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Kein Problem – total irre!


Die Rede ist natürlich von der einseitigen Sparpolitik, die Merkel ganz Europa mit ihrem Fiskalpakt verordnen will. Irre sind jedoch auch die Chancen von jungen Menschen auf dem Arbeitsmarkt, nämlich irre klein. Fünfeinhalb Millionen junger Menschen sind derzeit in der Europäischen Union arbeitslos. Bei den Fünfeinhalb Millionen sind allerdings auch nur die Jugendlichen erfasst, die tatsächlich nach Arbeit suchen. Die sogenannten NEETs (not in employement, education or trainig), also diejenigen, die weder Arbeit noch Ausbildung noch Studienplatz haben, lagen auch 2010 bereits  bei Siebeneinhalb Millionen.

Die Quote liegt damit bei 22,6% und doppelt so hoch wie für ältere Menschen (die Quote aller Altersklassen liegt bei 10,2%). Denn junge ArbeitnehmerInnen oder Arbeitssuchende haben es bekanntlich in Krisenzeiten besonders schwer, weil keine neuen MitarbeiterInnen eingestellt werden und meist diejenigen zuerst entlassen werden, die erst kurz dabei sind: Last in, first out!
Besonders hart getroffen sind einmal mehr die Krisenstaaten: in Griechenland und Spanien bleibt jedeR zweite unter 25, der/die Arbeit sucht, ohne Job. In Deutschland ist dieser Wahnsinn nicht so spürbar wie im übrigen Europa. Die Jugendarbeitslosigkeit ist mit 7,9 Prozent die niedrigste aller EU-Länder.
Die europäischen PolitikerInnen haben dennoch sehr lange gewartet, bis sie endlich angefangen haben sich um junge Menschen und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu sorgen. Im Dezember 2011 haben sie eine Initiative vorgelegt, sie heißt „Chancen für junge Menschen“. Der PES und ECOSY reicht das nicht, sie fordern in einer europaweiten Kampagne die Einführung einer Ausbildungsgarantie.

Der Knackpunkt, der Fiskalpakt, der der gesamten EU auf Jahrzehnte ein Spardikat verordnet, wird jedoch nicht angetastet. Doch das einseitige Sparen führt zum Zusammenbruch der Wirtschaft und ganzer Volkswirtschaften. Dabei bräuchte es, auch um die erschreckend hohe Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen, Investitionen in Wachstum und Beschäftigung. Doch der Fiskalpakt verteufelt Schulden generell. Dabei sind Schulden nicht per se schlecht. Schulden können eine wichtige wirtschaftliche Funktion haben. Denn die Ausgaben des Staates sind auf der anderen Seite die Einnahmen der Unternehmen und der Privathaushalte. Wenn der Staat also zum falschen Zeitpunkt kürzt, verlieren Firmen Aufträge und drosseln ihre Produktion.

Im Hinblick auf den Parteikonvent am Wochenende heißt das:
Weg mit der Wachstumsbremse! Diesen Fiskalpakt ablehnen, Jugendarbeitslosigkeit wirksam bekämpfen!

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