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Werdet wählerisch!

Donnerstag, 16.Februar 2012 von

Aktuell

„Wahlen sind das wichtigste und einfachste Mittel demokratischer Mitbestimmung“. So weit, so richtig. Trotzdem machen immer weniger mit, vor allem immer weniger Jugendliche. Der Trend der Wahlmüdigkeit junger Menschen ist allgemein bekannt. Die Anfang Februar veröffentlichten Ergebnisse des strukturierten Dialogs „Jung und wählerisch!?: Jugendbeteiligung an Wahlen“ haben diese Wahrnehmung nochmal bestärkt. Dort konnten sich Jugendliche und Jugendverbände zum Thema äußern und vor allem auch Empfehlungen an die Politik formulieren. Das ist ein richtiger Schritt.

Denn erst, wenn man davon wegkommt, den nichtwählenden Jugendlichen Desinteresse, Faulheit oder Dummheit vorzuwerfen, hat man den Blick frei für andere mögliche Beweggründe. Ich persönlich weigere mich nämlich zu glauben, dass junge Menschen mehrheitlich unpolitisch sind und keine Lust auf Wahlen haben. Sie haben einfach andere Anforderungen an Politik, denen oft noch nicht nachgekommen wird.

Forderungen wie mehr Glaubwürdigkeit, keine falschen Versprechen und transparente Entscheidungen sind nicht nur für Jugendliche gültig und sollten für alle im politischen Betrieb selbstverständlich sein. Natürlich ist Politik kompliziert, lassen sich Kompromisse schlecht erklären und werden nie alle zufrieden gestellt werden. Aber wenn Jugendliche ernst genommen werden, verstehen sie auch das Warum viel besser. Parteien – leider manchmal auch unsere – machen oft den Fehler, ÜBER Jugendliche und ihre Probleme zu reden statt MIT ihnen. Da steht der Ratsherr im Rentneralter vor dem 16jährigen, der seinen Jugendclub erhalten will und sagt: „Davon verstehst du noch nichts, du bist zu jung“ anstatt ihm auf Augenhöhe und in klarer Sprache die Haushaltssituation zu erklären und Alternativen aufzuzeigen. Wir müssen dazu kommen, junge Menschen wirklich einzubeziehen und ihr Lebensumfeld mitgestalten zu lassen. Ihre eigenen Probleme verstehen Jugendliche einfach am besten. Wir Jusos haben das schon längst verstanden: Wer sich engagieren will, ist nie zu jung.

Deshalb ist das Wahlalter ab 18 auch mehr als unzeitgemäß. „Politische Reife“ lässt sich nicht an einem Stichtag festmachen. Ein 16jähriger kann genauso politisch interessiert oder desinteressiert sein wie ein 18jähriger. Daher ist ein Wahlalter ab 16 eine wichtige Forderung! Doch auch hier gilt: MIT Jugendlichen reden! Die reine Absenkung des Wahlalters bringt nicht viel. Sie muss Hand in Hand gehen mit mehr politischer Bildung an den Schulen und mehr echten Mitwirkungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen jeden Alters vor Ort. Nur so werden junge Menschen auch „wählerisch“.

Hier findet ihr die Ergebnisse der Konsultation des Strukturierten Dialogs „Jung und wählerisch!?: Jugendbeteiligung an Wahlen“

8 Kommentare

  1. Hk sagt:

    Ich finde es herrscht ein ungleichgewicht von Freiheiten und Pflichten, wenn man schon ab 16 wählen darf, aber z.B. bis 21 noch nach dem Jugendstrafrecht verurteilt werden kann.

    Zudem finde ich, dass Sechzehnjährige insgesamt noch zu leicht zu manipulieren sind, bzw. sich noch zu stark an einzelne Ideologien klammern.
    Ich habe das selbst oft genug erlebt, auch wenn ich an mein eigenes Umfeld von damals zurückblicke.
    Gerade bei lokalen Bürgerentscheiden war es damals so, dass sich Jugendliche damals unglaublich leicht Horrorszenarien in den Kopf haben setzen lassen und diese verbreitet haben, oftmals starkt geprägt von Einzelinteressen Weniger und vom eigenen Elternhaus.

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  2. Otto sagt:

    „Wahlen sind das wichtigste und einfachste Mittel demokratischer Mitbestimmung“

    Das ist natürlich Quark. Es macht keinen Unterschied, ob man FDP, SPD, CDU oder Grüne wählt.
    Sämtliche jener Parteien sind lediglich Handlanger jener 1%, die in diesem Land wirklich entscheiden was abgeht.
    Parteien sorgen nicht für mehr, sondern für weniger Demokratie in diesem Land!
    Lasst Euch nicht verarschen. Die SPD ist nicht glaubwürdig.

    Gut oder schlecht: Daumen hoch 0 Daumen runter 5

  3. je sagt:

    “„Politische Reife“ lässt sich nicht an einem Stichtag festmachen. … Daher ist ein Wahlalter ab 16 eine wichtige Forderung!”

    Interessant.

    Abgesehen von dieser Unlogik: Warum soll man denn auch waehlen gehen? Gibt’s denn irgendeine signifikante Uneinigkeit zwischen den Parteien?

    Wenn ich allein das hier lese:

    “Forderungen wie mehr Glaubwürdigkeit, keine falschen Versprechen und transparente Entscheidungen sind nicht nur für Jugendliche gültig und sollten für alle im politischen Betrieb selbstverständlich sein.”

    Bitte, welcher Politiker, egal welcher Partei, hat so eine Phrase mehr oder weniger woertlich denn NICHT schonmal gesagt?

    Aber auch inhaltlich gibt’s doch keine Unterschiede. Mal ein Gedankenexperiment: Wenn jemand nicht wuesste, wer in D regiert und das rausfinden sollte, indem er sich die Politik anschaut. Koennte er das? Nein.

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  4. Georg sagt:

    Hallo Wiebke,

    interessantes Thema, das mit dem wählen. Wenn man bedenkt,
    dass in vielen Staaten der Erde Tausende Menschen auf die
    Straße gehen und dabei Ihr Leben riskieren, nur um echte
    freie Wahlen haben zu können. Aber so ist das Leben, der
    Mensch, was er hat, schätzt er nicht mehr besonder´s.

    Du hast aber natürlich vollkommen Recht, es muss mit den
    Jugendlichen gesprochen werden. Egal ob diese dann auch
    zum wählen gehen oder nicht. Diese müssen gefragt werden.
    Gutes Beispiel hierfür ist das von dem Jugendclub.
    Und ich glaube ehrlich, dass ihr Jusos da noch einen
    besseren Draht habt, als z.B. die CDU oder SPD.

    LG :-)

    Georg

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  5. je sagt:

    “Wenn man bedenkt, dass in vielen Staaten der Erde Tausende Menschen auf die Straße gehen und dabei Ihr Leben riskieren, nur um echte freie Wahlen haben zu können.”

    Und weil Tausende für eine Sache auf die Straße gehen ist sie gut und man soll sie schätzen, oder wie?

    Man muss schon die Sache selbst beurteilen und da muss man halt sagen: Von wem man hier in D regiert wird, ist schnuppe.

    Und ob’s denen, die im vergangenen Jahr für freie Wahlen auf die Straße gegangen sind, mit freien Wahlen besser geht, ist auch sehr die Frage.

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  6. Heidi sagt:

    Es gibt keinen Grund irgendeinem Politiker irgendein Wort zu glauben, wenn die was auch immer erzählen. Das Einzige was zählt ist wofür Mandatsträger stimmen und wogegen. Das muss man sich ansehen und dann weiß man auch wer auf der eigenen Seite ist und wer nicht.

    Es ist ganz klar, dass die SPD die Arbeitnehmer verrät wo sie nur kann.

    Natürlich wähl’ ich Euch nicht, denn ich bin ja nicht bekloppt.

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  7. Martin sagt:

    Das eigentliche Ziel muss sein aus der Sicht junger Menschen zu entscheiden und zu denken und nicht wie in den letzten 10 Jahren aus der Sicht von Leuten, die im Partykeller in Hannover ein- und ausgingen. Das sind nämlich genau die, welche die Nachhaltigkeit und die Demokratie in diesem Land bewusst oder unbewusst zerstören. Dieses System des scheiternden Neoliberalismus ist für junge Menschen offensichtlich, denn es fehlen jegliche Maßstäbe. Es ist genauso wie in der Wendezeit in der DDR, es gab damals auch so sinnlose Tatsachen, so wurde eine Mauer errichtet nur damit Leute nicht von A nach B konnten. Dieses System ist an bestimmten Personengruppen ausgerichtet und die Sicht besonders der jungen und zurückhaltenden Menschen wird nicht beachtet. Man lehnt generell ab ohne einen wahren Grund! Ich hoffe, dass Gauck sich nicht als Illusion erweist.
    Es ist unfassbar aber bei welt-onlinhe steht grad folgende Eilmeldung “Nord-Süd-Dialog: McAllister wusste um Glaeseker und die Lobby-Treffen”. Wann wird dieser Partykeller endlich geschlossen?

    Gut oder schlecht: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

  8. Krähe sagt:

    Keine der etablierten Parteien ist derzeit in der Lage die Probleme im eigenen Land zu lösen, sei es die Überfremdung, die Arbeitslosigkeit, die soziale Ungerechtigkeit, das EU-Desaster und die fehlgeschlagene Migrationspolitik. Von daher werde ich zum ersten Mal auch keiner etablierten Partei meine Stimme geben. Aber keine Sorge, auch keiner links- bzw. rechtsextremen Partei. Ich möchte eine Partei die sich um die Ängste und Sorgen der dt. Bürger kümmert, und diese auch wahrnimmt.
    Die SPD ist mir persönlich viel zu linkslastig geworden, und schon längst keine “Arbeiterpartei” mehr. Realitätsferne Grüne und Linke treiben die Islamisierung voran, und die CDU mit Merkel verkauft uns an eine EU-Diktatur.

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