werden nicht gewählt weil sie die besseren Inhalte, sondern weil sie das bessere Image haben.

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  18. Markus sagt:

    *Diktatur natürlich

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  19. steafan schneider sagt:

    Markus, ich vergleiche tatsächlich den Protest gegen S 21 mit dem Protest der Bürger der DDR. Protest gegen bodenlose Ignoranz gegen den Willen der Mehrheit.
    Und sind wir mal ehrlich, bundesweit kommt S 21 z. B. in der Tagesschau nur als Protest und Dauerdemo vor. Die “Beführworter” (LEIDER auch die SPD) kommen da gar nicht vor. Die ducken sich weg wie einst die SED im Herbst 1989. Drexler, Schuster, Mappus, FDP & Co. brügeln verbal auf die S21-Gegner ein, ohne sich einem Dialog zu stellen.
    Erinnert fatal an an die DDR damals.
    Und mir wird schlecht, wie meine SPD quasi als DDR-mäßige Blockpartei in den Fängen der CDU/FDP in dieser Sache auftritt. Z. B. der Drexler der von der Bahn (und CDU/FDP) quasi für die “Sache” gekauft wurde.
    Zugegeben, von der Bahn & Co. ein geschickter Schachzug, gerade einen “B-W-Sozi” in dieses Amt zu berufen. Und der Drexler wird davon finanziell ja profitieren und das tun, was von Ihm seitens der Bahn (und CDU/FDP) verlangt wird.

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  20. Markus sagt:

    Das ist beschämend. Und ein Schlag ins Gesicht der Opfer des DDR-Regimes, den Protest gegen einen Bahnhofsbau mit dem Protest gegen Folter, Mord, Stasi, Unterdrückung und Diktatur zu vergleichen.

    Du entnimmst also deine Behauptung, die Mehrheit sei gegen das Projekt, aus der Tatsache, dass die Medien beim Thema nur über Protest berichten. Das hat nur nichts mit der Wiedergabe realer Verhältnisse zu tun, sondern mit seletiver Berichterstattung über Ereignisse, die einen so genannten “hohen Nachrichtenwert” aufweisen (vgl. Theorien der Nachrichtenauswahl, bzw. Realitätskonstruktion der Massenmedien)

    Die SPD als DDR-Mäßige Blockpartei, sagmal wo lebst du eigentlich? Ich bin mir nur nicht sicher ob deine Ansicht eine Verklärung und Verharmlosung der DDR-Diktatur ist, oder eine massive Überbewertung des S21 Protests, ich nehme an ersteres.

    Das Projekt ist gut, deswegen kann man stolz sein, dass die SPD zugestimmt hat, und hoffen, dass sie jetzt Rückgrat beweist.

    Mal noch eine allgemeine Frage: Fanden die Jusos jemals eine Entscheidung der SPD im Nachhinein gut? Ich kann mich da an keine erinnern. Aber wahrscheinlich ist das Zufall, ein Armutszeugnis wenn es Prinzip wäre.

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  21. Stephan aus Lichtenberg sagt:

    Man merke: Jegliche Form der Demokratie finden die Jusos toll, solange das Ergebnis stimmt!
    Die merkte man schon an der Volksabstimmung in Hamburg! Normalerweise finden Jusos Volksabstimmung toll! Nur stimmte da das Ergebnis nicht! UNd da das Ergebnis nicht gestimmt sagen die Jusos jetzt, dass Volksabstimmung doch nicht gut sind. Die Gründe reichen von Antidemokratischen Thesen wie: Die Menschen können nicht selbst entscheiden was gut für sie ist; bis hin zu Verschwörungstheorien wie: Da ist ein Böses Klein-Besitz-Groß-Bürgertum was in irgendwelchen Altbauwohnung ganz viel Geld zusammen geworfen hat um die Abstimmung zu beeinflussen.

    Genauso auch hier. Normalerweise findet der Juso auch parlamentarische Demokratie toll! Außer die unter uns, die am Rand des Spektrums stehen sehen, dass da wer Demonstriert! Da ist es dann egal wie sinnvoll das ist, haupsache man macht mit. Das sind dann nunmal die Reflexe bei unseren Ultra-Linken Genossinen und Genossen.
    Und da kann man dann auch mal die parlamentarische Demokratie anzweifeln und als Monarchie bezeichnen.

    Wirklich traurig ist, dass Leute dieser Ideologie in irgendwelche Ämter bei den Jusos gewählt werden, Leute, bei denen man ganz ehrlich Zweifeln kann ob sie Demokraten sind und unser Grundgesetz wirklich als Grundlage für diesen Staat betrachten.

    Traurig Traurig!

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  22. Hendrik sagt:

    “Das Projekt ist gut, deswegen kann man stolz sein, dass die SPD zugestimmt hat, und hoffen, dass sie jetzt Rückgrat beweist”

    Das Projekt ist überhaupt nicht toll. Es ist grundfalsch gedacht. Wenn der neue Bahnhof 10 oder 12 Gleise hätte, dann wäre er verkehrsplanerisch tragbar gewesen, dann würden die Kosten allerdings noch höher ausfallen.
    Das Problem an Stuttgart 21 ist, dass der neue Bahnhof darauf angewiesen ist, dass die Züge nur kurz halten und sofort weiterfahren.
    Erstens: Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass sich die Reisezeiten für viele verlängern, da die Umsteigezeit größer wird, wenn die Züge über die ganze Stunde verteilt ein- und abfahren, statt möglichst gleichzeitig anzukommen und abzufahren. Für letzteres bräuchte man aber wesentlich mehr Bahnsteigs- und Zufahrtsgleise.

    Zweitens: Bei diesem Betriebskonzept ist schon für den Laien sichtbar, dass sich ein Nadelöhr entwickelt. Denn wenn ein Zug eben nicht nur kurz stoppen, um dann weiterzufahren, müssen andere Züge warten. Gründe für einen längeren Aufenthalt gibt es viele: Rohlstuhlfahrer, Fahrradfahrer, Reisegruppen – alle brauchen eine längere Zeit zum Einsteigen. Oder der Berufsverkehr: Bei größeren Pendlermassen müssen die Züge schonmal 5-7 Minuten halten und können nicht nur knappe zwei Minuten stehen bleiben.

    Gerade an Hauptbahnhöfen in Großstädten sollten Züge immer etwas länger halten, das stabilisiert den gesamten Fahrplan, als eine Art Zeitpuffer.

    Ich geb zu, dass mir die Architektur gefällt. Nur gibt es genug Ort auf dieser Welt, an denen große Bahnhöfe in einer Senke liegen, über die man problemlos eine solche Konstruktion mit den Lichtaugen bauen könnte. Z.B. in Edinburgh.

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  23. Stephan aus Lichtenberg sagt:

    @Hendrik
    Es ist schon immer wieder faszinieren, wie der Laie mehr über Verkehrplanung weiß, als die Planer der DB und der Städte.
    Es ist halt wie beim der WM oder EM, wo wir dann ca. 40 Mio. Nationaltrainer haben.

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  24. R sagt:

    Die Mehrheit ist gegen Stuttgart 21:
    51% der Leute in BW sind gegen S21, nur 26% dafür. In Stuttgart sind sogar 67% gegen das Projekt.

    Nur die SPD hat mehrheitlich noch immer nix verstanden.

    Hier die Umfrage-Ergebnisse bei Stern.de:
    http://www.stern.de/politik/deutschland/stern-umfrage-baden-wuerttemberger-sind-gegen-stuttgart-21-1598988.html#utm_source=standard&utm_medium=twitter&utm_campaign=sternde

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  25. Hendrik sagt:

    “Es ist schon immer wieder faszinieren, wie der Laie mehr über Verkehrplanung weiß, als die Planer der DB und der Städte.”

    Das liegt in erster Linie daran, dass die Planer der DB darauf erpicht sind, möglichst effizient zu planen “So wenig Gleise wie nötig”. Aus Sicht der DB ist das völlig richtig und logisch.
    Aber genau diese Denkweise beschert uns immer wieder die bekannte Durchsage “wegen zu dichter Zugfolge” oder “wegen Verzögerungen im Betriebsablauf”.

    Mir sind einfach zuviele Beispiele bekannt, wo genau diese Kurzsichtigkeit böse bestraft wurde und man schnell gemerkt hat, dass “so wenig Gleise wie möglich” ein bis zwei Gleise zu wenig waren.

    Und ja, ich hab ein erhebliches Problem damit, wenn man die Infrastruktur eines Jahrhundertprojekt nur für die folgenden 10 Jahre baut.

    “Es ist halt wie beim der WM oder EM, wo wir dann ca. 40 Mio. Nationaltrainer haben.”

    In bekannten Eisenbahnforen liest man fast wöchentlich über Um- und Rückbaumaßnahmen, bei der anschließend die Kapazität der Strecke eingeschränkt wurde.
    Teilweise wurde die Wiederinbetriebnahme abgebauter oder stillgelegter Überhol- und Ausweichgleise sogar vom Eisenbahnbundesamt angeordnet.

    Insbesondere auf Nebenstrecken, auf denen die Infrastruktur so zurückgebaut wird, dass nur noch Kapazitäten für die zu dem Zeitpunkt planmäßigen Züge vorhanden sind, recht sich das immer wieder, wenn es Störungen gibt oder diese Nebenstrecken für Umleitungs- und Zusatzverkehr gebraucht wird.

    Aus diesen o.g. Gründen muss das Netz auch unabhängig einer Privatisierung von der DB getrennt werden und einer staatlichen, nicht-gewinnorientierten Gesellschaft übertragen werden.

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  26. Flo sagt:

    Mir scheint die Verfasserin dieses Beitrages hat selber ein großes Problem mit Demokratie!
    Alle politischen Entscheidungsträger in Sachen S21 haben vor ihrer Wahl gesagt, ob sie für oder gegen das Projekt sind. Und bei allen Wahlen haben die Befürworter klare Mehrheiten erhalten, z.B. im Juni 2009 bei der zur Volksabstimmmung über das Projekt hochstilisierten Gemeinderatswahl…im Ergebnis haben die Befürworter eine eine zwei Drittel Mehrheit im Rat.

    Auch OB Schuster auch bei seiner letzten Wahl klar gesagt, mit ihm werde das Projekt kommen. Sein Gegner Boris Palmer dessen Hautwahlkampfthema der Wiederstand gegen S21 war, erhielt lächerliche 21%.
    Nur weil da nicht einmal 5 % der Einwohner Stuttgarts demonstrieren, ist das noch lange nicht die Mehrheit.

    Leider wissen auch viele in diesem Blog nicht, dass gerade der jetztige Stuttgarter Kopfbahnhof ein massives Kapazitätsproblem hat. Er verfügt zwar über 16 Gleise, aber nur über acht Zufahrten. Züge von Straßburg nach Zürich müssen beispielsweise fast alle anderen Gleise in Stuttgart queren, deshalb gibt es hier große Probleme.

    Bei S21 wären es zwar nur acht Gleise, aber auch mit acht Zu-bzw. Abfahrten und ohne langes ein-und ausfahren wie beim Kopfbahnhof. Die Kapazität mit S21 wäre weit höher durch die neue Anfahrt durch den Fildertunnel verkürzen sich viele Fahrstrecken um über 20 min., der Flughafen ist endlich per Zug erreichbar und in der Stuttgarter Innenstadt werden 100 ha Fläche frei, u.a. für 5.000 neue Bäume.

    Die Alternative, die Sanierung des jetztigen Bahnhofes mit allen Gleisanlagen und die Anbindung des Flughafens durch einen 10 km langen Tunnel durch das Neckartal, was die Gegner druchsetzen wollen, würde vielleicht eine Mrd. weniger kosten als S21, bringt aber keine Fahrzeitverkürzung und keine freichen Flächen in der Innenstadt und im Gegenteil sogar noch mehr Zuglärm auf der Anfahrt…

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  27. Justus sagt:

    Das is doch ein riesen Witz. Die SPD zweifelt an Stuttgart21, liest man. Wenn man mal zu Entscheidungen stehen kann, die man aus guten Gründen getroffen hat, sondern bei jedem kleinen Windstoß mit der schwankenden Volksmeinung mitfliegen muss. Gute nacht Sozialdemokratie. Wenn die SPD eine Abkehr von Stuttgart 21 beschließt, werde ich aus der Partei austreten.
    Man müsse sich nach dem Volk richten, heißt es. Die Argumente dieses so genannten Volkes sind beispielsweise, dass man keine 300 Bäume fällen darf. Wenn wir so weit gekommen sind, dass wegen ein paar Bäumen (die übrigens da auch mal hingepflanzt wurden, mal abgesehen davon dass duch Stuttgart 21 der Schlosspark vergößert wird) Fortschritt verhindert wird, dann nicht nur gute Nacht Forschrittspartei SPD.

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  28. Thomas sagt:

    Warum soll man die Bürger nicht über Stuttgart21 abstimmen lassen? Weil man auch keinen Friseur darüber entscheiden lassen würde, wie ein Flugzeug zu konstruieren ist.

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  29. Jan-Phillipp sagt:

    Meine Meinung zu dem ganzen Thema ist, dass die Bevölkerung selber entscheiden soll, ob sie S21 wollen oder nicht. Ich persönlich bin zwar stark dafür, aber wenn die Mehrheit (und ich glaube das ist sie) dagegen ist, soll das (wenn es noch möglich ist) gestoppt werden. Dann hätte selbst ich als Befürworter von S21 keinen Grund mich zu ärgern. Denn ist bin für MEHR Demokratie und NICHT WENIGER.

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