Abonnieren: Artikel / Kommentare / via E-mail

Ab in die Ecke – Wie Ministerin Schröder die Probleme einer Generation verkennt

Mittwoch, 11.Juli 2012 von

Aktuell

Nachdem die Herdprämie für mehr Kitaplätze sorgen sollte, folgt nun also eine Ausgangssperre gegen Komasaufen unter Jugendlichen. Der Aktionismus von Familienministerin Schröder erreicht damit einen neuen Höhepunkt. Ziel scheint es zu sein, junge Menschen möglichst aus dem gesellschaftlichen Leben raus zu halten.

Der neuste Vorschlag, dass unter 16-Jährige nur bis 20 Uhr an Veranstaltungen teilnehmen dürfen, bei denen Bier ausgeschenkt wird, ist nicht besonders dämlich, da an diese dem Gesetz nach sowieso kein Alkohol ausgeschenkt werden darf, sondern weil man hiermit die junge Generation von Kulturangeboten fernhält. Ein Besuch beim Public-Viewing während der letzten EM wäre für unter 16-Jährige ohne Mami und Papi damit dahin. Gleiches gilt für nahezu alle kulturellen Abendveranstaltungen. Selbst der Kinobesuch in der Abendvorstellung wäre unter umständen gefährdet, denn schließlich wird auch hier neben Popkorn Bier verkauft.

Frau Schröder plant also, zahlreiche Jugendliche von großen Teilen kultureller Angebote fernzuhalten. Wir halten das zur Förderung von Demokratie- und Gesellschaftsverständnis schlicht für falsch. Durch weitere Verbote und Einschränkungen wird kein Verständnis erreicht, sondern lediglich weiteres einmauern.

Die Folge von Frau Schröders Plänen sind am Ende eher mehr Jugendliche, die sich hinterm Supermarkt oder daheim betrinken. Frau Schröder sollte endlich die wahren Probleme für vorhandenes Komasaufen ins Auge fassen: Wieso besaufen sich so junge Menschen?

Die Antworten auf diese Frage offenbart nicht nur die Unfähigkeit von Ministerin Schröder, sondern zusätzlich die der ganzen Bundesregierung. Der zunehmende Leistungsdruck und die Bombardierung mit Anforderungen zerstört die heile Kinderwelt immer früher. Immer mehr junge Menschen scheitern an diesem Druck. Hier muss endlich Schluss sein mit der Kommerzialisierung von Bildungswegen!

Ebenso fehlen in weiten Teilen der Bundesrepublik Angebote für junge Menschen. Das finanzielle Ausbluten der Kommunen führt zuerst zur Schließung der Angebote von denen, die keine Stimme bei Wahlen haben! Jugendliche unter 18 oder unter 16 haben in den Kommunen und auf Bundesebene durch ein fehlendes Wahlrecht keine Mitbestimmungsmöglichkeit. Es ist daher zwingend erforderlich, ihnen endlich auf allen politischen Ebenen eine Stimme zu geben und zwar ihre eigene! Kultur- und Freizeitangebote für junge Menschen müssen nicht nur in der Kommunalpolitik eine größere Rolle spielen!

Probleme junger Menschen resultieren oft aus Problemen in ihren Familien. Diese entstehen aus Frust, der u.a. aus Arbeitslosigkeit und Existenzangst geprägt sein kann. Wir brauchen daher wieder mehr Berufssicherheit und weniger unsichere und schlecht bezahlte Beschäftigung, damit Eltern sich nicht primär um den Lebensunterhalt, sondern um das Leben ihrer Kinder Gedanken machen können. Die derzeitige Politik in Deutschland und Europa geht hier gen Abgrund.

Kurzum: Wir brauchen wieder mehr Freiräume für junge Menschen – in den Köpfen und in ihrer Umwelt! Wir brauchen mehr Rechte für junge Menschen und nicht mehr Verbote! Wir brauchen mehr Absicherung von Lebensrealitäten!

Frau Schröder sollte endlich einen wirksamen Schritt für eine bessere Familien-, Senioren-, Frauen- und Jugendpolitik in Deutschland tun: Sie sollte sich selbst verbieten, Ministerin zu sein!

von David Kolesnyk und Beatrice van Berk (Projektgruppe “Mehr Möglichkeiten für junge Menschen”)

Be Sociable, Share!

Ein Kommentar

  1. Georg sagt:

    Hallo,

    möchte dem Beitrag der Gastautorin voll zustimmen.
    Finde auch, dass es für junge Menschen immer
    unangenehmer wird. Immer mehr (Leistungs)-Druck,
    vor allem immer weniger Freiheit !

    Gebt den jungen Menschen wieder mehr Freiheit !

    LG

    Georg

    Gut oder schlecht: Daumen hoch 0 Daumen runter 0

Aktiv werden. Jetzt! Juso-Template downloaden und selbst bloggen!
Afghanistan Arbeit Armut Atomausstieg Atomenergie Banken Bildung Bundestagswahl CDU CSU Demokratie Dresden Dresden-Nazifrei EU Europa FDP Finanzmärkte Finanztransaktionssteuer fiskalpakt Frauen Freiheit Frieden Gegen Rechts Gerechtigkeit Gleichstellung Hartz IV Hochschule Hochschulpolitik Krise Merkel Nazis Netzpolitik Regierungsprogramm Rente Schwarz Gelb Sexismus Sozialpolitik SPD SPD erneuern Steinmeier Steuern Studiengebühren Umverteilung Wahlkampf Wirtschaft
Neueste Flickr Fotos

Polls

Internetzugang als Grundrecht im Grundgesetz?

  • Nein (100%, 5 Votes)
  • Ja (0%, 0 Votes)

Total Voters: 5

Loading ... Loading ...