Eine Krisengeneration kämpft gemeinsam
Sonntag, 22.Juli 2012 von Matthias Ecke
Das ECOSY Summercamp 2012 in Savudrija (Kroatien) stand ganz im Zeichen der Eurokrise, die zu einer schweren sozialen Krise angeschwollen ist. Während das letzte internationale sozialistische Sommercamp, das IUSY World Festival 2011 am österreichischen Attersee, noch gänzlich unter dem Eindruck des rassistischen Massenmordes an unseren GenossInnen der AUF auf Utøya stand, waren diesmal die Folgen der Krise das dominierende Thema.
In den vielen gemeinsamen bilateralen Treffen mit unseren Partnerorganisationen sowie den unzähligen Panels, Workshops und Trainings war eine Botschaft die dominanteste: Europas Jugend hat die Nase voll von Angela Merkel und ihren konservativen KollegInnen, die der Jugend des Kontinents eine Kürzungs- und Schrumpfungsorgie verpasst haben.
Austerity: Punishing the poor for the mistakes of the rich
Insbesondere die junge Generation ist betroffen. Fast 23% beträgt die durchschnittliche Jugendarbeitslosigkeit in der EU. In Spanien ist jeder zweite junge Mensch arbeitslos, viele verlassen das Land. Die Verzweiflung ist mit Händen zu greifen, wenn uns ein spanischer Genosse sagt: „Alles wird immer schlimmer. Jeder Tag ist bedrückender als derjenige davor. Ein Desaster ohne Ausweg.” Aktuelle Prognosen besagen, dass Spanien das Wohlstandsniveau von vor der Krise frühestens 2025 erreichen wird, vielleicht sogar erst 2030. So lange kann unsere Generation nicht warten!
Die Krise und eine europäische Politik dagegen war auch das bestimmende Thema der Camp Declaration. Die beteiligungsorientiert erarbeitete Erklärung fordert u. a ein Ende von Privatisierungen, die Demokratisierung der Wirtschaft, solidarisch finanzierte öffentliche Dienstleistungen und gemeinsame Maßnahmen gegen die Krise. Auch eine Reform der Europäischen Asylpolitik wird darin verlangt: Gemeinsame hohe Schutzstandards für alle Asylsuchenden.
Aber auch jenseits der Krisendebatte war das ECOSY Summercamp in Savudrija eine spannende und unvergessliche Erfahrung für jede/n aus unserer etwa 130 Jusos starken Delegation. So wurde intensiv über Feminismus diskutiert und darüber, wie wir ihn gesellschaftlich stärken können. Einige Vorfälle auf dem Camp haben leider wieder gezeigt, dass auch in unseren Organisationen dieser gesellschaftliche Kampf noch nicht erfolgreich ausgefochten ist. Denn die Erklärung der Feminist Working Group stellte zu Recht fest: „Dieses Camp soll die Gesellschaft widerspiegeln, die wir anstreben, und nicht die gegenwärtige Praxis, die wir bekämpfen!“
Der Kampf geht weiter: Workers Youth Festival und Kampagne
Ein besonders schöner Erfolg für uns Jusos war die Erklärung des ECOSY Bureaus (so etwas wie der Bundesausschuss der ECOSY), dass unsere europäische Dachorganisation unser Workers Youth Festival im Mai 2013 unterstützen wird. Zusammen mit einer ähnlich lautenden Erklärung des gleichzeitig tagenden Vorstands unserer globalen Dachorganisation IUSY haben wir nun die Voraussetzungen für ein wirklich internationales Workers Youth Festival geschaffen.
Aber auch in der Zwischenzeit werden die europäischen Debatten nicht abebben. Unter Federführung der MJS Frankreich, der Sozialistischen Jugend Österreichs und der Jusos entsteht aktuell eine große europaweite Kampagne gegen das Spardiktat von Merkel und Co. Wir lassen uns die Sozialkürzungen, Jugendarbeitslosigkeit, Prekarisierung und Schuldenbremsenpolitik – kurz: die organisierte Verelendung unserer Generation – nicht mehr bieten! Die „Generation Krise“ erhebt sich gegen die Zumutungen der liberal-konservativen Eliten und der Interessen, die sie vertreten. Solidarisch, entschlossen und europaweit koordiniert. Weitere Infos dazu folgen bald!
Tags: Austerität, ECOSY, Euro-Krise, Europa, MJS, Rise up, Savudrija, SJÖ, Spanien, Spardiktat







Hallo Matthias,
fast ein Viertel der Jugendlichen in Europa ist
arbeitslos. Das ist eine tickende Zeitbombe !
Mir tun diese Menschen so leid. Die Lage, die
Zukunftsaussichten sind trostlos !
LG
Georg
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Und wieder danken wir der SPD für Hartz IV und die Deregulierung des deutschen Arbeitsmarktes, zwei ganz wesentlichen Eckpfeilern beim Schaffen der Krise, welche natürlich gewollt wird, denn in den südeuropäischen Ländern wird nun das Billigproletariat geschaffen, nachdem sich die Bonzen, für die die SPD Politik macht, schon alle Finger lecken. Verschärfte Konkurrenz am Arbeismarkt, europaweit.
Der Arbeitgeberverband und der BDI danken es der SPD.
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