Die Pille danach oder wie versuche ich wiedermal Frauen zu belehren, was am besten für sie ist

 

Die Pille danach – wie viele Frauen bin ich froh, dass ich sie noch nie haben nehmen müssen, denn in Zeiten, in denen die Verhütung leider hauptsächlich Sache der Frauen ist und die Verantwortung auf unseren Schultern ruht, setzen eigentlich alle auf eine umfassende Prävention. Zumindest hatte ich bisher immer diesen Eindruck aus Gesprächen mit anderne mitgenommen und lernen wir doch alle nicht nur im Sexualkundeunterricht, wie wichtig Verhütung ist und was für nicht unerhebliche Nebenwirkungen mit der Pille danach verbunden sein können.

Doch wenn ich mir aktuell die Debatte in den Medien anschaue, dann schlägt mir zum Teil auf der einen Seite – die will, dass die Pille danach verschreibungspflichtig bleibt und nur so am Rande mal erwähnt, von erstaunlich vielen nicht mehr so ganz so jungen Männern dominiert wird – ein konservatives verqueres Weltbild entgegen, dass davon auszugehen scheint, dass die Aufhebung ihrer Verschreibungspflicht einen salopp gesagt schlampigen Umgang mit dieser Verantwortung bedeuten würde. Was immer wieder wie eine wahnsinnige Erkenntnis betont wird, nämlich, dass die Pille danach ein Notfallpräparat und kein reguläres Verhütungsmittel ist, ist uns Frauen längst bewusst.

Von ihrer Argumentation nun aber ganz begeistert und im noch Freudentaumel (schließlich hat Frau Mann ja versichert, dass er das mit dem Notfallpräparat zumindest schon mal richtig verstanden hat) setzen einige übereifrige Herren noch hinterher, dass gerade die Tatsache, das es sich bei der Pille danach um ein Notfallpräparat mit möglicherweise nicht unerheblichen Nebenwirkungen handle, doch eindeutig für einen ärztliche Beratung und somit eine Verschreibungspflicht sprechen müsste.

Doch aus für die nicht mehr ganz so jungen Herren nicht nachvollziehbaren Gründen stößt bei vielen Frauen auch dieses Argument (obwohl es ihnen doch nur um unserem Schutz geht) auf wenig Gegenliebe.
Bei mir lösen dieses oder ähnliche Argument nämlich immer wieder ein ganz anderes Bild im Kopf aus, als das der von Männern beschützten Frau. Mir wird immer wider schmerzlich bewusst, was hier versucht wird in den Köpfen vieler Menschen zu verankern,die Einnahme der Pille danach sei vergleichbar mit einer Abtreibung.
Doch die Pille danach ist gerade keine Abtreibungspille; Sie wirkt nicht, wenn sich das Ei bereits in der Gebärmutter eingenistet hat, dass genau verhindert sie nämlich, also die Schwangerschaft. Gerade deshalb ist es doch wichtig, dass die Pille danach als Notfallpräparat angesehen wird und jede Frau einen ihrem Status angemessenen Zugang zu ihr bekommt.

Die Pille danach ist ein Notfallpräparat und zu einem solchen sollte jede Frau einen schnellen ungehinderten Zugang haben, welcher durch die Verschreibungspflicht nicht gegeben ist.

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