Feministischer Jahresrückblick

Da ist sie wieder, die Zeit der Jahresrückblicke. Überall werden wir mit Ereignissen und Personen bombardiert, die 2010 angeblich besonders toll, traurig oder wichtig gewesen sind. Vieles, was ich selbst wichtig fand, blieb dabei ungesagt. Deshalb zählt dieser Blog-Eintrag ein paar politische Ereignisse, Absurditäten und andere Dinge auf, die (nicht nur 2010) Erwähnung verdient haben. Um Ergänzung wird gebeten.

Im Januar wurden Frankreichs Unternehmen gesetzlich zu einer Frauenquote in den Aufsichtsräten von 40 Prozent verpflichtet. Bei der Abstimmung im Parlament gab es keine Gegenstimmen und so wird Frankreich das vierte Land mit einer Frauenquote in den Aufsichtsgremien – nach Norwegen, Spanien und Belgien. Vorgelegt hat den Gesetzesentwurf übrigens die konservative Partei UMP. Es gibt also genügend Vorbilder für Deutschland. Hierzulande wurde das gleiche Thema allerdings ganz anders diskutiert: In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagt die Psychologin Susanne Pinker, wegen ihrer Hormone hätten Frauen kein Interesse an Chefpositionen. Was haben dann all die ehrgeizigen Frauen da draußen? Hormonprobleme?

Im Februar trat Margot Käßmann von ihrem Amt als EKD-Ratsvorsitzende zurück. Inwieweit ihr Geschlecht bei dieser Entscheidung und der öffentlichen Diskussion darüber eine Rolle gespielt hat, wurde unter anderem auf diesem Blog diskutiert.

Der diesjährige Equal Pay Day war am 26. März 2010. Bereits zum dritten Mal machte das Aktionsbündnis so auf die Unterschiede bei der Bezahlung von Männern und Frauen aufmerksam. Der Termin hängt dabei jedes Jahr vom Unterschied des letzten Jahres ab und setzt diesen in Zeit um. 2009 lag der Unterschied bei 23% – bis zum 26. März arbeiteten Frauen quasi ohne Entlohnung.

Im April veröffentlichten einige Politiker der Grünen ein Männer-Manifest mit dem Titel „Nicht länger Machos sein müssen“, in dem sie sich kritisch mit dem hegemonialen Männlichkeitsbild auseinandersetzen. Bravo! Wann kommt sowas endlich auch mal von Sozialdemokraten?

Am 17. Mai war Internationaler Tag gegen Homophobie. Weltweit fanden dazu Veranstaltungen, Aktionen und Demonstrationen statt, um auf die Diskriminierung von LGBT hinzuweisen und Gleichberechtigung einzufordern. 2010 stand der Tag unter dem Motto “Religionen, Homophobie, Transphobie” und thematisierte damit die Stigmatisierung von LBGT-Lebensweisen und die Rechtfertigung von Gewalt, Zwangssterilisationen und Diskriminierung durch religiöse Vertreter_innen. Mehr als die Hälfte aller Deutschen lehnt die Gleichstellung von homo- und heterosexuellen Lebensweisen nach wie vor ab.

Ablehnen tat auch Judith Butler etwas, nämlich im Juni diesen Jahres den Zivilcourage-Preis des CSD Berlin. Der CSD-Berlin war Butler zu kommerziell ausgerichtet und richte sich nicht ausreichend gegen Probleme wie Rassismus oder doppelte Diskriminierung von homosexuell oder transsexuell empfindenden Migrant_innen. Kommentare dazu gibt’s hier und hier.

Der Deutsche Hebammenverband (DHV) hat im Sommer 2010 eine Online-Petition zum Erhalt der wohnortnahen Versorgung mit Hebammenhilfe gestartet. Die Online-Petition, mit der sich die Hebammen gegen die deutliche Anhebung der Berufshaftpflicht wehren, wurde von insgesamt 186.356 Menschen unterzeichnet. Die gesetzlich schwierige Situation der Hebammen kann nur auf Bundesebene gelöst werden. Das FDP-geführte Bundesgesundheitsministerium glänzt jedoch bisher mit Untätigkeit.

Das Bundesverfassungsgericht hat im August entschieden, dass das Sorgerecht eines unverheirateten Vaters ab sofort nicht mehr von der Zustimmung der Mutter des Kindes abhängig ist. Jeder Vater kann nun das gemeinsame und sogar das alleinige Sorgerecht beantragen – auch gegen den Willen der Mutter seines Kindes. Es ging dem Gericht bei seiner Entscheidung einzig um das Wohl des Kindes – die Situation der Mutter, die aus verschiedenen Gründen vielleicht kein Interesse mehr am Kindsvater als Partner hat und deswegen kein Sorgerecht mit ihm teilen möchte, wurde in dem Urteil nicht berücksichtigt.

Wie auch im letzten Jahr mobilisierte der Bundesverband Lebensrecht für den 18. September 2010, zu einem Schweigemarsch mit dem Titel “1000 Kreuze für das Leben”. Damit wollten die selbst ernannten “Lebensschützer” für ein generelles Verbot von Abtreibungen demonstrieren. Aktivist_innen verschiedenster Gruppierungen traten mit der Gegenaktion “1000 Kreuze in die Spree“ dem Marsch der Fundamentalist_innen laut und mit vielfältigen Aktionen entgegen.

Mein ganz persönliches feministisches Highlight 2010: Vom 28. bis 30. Oktober 2010 fand in Berlin der bpb-Kongress „Das flexible Geschlecht: Gender, Glück und Krisenzeiten in der globalen Ökonomie“ statt. Die Kongress-Dokumentation sowie spannende und kontroverse Texte der Referent_innen findet ihr hier und hier.

Im November kündigte des Bundesministerium für Entwicklung unter Leitung des FDP-Politikers Dirk Niebel die Zusammenlegung der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit, des Deutsche Entwicklungsdienstes und der Gesellschaft für Internationale Weiterbildung und Entwicklung an. Der siebenköpfige Vorstand der neu zu gründenden Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit wird nach Niebels Personalvorschlägen nur aus Männern bestehen. Super!

Und seit mehr als zwei Wochen lässt sie uns nicht mehr los, die Diskussion über die Vergewaltigungsvorwürfe an Wikileaks-Gründer Julian Assange. Tenor der Diskussion im Netz: „Wer so spektakuläre Dinge veröffentlicht hat, der KANN überhaupt keine Frau vergewaltigt haben! Das wurde ihm alles von den Amerikanern angehängt.“ Was ihm genau vorgeworfen wird, steht inzwischen im Guardian. Fortsetzung folgt garantiert. Von mir dazu nur soviel: Wenn ab jetzt alle potentiellen Vergewaltiger mit internationalem Haftbefehl gesucht werden, hat uns diese Debatte weitergebracht.

Und jetzt seid ihr dran: Was waren in diesem Jahr eure feministischen Highlights?

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35 Kommentare

  1. Stephan aus Lichtenberg sagt:

    „Jeder Vater kann nun das gemeinsame und sogar das alleinige Sorgerecht beantragen – auch gegen den Willen der Mutter seines Kindes. Es ging dem Gericht bei seiner Entscheidung einzig um das Wohl des Kindes – das Wohl der Mutter, die aus verschiedenen Gründen vielleicht kein Interesse mehr am Kindsvater als Partner hat und deswegen kein Sorgerecht mit ihm teilen möchte, wurde in dem Urteil nicht berücksichtigt.“

    Alleinig dieser Abschnitt zeigt doch, dass es bei der ganzen Geschichte hier nicht wirklich um Gleichberechtigung geht, dass er Dir liebe Elenena nicht um Gleichberechtigung geht.
    Viel mehr bestätigt sich das, was ich hier schon vor einiger Zeit geäußert habe: Feminismus ist für euch der Zuwachs an Rechten ohne die Abgabe von Privilegien oder das Wahrnehmen von Pflichten.

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  2. Stephan aus Lichtenberg sagt:

    Kombiniert man dies im übrigen mit dem Punkt im September, nämlich der Hetze, die hier gegen Leute stattfindet, die sich für das Leben einsetzen, wird klar, das das Ziel des Feminismus der Jusos nicht die Gleichberechtigung ist sondern einzig und allein die Verwirklichung eines Egotrips!

    Aber eigentlich freut mich dieser Beitrag! Denn er ist weniger verklausuliert als die anderen hier im Blog und die Treibenden hinter dem „Feminismus“ demaskieren sich damit!

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  3. Michael Klein sagt:

    @Stephan,
    das ist es eigentlich nicht wert, sich darueber aufzuregen. Derartige „Rueckblicke“ dienen den eigenen Interessen und entsprechend sind sie weitgehend substanzlos. Allein, dass sich jemand als „feminist“ versteht, sagt eigentlich schon alles. Wer Spass daran hat, Menschen grundsaetzlich und in jeder Hinsicht in Maenner und Frauen zu unterteilen und letztere als die besseren oder (wahlweise) unterdrueckten Menschen hinzustellen, der bewegt sich ausserhalb der liberalen und freiheitlichen Welt, die ohne die erzwungene (askribierte) Gruppenzugehoerigkeit auskommt.
    Die Frauenquote in F hat im uebrigen dem UK genutzt, da die frz. Gemeinde in London weiter gewachsen ist (schon jetzt die groesste franzoesische Ansiedlung ausserhalb von Paris). Die Anzahl der frz. Wirtschaftsfluechtlinge, die die Bevormundung durch ihren politisch korrekten Staat nicht mehr ertragen, gibt Anlass zur Hoffnung dahingehend, dass dieser feministische Quatsch so langsam seinem Ende zugeht.

    Wenn deutsche Feministinnen wirklich mit der Emanzipation von Frauen etwas am Hut haetten und nicht nur damit beschaeftigt waeren, den eigenen Vorteil zu greifen, dann wuerde man vermutlich mehr von Shulamit Firestone hoeren, die gefordert hat, Fruaen von Reproduktion zu enbinden und letztere technisieren, d.h. Frauen von der Last der Geburt zu befreien. Aber derart radikale Ansichten, die die Freiheit von Menschen zum Gegenstand haben, kommen im spiessig engen Horizont deutscher Feministinnen nicht vor. Schade!

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  4. Franca J. sagt:

    Nichts für ungut, aber besteht deine Welt nur aus Radikalfeminismus?
    Männer sind auch keine Monster, und wenn die Mutter Schwierigkeiten hat, sich um ein Kind zu kümmern, warum dann dem Vater das Recht vorenthalten, bei der Frage mitzureden?

    Ideologie, Ideologie. Und während ihr von der Abschaffung von Rollenbildern sprecht, denkt ihr weitestgehend biologistisch. Männer sind Unterdrücker, weil sie männlich sind. So ein Mist.

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  5. Georg sagt:

    Hallo Elena,

    also in Sachen Julian Assanga kann ich dir
    nicht zustimmen. Mir kommen die Vergewaltigungs-
    vorwürfe sehr „spanisch“ vor. Ehrlich gesagt, ich
    glaube die Geschichte nicht. Denke hier eher an
    einen Rachefeldzug, der dazu da ist, ihn auszu-
    schalten. Er hat es gewagt, US-Geheimnisse zu
    veröffentlichen !

    LG
    Georg

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  6. Patrick sagt:

    Elena ich stimme dir in den meisten Punkten durchaus zu, nur bei dem Sorgerecht sehe ich die Situation etwas anderst.
    Für mich sollten die Mutter und der Vater des Kindes gleichberechtigte Patner bei der Erziehung sein. Beim Sorgerecht geht es darum wer sich am besten um das Kind kümmern sollte damit es dem Kind gut geht, unabhängig davon welche auswirkungen dies auf die Eltern hat.Egal ob auf die Mutter oder den Vater. Mit welcher Begründung sollten den die Frauen besser geeignt für diesen Job sein? Ist es dein Rollenverständnis, dass die Frauen für die Erziehung der Kinder zuständig sind? Dann bist du garnicht mehr so weit vom Konservatieven Frauen Bild der CDU entfernt.

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  7. Elena sagt:

    Lieber Patrick,

    es ging mir nicht darum Männer für unfähig zur Kindererziehung zu erklären. Das wäre in der Tat sehr antifeministisch. Natürlich ist es im Interesse aller, Frauen, Männer, Mütter, Väter, Kinder, dass sich beide Elternteile um ihr gemeinsames Kind sorgen. Es geht bei dem Gerichtsurteil jedoch nicht um Pflichten, sondern um Rechte. Rechte werden neu verteilt. Ob er nun ledig ist oder verheiratet oder geschieden – ein Vater hat nun das Recht darauf, sich auch um sein Kind zu sorgen. Beschließt nun ein Mann, seine Vaterschaft mal eben beiseite zu lassen (etwas, das leider nicht so selten vorkommt wie man sich das wünschen würde), lässt also ein Mann sein Recht sausen, dann ist es automatisch die Mutter, die für das Kind sorgen muss, erhält sie doch mit der Geburt ihres Kindes automatisch das Sorgerecht. Und damit verbunden auch die Pflicht, sich um ihr Kind zu kümmern.

    Also: Wenn Gleichstellung, dann bitte richtig. Und nicht gleiche Rechte, aber keine gleichen Pflichten!

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  8. Patrick sagt:

    klar aber wenn ein mann die Mutter im stich lässt wird er nicht unbedingt das alleinige sorgerecht für das Kind bekommen, damit er Das alleinige Sorgerecht bekommt müssen schon wirklich Triftige Gründe vorliegen. Wenn sich die Eltern aus welchen gründen auch immer während der Schwangerschaft trennen, oder nie lange Zusammen waren (solls ja auch geben) und es keine besonderen Umstände gibt sollten die beiden Eltern das gemeinsame Sorgerecht bekommen (oder zumindest die möglichkeit haben es zu bekommen). Unabhängig davon wie die Mutter darüber denkt. Ich halte die Fixierung auf die ehe eh für verkehrt. Immerhin sind wir Jusos doch sonst die, die für eine Gleichstellung von allen Bezeihungsformen, ob mit oder ohne Trauschein sind.
    Sorgerecht ist meiner Meinung nach der falsche Begriff, für mich bringt das Sorgerecht mehr Pflichten als rechte. Nähmlich die Pflicht sich ordendlich um das Kind zu kümern (was auch immer dazu gehört) natührlich werden die Eltern diese Pflicht (normalerweise) gerne Erfüllen, aber die Pflicht dabei wiegt für mich trozdem schwerer. Das Elternteil mit Sorgerecht hat vor allem
    die Verantwortung über das Kind. Ich denke man sollte sich zumindest den Weg offen halten, dass der Vater diese Verantwortung besser tragen kann, unabhängig davon ob die Eltern zum Zeitpunkt der Geburt verheiratet waren oder nicht.

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  9. Michael Klein sagt:

    Es ist bezeichnend, dass Feminismus hier offensichtlich nur noch im Zusammenhang mit Nachwuchs vorkommt. Ihr lebt im falschen Zeitalter! Die Geburtenverweigerung der Deutschen wird regelmaessig vom Statistischen Bundesamt dokumentiert. Wie waer’s ab jetzt nennt Ihr Euch „Mamiisten“, denn mit Emanzipation habt ihr nichts am Hut.

    Im uebrigen warte ich noch auf den Hinweis auf das Recht des Vaters, die Unterhaltszahlungen einzustellen. Aber das gibt es wohl nicht – oder?!

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  10. Elena sagt:

    @ Patrick: Klar, da sind wir einer Meinung.

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  11. Stephan aus Lichtenberg sagt:

    @Elena

    Niedlich, wie Du selbst im Angesicht dessen, dass Du in einem Blog-Artikel zugegeben hast, dass es einzig und allein um Machtpositionen geht Dich hier noch als Opfer stilisierst.

    Andere Geschichten gefällig?

    Mann und Frau haben ein Kind sind aber nicht verheiratet. Man erkennt Vaterschaft an, Sorgerecht landet aber bei der Mutter. Wozu das auch regeln, beide verstehen sich prächtig und beide sind gemeinsam für das Kind da.
    Nun bekommt die Frau ihren zweiten Frühling und verlässt den Mann. Der darf dann das Kind nicht mehr sehen, weil die Frau nix mehr mit ihrem Mann zu tun haben will.
    Natürlich ist sie aber sofort bei Gericht wenn er die Zahlung vom Unterhalt einstellt.

    Ein weiterer Fall:
    Das Gericht ist so nett und gesteht dem Mann ein Umgangsrecht zu. Einmal im Monat hat er das Recht das Kind zu sehen. Dies Verweigert aber die Mutter. Das Gericht stellt anfänglich fest, dass die Mutter das nicht darf, konsequenzen gibts keine. Nach mehreren Prozessen wechselt der Wind. Der Richter stellt nun fest, dass das Kind und der Vater so entfremdet sind, dass er kein Umgangsrecht mehr hat.

    Und wenn man Deinen Artikel im gesamten liest gestaltet es sich doch so:
    Die Entscheidung ob das Kind vor der Geburt getötet wird willst Du ganz allein treffen. Da soll der Vater nicht mitsprechen.
    Dann wenn es da ist soll er aber dafür zahlen! Das ist ja selbstverständlich.
    Aber ein Recht auf die Erziehung soll er dafür nicht haben. Da soll dann wieder das Wohl der Frau höher hängen als das wohl des Kindes.

    Das ist im übrigen die Stelle, die Dich verrät! Denn im Artikel schreibst Du: “ Es ging dem Gericht bei seiner Entscheidung einzig um das Wohl des Kindes – die Situation der Mutter, die aus verschiedenen Gründen vielleicht kein Interesse mehr am Kindsvater als Partner hat und deswegen kein Sorgerecht mit ihm teilen möchte, wurde in dem Urteil nicht berücksichtigt.“

    In Deinem Kommentar redest Du aber von:

    „. Es geht bei dem Gerichtsurteil jedoch nicht um Pflichten, sondern um Rechte. Rechte werden neu verteilt. Ob er nun ledig ist oder verheiratet oder geschieden – ein Vater hat nun das Recht darauf, sich auch um sein Kind zu sorgen. Beschließt nun ein Mann, seine Vaterschaft mal eben beiseite zu lassen (etwas, das leider nicht so selten vorkommt wie man sich das wünschen würde), lässt also ein Mann sein Recht sausen, dann ist es automatisch die Mutter,“

    Das sind zwei vollkommen unterschiedliche Sache von denen Du da redest!

    Ich muss sagen, dass dieser Artikel von Dir Elene mein persönliches feministisches Highlight dieses Jahres ist!
    Denn es zeigt, dass es bei der Sache nicht um Gleichberechtigung geht sondern um den Ausbau von Machtpositionen! Dies mehr oder weniger geschickt gepaart mit linker Rhetorik. Nun hat diese Jahresrückblick aber den Vorteil, dass die ganze plumpe Masche mit ihren Widersprüchen mal an einem Platz steht!

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  12. Lisbeth S. sagt:

    Meine lieben Kreaturen,

    wir sind mal wieder am absoluten Tiefpunkt des Niveaus angekommen. Oder kann noch jemensch drunter? Dann wäre jetzt die Gelegenheit!

    Schade, wie hier von wenigen jeglicher Diskurs torpediert wird – einzig und allein mit dem Ziel am Ende gegen die Autorin zu ‚gewinnen‘.

    Ich möchte alle denkenden Menschen dazu aufrufen, auf derartige Absurditäten nicht zu antworten und sich stattdessen inhaltlich zu beteiligen. Dazu gab es ja schon einige ganz gute Ansätze.

    Allerliebste Weihnachtsgrüße von
    Lisbeth

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  13. Michael Klein sagt:

    Liesbeth,
    diese kryptische Aussage versteht mit Sicherheit niemand. Hab‘ Mut und nenn‘ Ross und Reiter! Und zeichnet es einen Diskurs nicht aus, dass man sich mit „Andersdenkenden“ auseinandersetzt. Das, was Dir vorschwebt, ist Sektierertum!

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  14. Hannah sagt:

    Danke Lisbeth!!!

    Ich finde, du hättest unbedingt die Debatte über das Burka-Verbot in Frankreich und Belgien erwähnen müssen, das ja auch unter Feminist_innen sehr kontrovers diskutiert worden ist. Zum Beispiel von Antje Schrupp und Gabi Schmidt in der Jungle World (http://jungle-world.com/artikel/2010/29/41364.html + http://jungle-world.com/artikel/2010/29/41363.html). Was meint ihr dazu, liebe (feministische) Leser_innen?

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  15. Lisbeth S. sagt:

    Ui, da hast du recht. Ich wusste bei dieser Diskussion selbt nicht so genau, welche Position nun aus feministischer Sicht vertretbar ist. Im neuen Argumente-Heft zum Thema Migration/Integration wird das Thema aber nocheinmal aufgegriffen:
    http://www.jusos.de/sites/default/files/material_files/Argumente%204_10.pdf
    Sehr guter Artikel zu Feminismus und Rassismus, wie ich finde!

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  16. Fräulein Rosa sagt:

    Was mir noch einfällt, ist auf jeden Fall die Diskussion über Stereotype, die Christina Schröder mit ihren antifeministischen Äußerungen losgetreten hat und die auch hier im Blog thematisiert wurde (http://blog.jusos.de/2010/11/einfach-alle-selber-schuld/). Überhaupt gehört wohl Christina Schröder zu den Personen, die erwähnt werden sollte, wenn es um Absurditäten geht… Selbst von der Frauenbewegung profitiert und nun aber ganz schnell abgrenzen von diesen lila-Latzhosen-tragenden Kampf-Emanzen… Yeah!

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  17. Kampf-Emanze sagt:

    Hier noch was zum Thema Assange:
    http://maedchenmannschaft.net/was-schreib-ich-nur-uber-julian-assange/
    Gruselig, diese Diskussion!

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  18. Philipp V. sagt:

    „Kombiniert man dies im übrigen mit dem Punkt im September, nämlich der Hetze, die hier gegen Leute stattfindet, die sich für das Leben einsetzen, wird klar, das das Ziel des Feminismus der Jusos nicht die Gleichberechtigung ist sondern einzig und allein die Verwirklichung eines Egotrips!“

    Man kann dies aber natürlich auch anders herum sehen. Immerhin handelt es sich bei den Demonstrantinnen, die sich FÜR Abtreibung eingesetzt haben, ebenso um Frauen. Und wieso sollten sie nicht das Recht auf Abtreibung haben?

    Okay, wer ein bibeltreuer Mensch ist, dessen Ablehnung verstehe ich voll und ganz. Er/Sie ist nun einmal religiös erzogen und hat diesbezüglich andere Wertemaßstäbe.

    Ansonsten aber finde ich, dass Frauen das Recht auf Abtreibung durchaus zugestanden werden sollte. Wenn sie ungewollt schwanger werden und nicht fähig sind (materiell, physisch oder psychisch), die Verantwortung für ein solches Kind übernehmen zu können, so besteht für sie ein berechtigter Grund, den Fötus in ihrem Leib abtreiben zu lassen. Auch, weil der Mann, der das Ganze mitverursacht hat, oftmals nicht bereit ist, dafür gerade zu stehen. Und man kann sich ausmalen, wer dann alleine für das Kind zuständig ist. Auf den Schultern der Frau liegt in diesem Fall deutlich mehr Verantwortung, wenngleich auch der Mann mindestens so verantwortlich für die Situation ist (auch hier kann man sich über Pflichte & Rechte des Einzelnen streiten).

    Wie gesagt ist eine Abtreibung, wenn es eine betroffene Frau wirklich wünscht, meines Erachtens nach daher immer noch besser, als das Kind nachher verwahrlosen zu lassen.

    Natürlich sollte man schon im Vorhinein darauf aufpassen, dass eine ungewollte Schwangerschaft nicht passiert, aber so etwas passiert nun einmal. Es ist ja jetzt nicht so, dass sich Frauen absichtlich schwängern lassen, um dann „einfach mal so“ eine Abtreibung durchführen zu lassen.

    Ich denke daher, dass Frauen in einem liberalen Staat das Recht auf Abtreibung haben sollten. Diejenigen, die eine Abtreibung ablehnen, müssen selbstverständlich nicht davon Gebrauch machen. Eine Abtreibung findet letztendlich nicht unüberlegt statt, wie viele Gegner immer weiß zu machen versuchen.

    Ich erinnere mich da einer Freundin aus meiner Zeit am Gymnasium, die ebenfalls schwanger wurde. Zunächst einmal hat sie es die ersten Wochen geheim gehalten, durchaus evrständlich, denn sie wusste nicht was sie tun sollte und wie ihre Eltern und ihre Umwelt darauf reagieren würden. Auch nachdem sie es gesagt hatte, war sie in einem unheimlichen Dilemma. Alles drehte sich fortan nur noch um das ungeborene Kind in ihrem Leib. Sie war innerlich mit sich selbst am ringen und richtig verzweifelt, ein nervliches Wrack. Am Ende hat sie sich schließlich FÜR das Kind entschieden (hierbei muss aber betont werden, dass die Anlaufstelle sehr einseitig auf sie eingeredet hat und sie die ganze Zeit davon zu überzeugen versuchte, das Kind zu behalten).
    Der „Vater“ (absichtlich in Anführungszeichen, dann biologisch ist er zwar der Vater des Kindes, aber unter einem „richtigen Vater“ verstehe etwas anderes) wollte natürlich nichts damit zu tun haben. Sie nahm dies zur Kenntnis, entschloss sich dennoch für das Kind, bereit es alleine (bzw. mithilfe der Familie) großzuziehen.

    Ich achte diesen Schritt sehr! Und gleichzeitig muss ich mich fragen, wie ich in einer solchen Situation reagiert hätte. Als Kerl stellt sich für mich die Situation natürlich gänzlich anders dar. Hier hat Elena recht, was den Aspekt „Rechte & Pflichten von Mann und Frau“ anbetrifft, sie sind hier gänzlich anders verteilt.

    Wie gesagt kann ich hier durchaus verstehen, dass Frauen sich auch FÜR die Abtreibung einsetzen. Eine Gegen-Demo finde ich hier daher durchaus sinnvoll. Allerdings stellt sich hier die stilistische Frage, ob man mit dieser Gegen-Demo gleichzeitig die andere Demo blockieren muss. Die Demos können durchaus parallel zur gleichen Zeit stattfinden, aber sie blockieren? Naja, das ist halt wie gesagt eine Frage des Stils. Aber ich bin mir ebenso sicher, dass wenn eine „Für Abtreibung“-Demo zuerst intiiert worden wäre, dass sich ihr ebenso Gegner entgegengestellt hätten.

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  19. Stephan aus Lichtenberg sagt:

    @Lisbeth

    Wenn das Niveau so gering ist, dann wäre es doch für Dich ein Leichtes die Widersprüche aufzuklären!
    Warum die Frau einzig und allein entscheiden soll ob das Kind lebt oder stirbt, der Mann dann aber nach der Geburt zahlen soll. Warum der Mann zahlen soll aber sich das Recht haben soll sich eben so um das Kind zu kümmern wie die Frau?
    Wieso wird gesagt, dass eine keine Biologischen Unterschiede gibt wenn es um den Beruf geht? Und warum werden biologische Unterschiede hochgehalten wenn es um den Nachwuchs geht?

    Das ganze kann man sicherlich vielfältig herleiten. Aber sehr gut funktioniert die Erklärung, dass es um die Maximierung der eigenen Macht geht und eben nicht die Erringung gleicher Rechte und Pflichten!

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  20. Stephan aus Lichtenberg sagt:

    @Michael

    Ob nun die Geburt unbedingt eine Last ist muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich finde aber das was Du sagst sehr reizvoll. Zunächst sehe ich die Chancen für viele Menschen die gerne Kinder hätten diese aber nicht bekommen können. Seien es heterosexuelle Paare, wo die Geburt zu gefährlich für die Frau ist oder Homosexuelle Paare die so ein Kind bekommen können und so keine etwaigen emotionalen Abhängigkeiten wie bei einer Leihmutterschaft entstehen.

    An diesem Rückblick merkt man zum Glück ganz deutlich wie wenig es beim Feminismus und Gleichberechtigung geht sonder wie sehr der Ewerbt von Macht und der Erhalte eigener Privilegien im Forderung steht.
    Von daher neben der Quote die Fixierung auf der Nachwuchs. Denn dieser wird als Machtinstrument eingesetzt.

    Ich für meinen Teil betrachte die Sache weitaus weniger theoretisch. Für mich soll jeder Leben wie er will, solange alles freiwillig ist und man nicht ins Leben, Freiheit und Eigentum anderer eingreift. Man soll alles machen können solange diese Konstrukt selbstständig wirtschaftlich existenzfähig ist.

    Jetzt kann im übrigen den Bogen von Feministen hin zu linken Etatisten spannen und überlegen warum sie die „Alleinerziehende Mutter“ so sehr als Lebensentwurf pushen.
    Denn da ist zum einen die Machtposition über das andere Geschlecht, realisiert durch Zahlungen und notfalls staatliche Gewalt. Dies befriedigt die Feministinnen. Die Frau ist aber nur Scheinbar unabhängig, denn zum anderen geht dies auch mit eine hohen Abhängigkeit von staatlichen Transferleistungen einher. Das wiederum befriedigt die linken Etatisten.
    Von daher gehen diese beiden Ideologien auch so gern Hand in Hand.

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  21. Stephan aus Lichtenberg sagt:

    @Phillip

    „Okay, wer ein bibeltreuer Mensch ist, dessen Ablehnung verstehe ich voll und ganz. “

    Ich habe mit Christentum, Bibel und Religion nichts am Hut. Meine Ablehnung von Abtreibung basiert auf purer Logik und meinen drei festen Grundwerten: Leben, Freiheit und Eigentum!

    „Wenn sie ungewollt schwanger werden und nicht fähig sind (materiell, physisch oder psychisch), die Verantwortung für ein solches Kind übernehmen zu können, so besteht für sie ein berechtigter Grund, den Fötus in ihrem Leib abtreiben zu lassen.“

    Und was kann dafür das Kind? Das jemand dazu materiall nicht fähig ist wage ich mal zu bezweifeln. Wir leben doch bereits im super duper sozial Umverteilugnsstaat. Was ich aber schon eher glaube ist, dass einig Leute ein materielles Interesse haben das Kind nicht zu bekommen. Aus materiellen Gründen einen Menschen zu töten ist im übrigen ein niederer Beweggrund, was ein Mordmerkmal ist.
    Das Leute psychisch nicht fähig sind… Nun ja viellecith sollte man die Leute, die die 1000 Holzkreuze tragen nicht tädlich angreifen sondern mit denen mal reden. Denn ein sehr großer Teil von denen meint das wirklich ernst was sie sagen und helfen gerne Menschen!
    Wenn jemand physisch nicht in der Lage ist, ist das wirklich ein Grund für die Abtreibung.

    „Wie gesagt ist eine Abtreibung, wenn es eine betroffene Frau wirklich wünscht, meines Erachtens nach daher immer noch besser, als das Kind nachher verwahrlosen zu lassen.“

    Das Präventive Töten von Leuten, weil dies besser für sie wäre ist Ideologie der National-Sozialisten und führte u.A. zu Ethanasie.

    „Ich denke daher, dass Frauen in einem liberalen Staat das Recht auf Abtreibung haben sollten.“

    Leben, Freiheit und Eigentum! Eine Abtreibung greift in das Leben des Kindes ein, ist von daher abzulehnen!

    „Diejenigen, die eine Abtreibung ablehnen, müssen selbstverständlich nicht davon Gebrauch machen. “

    Den Spruch merke ich mir für die nächste Sitzung der Jusos.
    Rassismus? Das recht sollte man haben, ihr müsst ja selber nur nicht rassitisch sein?
    Den Partner schlagen? Das recht muss man haben, ihr müsst euren Partner ja nur selbst nicht schlagen!
    Es geht da nicht um den Gebrauch von Rechten. Es geht darum, dass bei einer Abtreibung Menschen umgebracht werden! Und das ist nun mal ein bisschen mehr ob der Nachbar nun Radieschen im Garten anbaut.

    „Hier hat Elena recht, was den Aspekt “Rechte & Pflichten von Mann und Frau” anbetrifft, sie sind hier gänzlich anders verteilt.“

    Na womit hat sie denn Recht? Ich hab ja noch mal ein par andere Geschichten erzählt. Was ist mit denen. Oder dieser Hier?
    Frau ist schwanger und will abtreiben. Mann freut sich auf das Kind und will es haben? Was denn nun? Nach aktueller „Rechtslage“ kann die Frau trotzdem das Kind umbringen. Toll oder?

    „Eine Gegen-Demo finde ich hier daher durchaus sinnvoll. Allerdings stellt sich hier die stilistische Frage, ob man mit dieser Gegen-Demo gleichzeitig die andere Demo blockieren muss. Die Demos können durchaus parallel zur gleichen Zeit stattfinden, aber sie blockieren? “

    Lustig, dass Du am Anfang von Rechten redest, die jemand hat und wahrnimmt oder nicht und hier einigen Personen nur zögerlich ihr Demonstrationsrecht zugesteht. Wenn Du darüber mal reden willst, kannst Du Dich ja im Artikel zu Dresden äußern. Da ist nämlich seit meinem letzten Beitrag seit 4 Tagen Funkstille. Nur so viel: Blockierer von Demonstrationen bedienen sich der Methoden der Nazis!

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  22. Stephan aus Lichtenberg sagt:

    @Rosa
    „Selbst von der Frauenbewegung profitiert und nun aber ganz schnell abgrenzen von diesen lila-Latzhosen-tragenden Kampf-Emanzen… Yeah!“

    Kann mich gar nicht erinnern, dass Frau Schröder aufgrund einer Quote Ministerin ist.

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  23. Stephan aus Lichtenberg sagt:

    Da das Thema mit der Burka hier aufkommt:

    Was ich auch immer wieder amüsant finde ist die Affinität der Feministen und Feministinnen bzw. linken Etatisten im Allgemeineinen zum autoritären Islam.

    Über die tieferen psychologischen Gründe werde ich mal nichts sagen.

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  24. Matthias sagt:

    @Elena: ein wirklich gelungener Jahresrückblick.

    Über die tiefenpsychologischen Gründe der misogynen Haltung der Lichtenberger Ein-Mann-Burschenschaft will ich hier nicht spekulieren, aber auf diesem Niveau braucht man nicht über das Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper diskutieren…

    Dass Kristina Schröder selbstverständlich von Frauen- ebenso wie Landesverbandsquoten profitiert hat ist evident und ebensowenig verwerflich. Die Kritik an ihrer Politik und ihren Aussagen hat genug Ansatzpunkte, so dass man sich darüber weder beschweren noch freuen muss.

    In welcher Welt man leben muss, dass man den FeministInnen den „Erhalt eigener Privilegien“ vorwirft, ist mir ein Rätsel. Aber vielleicht gibt es diese Welt ja, und sie verschließt sich unserem Zugriff. Tatsächlich zeigen uns ja schon die blanken Zahlen zu Lohndiskriminierung, Elitenpositionen etc., dass von einer Gleichberechtigung nicht zu sprechen ist, von diversen autoritären Diskursen nicht zu sprechen.

    Diskussionbedarf ist m.E. tatsächlich noch bei der Frage Feminismus in der Einwanderungsgesellschaft. Und bei der Sorgerechtsfrage würde ich auch gern ausführlicher diskutieren, aber bei der von einigen hier verbreiteten Hetzstimmung ist das nicht gerade der geeignete Ort.

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  25. Stephan aus Lichtenberg sagt:

    „Über die tiefenpsychologischen Gründe der misogynen Haltung der Lichtenberger Ein-Mann-Burschenschaft will ich hier nicht spekulieren, aber auf diesem Niveau braucht man nicht über das Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper diskutieren…“

    Matthias! In einer anderen Diskussion magst Du nicht über Gerichtsurteile sprechen, hier bezeichnest Du Leute als Frauenfeindlich und Agitierst. Das schöne ist, dass Du genau wie Lisbeth lediglich Dein Niveau postulierst um nicht diskutieren zu müssen.

    Aber macht ruhig so weiter! Zum Glück ist die Diskussion ja öffentlich und jeder kann anhand der Diskussion den inneren Zustand der Jusos sehen und was so für Personen als Vorstand kooptiert werden.

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  26. Saskia sagt:

    Da ich momentan in Italien bin und hier einen Freiwilligendienst mache, würde ich folgendes ergänzen:
    November 2010:
    Berlusconis Sex- Eskapaden mit Minderjährigen, seine Rechtfertigung dafür („Es ist immer noch besser, von schönen Frauen begeistert zu sein, als schwul zu sein.“) und die darauffolgende „Diskussion“ über die Rolle der Frau in der Gesellschaft und Homosexualität. Der Oppositionspolitiker Bersani hat das dann irgendwann so zusammengefasst: “Da un punto di vista morale Berlusconi porta il Paese a una regressione paurosa: la donna e‘ il dopolavoro del maschio, gli omosessuali sono da disprezzare […]”, heißt übersetzt: “Von einem moralischen Blickwinkel aus betrachtet, treibt Berlusconi das Land zu einem Angst einflößenden Rückschritt: Die Frau ist die Feierabendbeschäftigung des Mannes, die Homosexuellen sind zu verachten.“

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  27. Michael Klein sagt:

    @Matthias
    „Über die tiefenpsychologischen Gründe der misogynen Haltung der Lichtenberger Ein-Mann-Burschenschaft will ich hier nicht spekulieren, aber auf diesem Niveau braucht man nicht über das Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper diskutieren“

    Wenn Du der Ansicht bist, dass KRITIK am Feminismus gleichzusetzen ist mit „Misogynie“, dann braucht man tatsaechlich nicht mehr zu diskutieren, denn es gibt nichts zu diskutieren. Aber vielleicht liest Du einmal bei Adorno et al. in der autoritaeren Persoenlichkeit nach, dort wirst Du Dich wiederfinden. Die Verweigerung der Diskussion oder auch nur Anerkennung einer anderen Position und deren Diskreditierung ist das Erkennungszeichen des narrow minds, das Adorno et al. als autoritaere Persoenlichkeit beschrieben haben.

    Als ich noch Juso war, gab es zwar auch schon Schliessungstendenzen, wie sie in diesem Blog vorhanden sind, aber es gab immer noch welche, die dachten, Politik bestuende darin, sich mit anderen Auseinanderzusetzen und nicht darin, sich mit Gleichmeinenden zusammenzufinden, um sich gegenseitig die Seele zu massieren.

    „In welcher Welt man leben muss, dass man den FeministInnen den “Erhalt eigener Privilegien” vorwirft, ist mir ein Rätsel. Aber vielleicht gibt es diese Welt ja, und sie verschließt sich unserem Zugriff. Tatsächlich zeigen uns ja schon die blanken Zahlen zu Lohndiskriminierung, Elitenpositionen etc., dass von einer Gleichberechtigung nicht zu sprechen ist, von diversen autoritären Diskursen nicht zu sprechen“

    Ja dann praesentier‘ doch mal diese Zahlen und kontrastier‘ Sie z.B. mit der Lebenserwartung (Frauen leben mehr als 6 Jahre laenger als Maenner – ein Skandal), kontrastier‘ sie mit den Ausgaben fuer die Forschung bei spezifisch weiblichen Krebsarten und den entsprechenden fuer Prostatakrebs und und und und dann ueberleg Dir mal, warum der Lohnunterschied verschwindet, wenn man nach Erfahrung im Beruf und Arbeitszeit kontrolliert. Und wenn Du das verdaut hast, dann lies‘ die Arbeiten von Catherine Hakim z.B. da: „http://wox.sagepub.com/content/29/4/428.abstract“, und wenn Du dann ueber eine informierte Grundlage verfuegst, dann koennen wir uns ja einmal richtig ueber das unterhalten, von dem Du soviel zu wissen vorgibst.

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  28. Elena sagt:

    Ich finde es erschreckend, in welch hasserfülltem, unsachlichem und agressivem Tonfall hier diskutiert wird.

    Niemand sperrt sich grundsätzlich gegen konstruktive Kritik am Feminismus oder wäre nicht bereit über Zahlen oder politische Positionen zu diskutieren. Wenn es jedoch Personen gibt, die schon mit persönlichen Anfeindungen und meterlangen Hetz-Posts in die Kommentierung einsteigen, führt das nicht zu einer Diskussion, sondern bewirkt eher das Gegenteil, nämlich dass Menschen, die eigentlich diskutieren wollen, keine Lust mehr dazu haben, weil sie persönlich angegriffen werden.

    Ich möchte euch alle darum bitten, in diesem Thread freundlich miteinander umzugehen, niemanden zu provozieren und sich nicht provzieren zu lassen. Meine Intention mit diesem Beitrag war eine Diskussion über politische Positionen. Meinetwegen können auch Grundsätze diskutiert werden, wenn es den Bedarf dazu gibt, solange dabei unsere Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität nicht negiert werden.

    Alle, die diese Grundwerte nicht akzeptieren können, bitte ich, sich eine andere Beschäftigung zu suchen als Personen anzufeinden, die hier sachlich miteinander diskutieren wollen. Bitte wahrt die Grundregeln des menschlichen Umgangs oder seid vielleicht sogar mal ein bisschen freundlich, auch wenns schwerfällt. Immerhin ist bald Weihnachten 😉

    Herzlichen Dank und solidarische Grüße von
    Elena

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  29. Michael Klein sagt:

    @Elena
    „Wenn es jedoch Personen gibt, die schon mit persönlichen Anfeindungen und meterlangen Hetz-Posts in die Kommentierung einsteigen, führt das nicht zu einer Diskussion, sondern bewirkt eher das Gegenteil, nämlich dass Menschen, die eigentlich diskutieren wollen, keine Lust mehr dazu haben, weil sie persönlich angegriffen werden.“

    Ich finde es waere redlich, nicht nur abstrakte Vorwuerfe zu formulieren, sondern die entsprechenden Vorwuerfe auch zu substantiieren, was Dir sicher anhand von Beispielen leicht moeglich ist, oder?

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  30. Elena sagt:

    Lieber Michael,

    es geht mir genau darum, niemanden persönlich anzugreifen. Denn das ist genau das, was ich auf diesem Blog nicht möchte. Ich schätze, diejenigen, die es betrifft, werden sich schon angesprochen fühlen und hoffentlich ihr Verhalten überdenken.

    Denn m.E. ist bei grundsätzlichen politischen Diskussionen (die hier ja fortwährend eingefordert werden) wichtig: Ein gewisses Abstraktionsniveau hilft manchmal eher, einen Konsens zu erreichen.

    In diesem Sinne.

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  31. Michael Klein sagt:

    @Elena,
    was hat es denn mit einem persoenlichen Angriff zu tun, wenn Du zitierst und belegst, was Dir nicht gefaellt?

    Aus meiner Sicht ist das Abstraktionsniveau der Diskussion gerade das Problem. Wie Garfinkel fortwaehrend zeigt und gezeigt hat, ist es nicht einfach, sich zu verstaendigen, und je abstrakter das Niveau, desto einfacher ist es zwar, die Illusion der gemeinsamen Position aufrechtzuerhalten, desto inhaltsleerer ist aber die Diskussion. Waere

    ich einer von den Angesprochenen, dann wuesste ich z.B. nicht, dass ich gemeint bin und wuerde mein Verhalten auch nicht ueberdenken (was ich sowieso nur auf der Grundlage von Argumenten und nicht auf der Grundlage von Appellen tue). Vielleicht solltest Du daher Deine Begruendung noch einmal ueberdenken, denn, to be honest, ich halte Sie fuer vorgeschoben – eine gute Auseinandersetzung hat jedenfalls noch nie geschadet, wenn sie mit Argumenten gefuehrt wird …

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  32. Philipp V. sagt:

    „Ich finde es erschreckend, in welch hasserfülltem, unsachlichem und agressivem Tonfall hier diskutiert wird.

    Niemand sperrt sich grundsätzlich gegen konstruktive Kritik am Feminismus oder wäre nicht bereit über Zahlen oder politische Positionen zu diskutieren. Wenn es jedoch Personen gibt, die schon mit persönlichen Anfeindungen und meterlangen Hetz-Posts in die Kommentierung einsteigen, führt das nicht zu einer Diskussion, sondern bewirkt eher das Gegenteil, nämlich dass Menschen, die eigentlich diskutieren wollen, keine Lust mehr dazu haben, weil sie persönlich angegriffen werden.“

    Danke Elena für diese weisen Worte. Ich verstehe auch nicht, wieso, wenn jemand einmal anderer Meinung ist, das Gegenüber meint, sich gleich mit diesem in „Freund-Feind-Stellung“ zu begeben. Die Art und Weise, wie hier miteinander umgegangen wird, ist absolut respektlos. Von Respekt und Stolz oder auch Höflichkeit haben hier wohl manche noch nie etwas gehört. Stattdessen wird die eigene Sichtweise als das Maß aller Dinge gesetzt, die anderen Meinungen seien folglich falsch. „Ich bin schlau. Du bist dumm.“ Ich verstehe nicht, wie solche Menschen im wahren Leben mit Mitmenschen umspringen. Werden da keine Gegenmeinungen akzeptiert? Muss man jemanden sofort runtermachen und „als blöd“ abstempeln, wenn dieser einmal nicht der Meinung des anderen ist? Muss man sich sofort in ein Klein-Klein-Begeben, jeden noch so kleinsten Punkt kritisieren? Ich begreife es nicht.

    Ich werde jetzt aber dennoch auf Philipps Beitrag eingehen – jedoch bin ich mir fast sicher, dass Außenstehende sofort erkennen werden, wessen Beitrag weniger aggressiv und respektlos ist.

    „Ich habe mit Christentum, Bibel und Religion nichts am Hut. Meine Ablehnung von Abtreibung basiert auf purer Logik und meinen drei festen Grundwerten: Leben, Freiheit und Eigentum!“

    An dieser Stelle hat sich für bereits deine Sichtweise voll und gang erklärt. Es bedarf hier keiner weiteren Erläuterungen geschweige denn irgendeiner Kritik. Du gibst offen zu, dass ein Embryo (womöglich auch schon eine befruchtete Eizelle, da sie ja den Anfang des ganzen darstellt) für dich bereits ein vollwertiger Mensch bedeutet. Dann ist auch sofort klar, dass du gegen Abtreibungen bist, oder? Es gibt aber auch Menschen, die das anders sehen. Ist ihre Ansicht daher falsch? Nein, deswegen verstehe ich nicht, wieso du diese gleich so runtermachen musst. Und wenn du sie nicht runtermachen willst, dann hättest du eine andere Ausdrucksweise wählen sollen, denn so kommen deine Beiträge einfach absolut respektlos und anfeindend rüber.

    „Und was kann dafür das Kind? Das jemand dazu materiall nicht fähig ist wage ich mal zu bezweifeln. Wir leben doch bereits im super duper sozial Umverteilugnsstaat. Was ich aber schon eher glaube ist, dass einig Leute ein materielles Interesse haben das Kind nicht zu bekommen. Aus materiellen Gründen einen Menschen zu töten ist im übrigen ein niederer Beweggrund, was ein Mordmerkmal ist.“

    Auch hier wieder die Sache: Ist ein vllt. einen Monat alter Embryo schon ein vollwertiges Leben? Für dich steht fest, ja, was ich auch gar nicht kritisieren will. Diese Meinung steht dir zu. Dafür müsste nämlich erst die Frage erklärt werden, wann fängt Leben überhaupt an? Naja, und dass es bei dieser Frage kein „Richtig“ oder „Falsch“ gibt, erklärt sich wohl von selber.
    Aber egal, gehen wir auf das Materielle ein. Es stimmt, der deutsche Staat macht schon so einiges für das Kind und die junge Mutter, damit diese nicht unter menschenunwürdigen Bedingungen leben müssen. In anderen Ländern sieht das schon ganz anders aus. Hier gibt es allerhand Hilfen vom Staat, was ich im Übrigen persönlich sogar ganz gut finde. Aber nichts desto trotz muss gesagt werden, dass der materielle Wohlstand der Mutter (!) mit der Geburt des Kindes gemindert wird. Bei manchen stärker als bei anderen. Dies ist übrigens bei jeder Geburt so, bei jeder Mutter. Übrigens lehne ich es ebenso ab, wenn eine Frau sagt, sie will das Kind nur abtreiben, um nicht für es finanziell aufkommen zu müssen. Aber ich habe nicht gesagt, dass dies der alleinige Grund für eine Abtreibung ist. Oftmals handelt es sich ohnehin um ein Zusammenspiel der verschiedensten Gründe. Man macht sich Gedanken darüber, ob man psychisch (und als Folge daher auch oft physisch) mit dem Kind fertig wird. Man macht sich Gedanken darüber, ob das Geld, dass die Mutter verdient und vom Staat dazu kriegt, ausreicht, um dem Kind und ihr ein menschenwürdiges Leben zu garantieren, um sich selbst eine Perspektive als auch dem Kind zu ermöglichen, um den Anschluss zur Gesellschaft nicht zu verlieren. Man macht sich Gedanken um die eigene Zukunft? Wollte man nicht dies und jenes werden? Wird diese Chance durch die Geburt des Kindes nun nicht verbaut? Wird sie, wenn sie weiterhin dieses Ziel verfolgt, überhaupt noch genug Zeit und Kraft für ihr Kind haben?
    Es kann sein, wenn ich dich missverstehe, aber es klingt so, als würdest du in erster Linie nur aus Sicht des noch ungeborenen Kindes (schon ein Menschenleben? s.o.) argumentieren, aber nicht aus Sicht der Mutter. Ich habe dies übrigens alles in Frageform gestellt. Man kann auf jede einzelne Frage antworten, wie man will. Ich persönlich erwarte aber auf keine einzige diese Fragen eine Antwort. Das wäre nur wieder pingeliges Klein-Klein.
    Laut Elena sind Abstraktionen auch mal gut. Dem stimme ich zu. Dies ist eine solche Abstaktion. Hier werden verschiedene Fragen aneinandergereiht, die alles etwas beinhalten. Jedoch geht es nicht um die einzelnen Fragen selber, sondern um das Gesamtpaket. Es soll nur gesagt werden: Es gibt sehr wohl nach wie vor Gründe, wieso potenzielle Mütter vielleicht doch lieber eine Abtreibung vorziehen (und diese Gründe müssen nicht automatisch falsch sein!).

    „Das Leute psychisch nicht fähig sind… Nun ja viellecith sollte man die Leute, die die 1000 Holzkreuze tragen nicht tädlich angreifen sondern mit denen mal reden. Denn ein sehr großer Teil von denen meint das wirklich ernst was sie sagen und helfen gerne Menschen!“

    Richtig, Verständigung ist der erste Weg zur Lösung. Hier allerdings, und dem wirst du mir zustimmen, wird eine Verständigung aber wohl aufgrund der Grundhaltung der beiden Gruppen scheitern. Ähnlich wie bei Stuttgart 21: Entweder das Ding kommt oder nicht. Es gibt da keine halben Sachen (diese kleinen Kompromiss-Vorschläge von Herrn Geißler sind kein „richtiger Kompromiss“, das weiß jeder)!

    „Das Präventive Töten von Leuten, weil dies besser für sie wäre ist Ideologie der National-Sozialisten und führte u.A. zu Ethanasie.“

    Naja, ganz so einfach einen Nazi-Vergleich an dieser Stelle anbringen, kann man nicht. Denn da hielt es sich durchaus erwas anders. Hier waren es rassistische Gründe. Das „präventive Töten“ in Form der Euthanasie bei den Nazis hatte gänzlich andere Beweggründe. Es ging hier um Reinrassigkeit. Einen solchen Vergleich hier anzubringen, finde ich hier daher nicht angemessen.

    „Den Spruch merke ich mir für die nächste Sitzung der Jusos.
    Rassismus? Das recht sollte man haben, ihr müsst ja selber nur nicht rassitisch sein?
    Den Partner schlagen? Das recht muss man haben, ihr müsst euren Partner ja nur selbst nicht schlagen!
    Es geht da nicht um den Gebrauch von Rechten. Es geht darum, dass bei einer Abtreibung Menschen umgebracht werden! Und das ist nun mal ein bisschen mehr ob der Nachbar nun Radieschen im Garten anbaut.“

    Naja, du übertreibst das ganze mal wieder. Natürlich muss alles mit den Grundrechten irgendwo vereinbart werden können. Aber auch hier wieder die Frage: Wo fängt Leben an? Je nachdem, wie man diese Frage beantwortet, wird auch die Sicht des anderen klar. Und wie soll man Kritik an Grundsätzen ausüben? Äußerst schwer, und zu einem Ergebnis wird man nicht kommen.
    Und du hast recht, es verhält sich mit der Abtreibung tatsächlich etwas komplizierter als mit dem Anbau von Radieschen im Nachbarsgarten, deswegen werden darüber auch unendlich viele Diskussionen geführt – wie eben hier.

    „Na womit hat sie denn Recht? Ich hab ja noch mal ein par andere Geschichten erzählt. Was ist mit denen. Oder dieser Hier?
    Frau ist schwanger und will abtreiben. Mann freut sich auf das Kind und will es haben? Was denn nun? Nach aktueller “Rechtslage” kann die Frau trotzdem das Kind umbringen. Toll oder?“

    Hier muss man sich alles etwas genauer angucken: Mann setzt Samen rein, basta – und in diesem Fall scheinbar gegen den Willen der Frau. Mehr macht der Mann an dieser Stelle nicht. Die Frau hingegen müsste dann 9 Monate lang mit der Schwangerschaft kämpfen, gar nicht zu sprechen von der Geburt, aber vor allem mit den psychologischen Effekten. Wenn ein Mann schwanger werden könnte und das Kind austragen könnte, dann gäbe es diese Diskussion gar nicht. Naja, können aber Männer nun einmal nicht. Und das Kind gedeiht nun einmal in „Mutters“ Leib. Folglich obliegt ihr das Oberrecht darüber, ob sie das Kind austrägt oder nicht. Man könnte hier fast von Naturrecht sprechen. Natürlich will der Mann in diesem Falle gerne das Kind, aber dann wird er sich wohl eine andere Frau suchen müssen. Das ist durchaus traurig. Aber an dieser Stelle hat die Frau meines Erachtens zurecht das Recht darüber, ob es das Kind abtreiben lässt oder nicht.

    „Lustig, dass Du am Anfang von Rechten redest, die jemand hat und wahrnimmt oder nicht und hier einigen Personen nur zögerlich ihr Demonstrationsrecht zugesteht. Wenn Du darüber mal reden willst, kannst Du Dich ja im Artikel zu Dresden äußern. Da ist nämlich seit meinem letzten Beitrag seit 4 Tagen Funkstille. Nur so viel: Blockierer von Demonstrationen bedienen sich der Methoden der Nazis!“

    An dieser Stelle hast du mich leider anscheinend missverstanden. Ich spreche ihnen keineswegs das Recht für Demonstrationen ab. Klar dürfen sie diese haben! Aber ebenso die anderen! Ich habe lediglich gesagt, dass jeder eine andere Meinung über das Blockieren von Demonstrationen hat. Manche sehen dies als durchaus legitim an, andere weniger.
    Die 1000-Holz-Kreuz-Träger für Leben dürfen gerne demonstrieren, keine Frage. Ebenso dürfen die Gegner demonstrieren. Nun haben nun einmal die Abtreibungs-Befürworter die anderen blockiert. Ich bin mir aber sicher, dass wenn die Abtreibungs-Befürworter zuerst eine Demo gestartet hätten, dass sie dann ebenfalls von den anderen blockiert worden wären.
    Wie man dieses Blockieren beurteilt, ist natürlich eine andere Frage, dies habe ich auch schon zuvor gesagt. Das und nur das wollte ich mit diesem einen Absatz von mir ausdrücken. Viele sehen dies als legitimes Mittel in einem demokratischen Staat an, ihre Meinung kundzutun. Andere bezeichnen dies – so wie du – als nicht rechtens, als „Nazi-Mittel“. Fakt ist aber, dass der Staat den wir haben, Blockaden bis zu einer bestimmten Grenze erlaubt – solange sie den Grundwerten der Verfassung entsprechen und nicht gewaltsam vonstatten gehen. Unter dem gängigen Begriff „Gewalt“ versteht die Mehrheit der Menschen etwas anderes als „lockieren. Dies ist auch bei uns in Deutschland der Fall. Deshalb sind Blockaden, so lächerlich sie manchmal sogar erscheinen mögen, erlaubt. In anderen Staaten sieht die Interpretation natürlich schon gänzlich anders aus, da werden Blockaden als „staatszersetzende“, „vaterlandsverräterische“, „terroristsche“ Mittel angesehen. In Deutschland eben nicht.
    Wer genau gelesen hat, wird merken, dass ich nach wie vor keinen richtigen Standpunkt zum Thema „Blockieren von Demos“ eingenommen, sondern lediglich eine Art Bestandsaufnahme gemacht habe. Wer aber eine Meinung will – und dazu seit ihr wohl auch berechtigt – dem sage ich meine Meinung: Ich finde Blockaden bis zu einem bestimmten Maß durchaus akzeptabel, wohl gemerkt: Bis zu einem bestimmten Maß! Solche Blockaden aller SA und SS lehne ich wiederum vollstens ab, aber sie haben entsprechend auch einen ganz anderen Kaliber. Ich finde daher auch hier den Vergleich mit den Nazis nicht so sehr angemessen.

    So, ich hoffe, ich konnte hiermit einigermaßen fundamentiert meine Sichtweise näherbringen. Ich habe versucht, möglichst sachlich zu bleiben, ohne andere Sichtweisen gleich ins Lächerliche zu ziehen oder gar scharf zu beleidigen. Ich hoffe nur, dass dies ein Denkanstoß ist. Weniger vielleicht ein Denkanstoß zur inhaltlichen Debatte, werden manche sagen, aber wohl eher einer zur respektvollen Umgangsweise mit anderen. Ich hoffe es zumindest.

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  33. Stephan aus Lichtenberg sagt:

    @Philipp V

    Ich weiß zwar, dass ich durch Dich angesprochen wurden, jedoch schließe ich mich mal der Aussage von Michael Klein an: Wenn Du Kritik an dem Verhalten anderer Personen hast, dann belasse es doch bitte nicht bei einer abstrakten Kritik sondern nenne konkret die Punkte, die Dir misfallen.

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  34. Priscilla Gallagher sagt:

    @Elena „Wenn es jedoch Personen gibt, die schon mit persönlichen Anfeindungen und meterlangen Hetz-Posts in die Kommentierung einsteigen, führt das nicht zu einer Diskussion, sondern bewirkt eher das Gegenteil, nämlich dass Menschen, die eigentlich diskutieren wollen, keine Lust mehr dazu haben, weil sie persönlich angegriffen werden.“ Ich finde es waere redlich, nicht nur abstrakte Vorwuerfe zu formulieren, sondern die entsprechenden Vorwuerfe auch zu substantiieren, was Dir sicher anhand von Beispielen leicht moeglich ist, oder?

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  35. Elena sagt:

    Siehe meine Antwort an Michael am 21. Dezember 2010 um 15:56.

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