Somewhere between WBC-Anniversary, Summercamp and Leadership-Delegation

Irgendwo zwischen WBC Jubiläum, Sommercamp und Leadership-Delegation

Ich glaube, der Nahost-Konflikt ist das Thema bei dem man sich bei den Jusos gefühlt einfach nur die Finger verbrennen kann. Irgendjemandem tritt man immer auf die Füße. Ist immer zu viel oder zu wenig solidarisch mit Israel oder Palästina.

Ich für meinen Teil habe daher vor ein paar Jahren beschlossen, dass ich die politische Beurteilung der Situation in Israel und Palästina lieber unseren Partnerorganisationen im Willy Brandt Center Jerusalem überlasse. Alles andere erschien mir irgendwann vermessen. In Bezug auf den Konflikt positioniere ich mich daher nur dann politisch wenn zwischen unseren PartnerInnen im Willy Brandt Center keine Einigung erzielt werden kann und selbst dann versuche ich eher zu vermitteln.

Versteht mich nicht falsch, das bedeutet nicht, das ich nicht über das Thema diskutiere und keine Meinung habe, sondern vielmehr, dass ich nicht einseitig Stellung beziehen kann und will. Ich fühle mich einfach in doppelter Solidarität verbunden.

Warum das so ist und ich das so handhabe? Weil ich mich als Teil des Willy Brandt Center Jerusalem verstehe. Wie viele andere Jusos bin ich Fördervereinsmitglied und pflege Freundschaften zu unseren PartnerInnen in Israel und Palästina.

Ich glaube aber, dass sich doppelte Solidarität auch nur deshalb durchhalten lässt, für mich, genauso wie für die Jusos als Verband, weil wir in einem engen Austausch mit unseren PartnerInnen stehen. Ein Austausch der über das Willy Brandt Center, persönliche Kontakte und regelmäßige Delegationsreisen gepflegt wird.

Besonders die Leadership-Delegation, die zweimal jährlich stattfindet, ist in diesem Zusammenhang besonders wichtig. Durch sie bekommen die Partnerorganisationen im Willy Brandt Center einen detaillierten Einblick in die aktuellen gesellschaftlichen Verhältnisse der jeweils anderen. Dieser Einblick ist der wohl Unverfälschteste, der möglich ist, im Rahmen einer Kooperation auf Augenhöhe. Der Einblick in die Gesellschaften, aber auch in die Verbände unserer PartnerInnen selber, erlaubt es überhaupt erst Dinge gegenseitig einordnen zu können und schafft Raum um überhaupt am Projekt weiter zu arbeiten.

So haben wir uns zum Beispiel im Rahmen der letzten Leadership-Delegation darauf geeinigt dieses Jahr ein Sommercamp anlässlich des 20jährigen Jubiläums des Willy Brandt Center stattfinden zu lassen und gemeinsam mehr über die unterschiedlichen gesellschaftlichen Narrative und Perspektivenzu sprechen. Nur deshalb haben sich vom 01.09.-04.09. mehrere Delegationen gemeinsam in Wandlitz, Brandenburg getroffen, nur deshalb wird im Willy Brandt Center sich nun verstärkt mit Narrativen beschäftigt. Nicht weil das einzelne Kräfte wollten, sondern weil es eine Konsensentscheidung zwischen den Vorständen der Verbände unter dem Dach des Willy Brandt Centers gab.

Gemeinsam feiern wir dieses Jahr das 20jährige Jubiläum. Am 31.08. in Berlin und Ende September in Jerusalem.

Liebes Willy Brandt Center: Ich hoffe, dass deine Arbeit irgendwann nicht mehr nötig ist, denn das wäre das Schönste was dieses Projekt erleben könnte.Da dieses Ziel nach meinem Gefühl aber momentan weiter entfernt liegt als noch zu deinen Gründungszeiten, hoffe ich zuerst, dass es dich noch mindestens weitere 20 Jahre geben wird und du noch zahlreiche weitere Generationen prägen wirst.

 

Somewhere between WBC-Anniversary, Summercamp and Leadership-Delegation

I think the Middle East-Conflict is the most intense discussed issue within our organization. You are always treading on someone’s toes. You are always showing too much or too little solidarity with Israel or Palestine.

As far as I am concerned, a few years ago I decided to leave the evaluation of the situation in the region to our partners from the Willy Brandt Center Jerusalem. Everything else seemed inappropriate to me. In terms of the conflict I site politically only if our partners cannot agree – and even then I prefer to mediate between them.

Don’t get me wrong: It does not mean that I won’t discuss about the conflict or not having an opinion about it. It is just that I don’t think it is right to commit to one side only. I am united in double solidarity to our Israeli and Palestinian partners.

Why do I act this way? Because I consider myself being part of the Willy Brandt Center Jerusalem. Like a lot of other Jusos I am a supporting member of the project and have built friendships to our partners in Israel and Palestine.

The most important aspect of being able to feel this kind of „double solidarity“ is the possibility to stay in contact with our partners. An exchange, which is kept alive through the Willy Brandt Center, personal contacts and delegations.

Especially the annual leadership-delegations are important. That is the only way how our partners can learn about the current situation in each others societies. This insight is the best you can have, when you’re meeting at eye-level. It creates the possibility of understanding and building partnership for peace.

During the last leadership-delegation we decided to have a summer camp to celebrate the 20th anniversary of our center. So that’s why young people from Israel, Palestine and Germany met in Wandlitz from 1st of September until the 4th of September and started to talk about the different narratives and perspectives in their respective societies. Not because one partner wanted it to happen. It took place because all the partners under the umbrella of Willy Brandt Center decided on this consensually.

Together we celebrate 20th anniversary this year. On the 31st of August in Berlin, and in the end of September in Jerusalem.

Dear Willy Brandt Center: I hope, that someday your existence will not be necessary anymore. However this goal seems so far away in these times. Until then, I hope, that you will continue inspire many generations to be partners for peace.

 

Be Sociable, Share!

Kommetare wurden geschlossen.