Ein Jahr nach Utoya – Eigentlich gibt es keine Worte
Sonntag, 22.Juli 2012 von Katharina Oerder
Heute ist
es genau ein Jahr her, dass auf der kleinen Insel Utoya ein grausamer Anschlag auf junge norwegische Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten stattfand. Fast 90 Minuten schoss der Massenmörder Breivik um sich und riss fast hundert junge Menschen in den Tod. Breivik suchte sich seine Opfer nicht zufällig aus – er hatte bewusst einen Angriff auf junge SozialdemokratInnen geplant, deren Idee von einer offenen, toleranten und freien Gesellschaft seinen faschistischen Einstellungen zuwider läuft. Dieser Terroranschlag macht uns alle auch nach einem Jahr noch sprach- und fassungslos.
Auch mir fällt es sehr schwer die richtigen Worte zu finden. Was ich wirklich empfinde, würde vielleicht theatralisch und überdreht klingen und dabei der tatsächlichen Bedeutung und schwere der Tat dennoch nie genügen, stets relativierend und unangemessen klingen. Eigentlich gibt es für sowas keine Worte. Und dennoch möchte ich heute nicht schweigen, ein Jahr nach dem schlimmsten Angriff auf die Sozialdemokratie zu meinen Lebzeiten, sind alle meine Gedanken bei unserer norwegischen Schwesterorganisation AUF.
Jedoch nicht nur die Tat selbst hat uns alle bewegt, sondern auch die mutige Reaktion des sozialdemokratischen Premierminister Jens Stoltenberg berührt im positivsten Sinn. “Die Antwort von Norwegen auf Gewalt ist immer mehr Offenheit, mehr Demokratie” sagte Stoltenberg nur wenige Tage nach der Tat.
Auch der Umgang mit dem Täter, die Debatte um seine Zurechnungsfähigkeit, eine angemessene Strafe für eine solche Tat bewegt uns Jusos zutiefst. Heute wollen unsere Gedanken jedoch bei den Opfern sein.
Die Erkenntnis, das eine freie und gleiche Gesellschaft auch heutzutage keine Selbstverständlichkeit ist, sondern wir sie immer wieder gegen Angriffe von rechts verteidigen müssen, manche Menschen sogar mit ihrem Leben, macht mich tief traurig. Gleichzeitig empfinde ich stolz Teil einer Bewegung, der Sozialdemokratie zu sein, die sich gegen alle Angriffe für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität einsetzt.
Wir Jusos empfinden eine tiefe Solidarität und Verbundenheit mit unseren norwegischen Genossinnen und Genossen. Es ist vielen gerade heute ein Bedürfnis, diese Solidarität kundzutun. Viele Jusos nehmen heute Anteil an ihrem Schicksal. Still, zu Hause oder gemeinsam auf Trauerveranstaltungen oder Mahnwachen.
Gemeinsam mit der SPD, und SJD – Die Falken rufen wir heute zu einer Gedenkminute und einer anschließenden Minute des Lautseins um 15:22 Uhr auf – Gedenkaufruf.







I am a Norwegian women, 54 years old, living in Hønefoss, near by Utøya. The summer of 1973 I shared approximate one week at the island Utøya, with some wonderful youngsters from Die Falken. I think they all were from Düsseldorf, but I’m not absolute sure about that.
It moves me enormously to see your engagement for our Norwegian brothers and sisters that died that day, one year ago.
The one week in 1973 has become more and more real for me after the tragedy of July 22th 2011, and I think a lot about that time, and the people I met.
Thank you for caring. Love you all.
Kjerstin, Norway
Gut oder schlecht:
6
0