…und dann nichts wie raus nach Wannsee!

Am vergangenen Wochenende hat sich der Ende November gewählte Bundesvorstand der Jusos zu seiner ersten Klausurtagung getroffen. Der Plan: An drei Tagen die Jahresplanung festzurren.

Wenn wir, der Juso-Bundesvorstand, uns an einem Januarwochenende am Wannsee treffen, vermutet man dahinter nicht unbedingt eine Verabredung zum Badespaß. Und tatsächlich waren unsere Gepäckkoffer vollgeladen mit Papieren über verschiedene politische Projekte und Ideen. Schon ein Blick auf die ambitionierte Tagesordnung reichte um zu ahnen, dass es keine Badepause geben würde.

Nicht nur wir hatten den Weg an den Rand Berlins angetreten. Mit der SPD-Generalsekretärin Katarina Barley schaute gleich zu Beginn des Wochenendes ein weiteres junges Gesicht der Parteispitze für ein ausführliches Gespräch vorbei. Bis in den Abend hinein wurde über gemeinsame Strategien für die SPD diskutiert, über den Jugendwahlkampf 2017 und die sozialdemokratische Linie in der Flüchtlingspolitik.

Womit denn auch der Grundstein für die anschließende Arbeit des Wochenendes gelegt war. Einen Schwerpunkt legen wir Jusos in diesem Jahr auf Kampagnenarbeit, wollen in abgesteckten Zeiträumen ganz bestimmte Forderungen in die öffentliche Debatte tragen und Diskurse beeinflussen – natürlich auch den zum Wahlprogramm. Eine erste Kampagne, die bereits zum letzten Bundeskongress in die Spur gestellt wurde, stellt die Forderung nach Investitionen in Bildung und Infrastruktur in den Mittelpunkt. Unter dem Motto „Unsere Zukunft ist mehr wert“ wollen wir Investitionsbedarfe aufzeigen. So kann in den anstehenden Wahlkämpfen für mehr Geld in Sanierungen örtlicher Schulen ebenso geworben werden wie für mehr sozialen Wohnungsbau. Neben verschiedenen Aktionsideen für die Straße wird es für Jusos vor Ort auch die Möglichkeit geben, Materialien an die lokalen Begebenheiten anzupassen.

Die zweite Kampagne wird für eine offene Gesellschaft werben und auch ganz bewusst die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Positionen rechtspopulistischer Gruppen suchen. Für diese Kampagne wollen wir ein breites Bündnis mit anderen Jugendorganisationen, Jugendgewerkschaften und Verbänden geschmiedet werden, um junge Menschen auf unterschiedlichsten Wegen zu erreichen. In einer dritten Kampagne sollen Impulse für eine moderne Familienpolitik setzen.

Der Schwerpunkt auf Kampagnen kommt nicht von ungefähr. Es lässt sich nicht nur eine höhere Aufmerksamkeit erzielen, junge Menschen lassen sich darüber auch besser für die Politik gewinnen. Die Leute sind total politisch, aber sie sind eben oft auch parteienverdrossen. Durch Kampagnen engagieren sich Menschen bei uns zeitlich begrenzt für ein Thema, dass ihnen und uns wichtig ist. Am Ende geht man entweder getrennter Wege, behält sich aber zumindest in guter Erinnerung. Oder die Leute treten bei uns ein!

Die Mobilisierungs- und Kampagnenfähigkeit interessiert uns natürlich auch mit Blick auf die nächste Bundestagswahl. So sollen Ende diesen Jahres die Homepage und Handy-Apps im neuen Glanz erstrahlen, Kampagnenpakete sollen per Mausklick bestellbar sein und auch eine Mitgliederwerbekampagne ist angedacht.

Doch auch altbewährte Veranstaltungsformate sollen nicht zu kurz kommen. Vom 17. bis 19. Juni findet wieder ein Linkskongress statt. Unter den 500 Teilnehmern tummeln sich auch immer viele Neumitglieder und Nichtmitglieder. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf Arbeit und Wirtschaft, der genaue Titel ist noch in der kreativen Findungsphase. Fest steht aber, dass unsere Linkskongresse nicht einfach langweilige Frontalbeschallung sind. Es ist immer für alle etwas dabei, vom Workshop, zur Exkursion bis zum kulturellen Rahmenprogramm.

Zu guter Letzt soll in diesem Jahr noch ein anderes Juso-Projekt nach vorne gestellt werden, über das immer noch viel mehr gesprochen werden müsste: das Willy Brandt Center in Jerusalem. Seit 1996 bringt dieses Projekt junge Menschen aus Israel und Palästina zusammen und leistet so einen Beitrag zum Friedensprozess. Zum 20-jährigem Jubiläum sind unter anderem ein Festakt mit Festschrift geplant, außerdem sollen auch die zahlreichen Besucherdelegationen aus Deutschland in diesem Jahr in einem einwöchigen Sommercamp mit der Geschichte und Situation vertraut werden. Außenminister Frank-Walter Steinmeier leistete vergangene Woche bereits einen sehr persönlichen Beitrag zum Jubiläum des WBC: Zu einem großen Empfang anlässlich 60. Geburtstags bat er statt Geschenken um Spenden für das Projekt.

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Ein Kommentar

  1. Bernd sagt:

    Ich bin als Sozialdemokrat groß geworden.
    Dann wurde ich erwerbslos.
    Dann wurde ich Hartz IV-Empfänger.

    Ich bin kein Hartz IV-Empfänger mehr.

    Und ich werde für den Rest meines Lebens
    nie wieder SPD wählen.

    Fickt Euch.

    Gut oder schlecht: Daumen hoch 2 Daumen runter 0