A long time ago? A long way to go! 13. August 1961 – Beginn des Mauerbaus
Dienstag, 14.August 2012 von Susanne_Kasztantowicz
Über ein halbes Jahrhundert ist es inzwischen her, dass mit dem Bau der Mauer begonnen wurde. Fast 30 Jahre hatte sie Bestand. Unsere Generation ist die erste, die nach dem Mauerfall geboren wurde, keine oder nur düstere Erinnerungen an diese Zeiten hat. Aber kann man wirklich sagen, dass außer der rechtlichen Wiedervereinigung auch die Gesellschaft zusammengewachsen ist?
Regelmäßig wird gerade von den ”reichen” Bundesländern das Thema Länderfinanzausgleich auf die Tagesordnung gebracht. Es seien lange genug Gelder geflossen und außerdem gehe es gerade allen schlecht. Objektiv gesehen, ist jedoch die Bevölkerungsstruktur eine ältere, die Wirtschaftskraft ist schwächer ausgeprägt und auch die Steuereinnahmen deutlich geringer. Ausnahmen gibt es nur im Speckgürtel um Berlin und den Universitätsstädten. Diese strukturelle Schwäche kann bis heute noch nicht durch, inzwischen oftmals gut ausgebaute, Infrastruktur und sanierte Altstädte ausgeglichen werden.
Besonders ironisch ist dabei, dass gerade Bayern, welches sich in vorderster Front gegen Zahlungen wehrt, selbst jahrelang finanzielle Unterstützung von anderen Bundesländern, damals vor allem NRW, erhalten hat. Bayern bekam von 1950, also der Einführung des horizontalen Länderfinanzausgleiches, bis 1986 Finanzmittel zugewiesen. Erst 1992 war es das letzte Mal, dass sie selbst von dem Ausgleich profitierten. Damit zeigt gerade das Beispiel Bayern, dass durch langfristige Unterstützung der Sprung vom landwirtschaftlich geprägten Nehmerland zum industriellen Geberland geschafft werden kann. 2019 läuft der Solidarpakt II aus; es bleibt zu hoffen, dass grundsätzlich an dem Prinzip der Solidarität in unserem föderalen Staatsaufbau festgehalten wird.
Was man über 20 Jahren nach dem Mauerfall sagen kann ist, dass der gesellschaftliche Ausgleich weit mehr Zeit in Anspruch nimmt, als jeder im Vorfeld erwartet hätte. Nationale Abgrenzung und Abschottung, verbal oder tatsächlich, wirken erschreckend lange nach. Gesellschaftliche Prozesse und Änderungen sind, und das ist wahrscheinlich gerade für uns junge Menschen oft nicht leicht zu akzeptieren, langwierig. Es ist immer wieder alarmierend, wie Stereotype und Werturteile ohne eigenen Erfahrungshintergrund transferiert und reproduziert werden.
Das ist aber auch genau der Punkt, an dem unserer Generation eine Chance und Aufgabe zukommt. Wir haben die Mauer nicht mehr bewusst miterlebt, wir kennen Europa nur geeint. Wir können und wir sollten die Geschichte nicht vergessen, aber Vorurteile aufbrechen, die grenzenlose Freiheit nutzen, die gesellschaftliche Angleichung vorantreiben und dafür Sorge tragen, dass nie wieder eine Mauer Menschen eines Landes, eines Kontinentes oder einer Welt voneinander trennt.







Hallo Susanne,
du hast im Prinzip schon recht, solltest aber den
Mauerbau besser abgrenzen. Ich sehe diese als ein
absolut menschenverachtendes Bauwerk. Die Bürger der
DDR wurden regelrecht eingesperrt. Freiheitsliebende
Menschen wurden abgeknallt wie Kanninchen.
Klar gibt es noch Probleme, soziale Ungerechtigkeiten,
aber der Mauerbau muss isoliert gesehen werden. Finde
es unpassend, im Artikel des Mauerbau´s, den Länder-
finanzausgleich zu erwähnen.
LG
Georg
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