Let´s talk about drugs

Ein Bericht über die FES Summerschool Lateinamerika von Sören Mandel und Charlotte Rosa Dick

Seit sechs Jahren findet die Summerschool der FES Lateinamerika statt. Sie steht jedes Jahr unter einem andern Schwerpunktthema. Dieses Jahr ist es die Drogenpolitik, genauer gesagt „Neue Wege in der Drogenpolitik“. Ziel der Summerschool ist es die Realität von Menschen aus anderen Ländern durch den direkten Kontakt und Austausch kennen zu lernen. Junge Menschen können sich vernetzen und gemeinsame Positionen entwickeln.

Neben jungen Menschen aus Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Ecuador, Mexiko, Paraguay, Peru, Uruguay und Venezuela sind auch die Jusos nach Ecuador gereist, um die lateinamerikanischen Debattenstränge in Bezug auf Drogenpolitik kennen zu lernen, sowie die aktuelle Drogenpolitik in Deutschland und Europa darzustellen.

Nicht nur in Deutschland und Europa ist dieses Thema aktueller denn je, spätestens seit Uruguay dem „ War on Drugs“ eine Absage erteilt hat tobt in der Fachwelt eine heftige Diskussion über eine alternative Drogenpolitik.

Einstieg in die Thematik war für uns eine Diskussion über die aktuelle Drogenpolitik in Lateinamerika und ihre soziale sowie politischen Implikationen.

Die gesellschaftlichen Auswirkungen der Drogenproduktion und des Drogentransportes in Lateinamerika sind verehrend. Drogenpolitik wird aktuell vor allem als Sicherheits- und Repressionspolitik verstanden. Doch Verbrechen, Gewalt und Korruption lassen sich so kaum bis gar nicht eindämmen und die Kosten dieser Politik stehen in keinem Verhältnis zu deren Effektivität.

Menschenrechte, die öffentlichen Finanzen und die öffentliche Gesundheit leiden unter dem „War on Drugs“. So sind zum Beispiel die medizinische Forschung und deren Nutzung in Lateinamerika fast nicht existent, da Opiate und Cannabis in vielen Ländern unter einer negativen Stigmatisierung leiden, die einen Fortschritt in der Medizin verhindert. Durch immer stärkere Strafen wird eine Unverhältnismäßigkeit in Bezug auf andere Delikte erzeugt. Auch entsteht so eine doppelte Opferrolle, da nicht die Köpfe der großen Drogenkartelle zur Rechenschaft gezogen werden, sondern kleine Mittelsmänner und -frauen, die sich in Abhängigkeitsverhältnissen befinden.

Wird in Deutschland und Europa die drogenpolitische Debatte meist vor dem Hintergrund von individuellen Freiheitsrechten mit einem Fokus auf den KonsumentInnen geführt, stehe in Lateinamerika neben diesem Bezugspunkt noch ganz andere Faktoren im Vordergrund. So bedeutet die Forderung nach einem Paradigmenwechsel der Drogenpolitik vor allem ein weg von einer bloßen Sicherheitspolitik. Es wird nach einer neuen Strategie des gesellschaftlichen Zusammenlebens gesucht und mit ihr gesellschaftliche Wege im Umgang mit der Armut, der Gesundheit, der Freiheit und der Sicherheit der Bevölkerung.

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