Gedenken und Zukunft – Ein Bericht vom zweiten Tag des IUSY World Council

Die erste Tageshälfte des zweiten Tages des IUSY World Council war heute ganz dem Gedenken an den Genozid an den Armenierinnen und Armeniern gewidmet. Der Genozid begann vor 100 Jahren, sodass das Jahr 2015 ein ganz Besonderes für die armenische Gesellschaft ist. Gemeinsam machten wir uns auf, die Gedenkstätte zu besuchen. In einem sehr emotionalen Akt des Gedenkens legten wir alle gemeinsam als IUSY weiße Nelken in der nationalen Gedenkstätte nieder. Anschließend besuchten wir das Genozid-Museum, in dem wir mehr über die Geschichte des Genozids lernten. Obwohl momentan sehr viel über den Genozid gesprochen wird, bemerkten wir, wie wenig wir doch über die Vorgeschichte und den Genozid an sich selbst wissen. Auch die deutsche Rolle beim Genozid, über die wir auch beim Museumsbesuch lernten, muss in Zukunft mehr diskutiert werden. Deutschland befand sich während des 1. Weltkriegs in einer Allianz mit der Türkei und deutsche Soldaten befanden sich zur Zeit des Genozids in der Türkei und Armenien, sodass über die deutsche Beteiligung zumindest gesprochen werden muss.

Danach beteiligten wir uns mit einer Aktion auf einem zentralen Platz am YES Action Day, der auf die Situation von Flüchtlingen im Mittelmeer aufmerksam machen sollte (siehe Foto).

Nach der Mittagspause stiegen wir in die Antragsberatung ein. Wir beschlossen verschiedene Resolutionen zu ganz unterschiedlichen Themen. Die erste Resolution war ein Aufruf den Genozid an den ArmenierInnen endlich international anzuerkennen. Wir entschieden uns unter anderem, zukünftig WahlbeobachterInnen in Länder zu schicken, wo in den vergangenen Jahren Probleme bei demokratischen Wahlen aufgetreten sind. Außerdem beschlossen wir zukünftig Quoten für ReferentInnen bei IUSY-Festivals einzuführen und Instrumente wie den Safe Space oder das Awareness-Team zu stärken.

 

Zudem wurde eine Resolution zu der Situation in Israel und Palästina eingebracht. Nach unserem Leitbild der doppelten Solidarität brachten wir Jusos, die Organisationen Young Labour aus Israel und Young Fatah, General Union of Palestinian Students (GUPS) und Al Mubadara aus Palästina an einen Tisch. Diese trilateralen Verhandlungen gestalteten sich schwierig da die beiden Seiten zu Beginn sehr weit auseinander lagen. Nach stundenlangen Verhandlungen erreichten wir jedoch eine Einigung die in einer Resolution endete, die dann vom IUSY Präsidium eingereicht wurde. Charlotte betonte in der Generaldebatte noch einmal die wichtige Rolle des Willy Brandt Centers und die Wichtigkeit mit beiden Seiten zu sprechen. Als junge Generation haben wir die Chance Veränderungen herbeizuführen. Dies wird nur durch Dialog und alltägliche Zusammenarbeit möglich sein.

 

Am Abend endete das diesjährige IUSY-Council mit einer Abschlussrede des Präsidenten Felipe und einem sehr leckeren gemeinsamen Abendessen.

Für die Jusos: Jan Lichtwitz, Leonard von Galen und Charlotte Rosa Dick

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