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	<title>Juso Blog &#187; Elena Pieper</title>
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	<description>Gemeinsam verändern</description>
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		<title>Samstag schon was vor?</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Aug 2011 17:02:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elena Pieper</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nachdem in Passau schon mal geprobt wurde, geht es am Samstag richtig los: Am 13. August 2011 findet in <a href="http://slutwalkberlin.de/slutwalkunited">zahlreichen deutschen Städten</a> ein städtübergreifender Slutwalk statt. Slutwalks wenden sich sich auf kreative Weise gegen Sexismus, sexuelle Gewalt und Vergewaltigungsmythen – und sind bitter nötig.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.jusos.de/uploads/5586983334_b98341c621.jpg"><img src="http://blog.jusos.de/uploads/5586983334_b98341c621-300x198.jpg" alt="" width="300" height="198" class="alignleft size-medium wp-image-4869" /></a> Nachdem in Passau schon mal geprobt wurde, geht es am Samstag richtig los: Am 13. August 2011 findet in <a href="http://slutwalkberlin.de/slutwalkunited">zahlreichen deutschen Städten</a> ein städtübergreifender Slutwalk statt. Slutwalks wenden sich sich auf kreative Weise gegen Sexismus, sexuelle Gewalt und Vergewaltigungsmythen – und sind bitter nötig.</p>
<p>Als der kanadische Polizeibeamte Michael Sanguinetti in einer Diskussion zur päventiven Verbrechensbekämpfung an der Universität Toronto die Auffassung vertrat, dass  Frauen vermeiden sollten, sich wie Schlampen anzuziehen, um nicht zum Opfer zu werden (<a href="http://www.slutwalktoronto.com/about/why">&#8220;women should avoid dressing like sluts in order not to be victimized&#8221;</a>) formierte sich spontaner Widerstand. Und so fand am 3. April 2011 in Toronto der erste Slutwalk statt. Denn Sanguinetti sprach aus, was weltweit gängige Auffassung ist: Wenn Frauen Opfer sexueller Gewalt werden, dann sind sie selbst dafür verantwortlich. </p>
<p>Der Name &#8216;Slutwalk&#8217; bezieht sich auf diesen Ausspruch des kanadischen Polizeibeamten, der den ersten SlutWalk auslöste. Slutwalks protestieren für das Recht auf Selbstbestimmung hinsichtlich Körper, Geschlecht und sexuellem Begehren und gegen ein System, das sexuelle Übergriffe, Gewalt und Belästigungen verharmlost, legitimiert und den Betroffenen die Schuld gibt. Denn die Verletzung von persönlichen Grenzen gehört in dieser Gesellschaft zum Alltag. Ein Beispiel für die Zuweisung von Schuld an die Betroffenen ist, dass Frauen beigebracht wird „Lass dich nicht vergewaltigen“ statt die Ausübung sexueller Gewalt zu ächten. Frauen müssen Kleidungs- und Benimmregeln befolgen, die ihre Sexualität reglementieren, um nicht zum Opfer zu werden, wie es heißt. Dass sexuelle Gewalt meist in der Familie oder dem engen Bekanntenkreis vorkommt, spielt bei diesem Mythos keine Rolle.</p>
<p>Von den <a href="http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,767985,00.html">Medien</a> und auch <a href="http://blog.jusos.de/2011/07/kann-ein-%E2%80%9Eslutwalk%E2%80%9C-feministisch-sein/">in diesem Blog</a> wurden Slutwalks als ein Protest für das „Recht darauf, sexy zu sein“ interpretiert und kritisiert. Und natürlich ist es richtig, die herrschenden Vorstellungen von &#8216;sexy&#8217; zu hinterfragen. Bei den Slutwalks geht es aber nicht darum, das Tragen von Miniröcken und tiefen Ausschnitten zu propagieren, sondern für (sexuelle) Selbstbestimmung, das Recht auf körperliche Unversehrtheit und die Wahrung von persönlichen Grenzen einzutreten. Deshalb gibt es auch keinen Dresscode und alle Geschlechter sind gleichermaßen willkommen und zur Teilnahme aufgerufen. </p>
<p>Also: Nehmt an dem Slutwalk in eurer Region teil, um ein Zeichen gegen Sexismus, sexuelle Gewalt und Vergewaltigungsmythen zu setzen! Falls noch Fragen offen geblieben sind, findet ihr die Antwort vielleicht <a href="http://slutwalkhamburg.blogsport.de/faq/">hier</a>.</p>
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		<title>Sprünge in der gläsernen Decke?</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Jul 2011 07:08:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elena Pieper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Kristina Schröder]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Unternehmen Deutsche Telekom hat bekannt gegeben, gleich zwei Frauen auf einmal in den bisher nur aus Männern bestehenden Vorstand zu<a href="http://www.telekom.com/dtag/cms/content/dt/de/1045848"> berufen</a>. Über die Berufung einer dritten Frau wird noch <a href="http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/telekom-zerschlaegt-die-glaeserne-decke/">spekuliert</a>. Und das auf Grund einer Selbstverpflichtung und ohne gesetzliche Quote. Brauchen wir die dann überhaupt?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.jusos.de/uploads/Fotolia_25322164_S.jpg"><img src="http://blog.jusos.de/uploads/Fotolia_25322164_S-300x207.jpg" alt="" width="300" height="207" class="alignleft size-medium wp-image-4057" /></a> Das Unternehmen Deutsche Telekom hat bekannt gegeben, gleich zwei Frauen auf einmal in den bisher nur aus Männern bestehenden Vorstand zu<a href="http://www.telekom.com/dtag/cms/content/dt/de/1045848"> berufen</a>. Über die Berufung einer dritten Frau wird noch <a href="http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/telekom-zerschlaegt-die-glaeserne-decke/">spekuliert</a>. Und das auf Grund einer Selbstverpflichtung und ohne gesetzliche Quote. Brauchen wir die dann überhaupt?</p>
<p>Ist das der Befreiungsschlag? Zukünftig werden die Vorstandsressort Personal und Europa bei der Deutschen Telekom mit Frauen besetzt sein. Wenn es gelingt, noch eine dritte Frau zu berufen, entspräche das einer Steigerung des Frauenanteils im Vorstand von 0 auf 40%. Das klingt revolutionär, und so sehen sich die Gegner einer gesetzlichen Frauenquote für Vorstände und Aufsichtsräte in ihrer ablehnenden Haltung bestätigt: Es geht doch auch so, ganz ohne Zwang.</p>
<p>Leider ist die Telekom in Sachen Frauenförderung auf den hohen Hierarchie-Ebenen eine Ausnahme: Deutschlandweit beträgt der Frauenanteil in Vorständen gerade mal <a href="http://www.fidar.de/WoB-Index.92.0.html">3%</a>, in Aufsichtsräten 10%. Angesichts dieser erschreckenden Zahlen musste sogar Frauenministerin Kristina Schröder die offensichtliche Diskriminierung eingestehen und wandelte ihre strikte Quotenablehnung zum Vorschlag einer „Flexiquote“ um, einem Stufenplan, bei dem Unternehmen ab 2013 gesetzlich verpflichtet werden sollen, selbst festgelegte Quoten zu erfüllen. Da sind die meisten Unions-Politiker_innen schon weiter.</p>
<p>Festzuhalten bleibt: Dass die Telekom 2 Frauen in ihren Vorstand beruft, ist aus einer frauenpolitischen Perspektive grundsätzlich zu begrüßen. Einen bitteren Beigeschmack hinterlässt, dass gerade derjenige Vorstand, der sich am meisten für die unternehmensinterne Frauenquote einsetzte, nun das Nachsehen hat: Personalvorstand Thomas Sattelmann wird durch eine Frau ersetzt. Auch dieses Vorgehen zeigt, wie wichtig eine gesetzliche Frauenquote ist: Sie stärkt diejenigen, die sich innerhalb eines Unternehmens für Frauenförderung einsetzen. Und das ist angesichts der strukturellen Diskriminierung, der Frauen in Unternehmen ausgesetzt sind, bitter nötig. </p>
<p>Was noch anzumerken bleibt: Eine gesetzliche Frauenquote für Vorstände und Aufsichtsräte ist wichtig und wünschenswert. Aber sie kann immer nur ein Teil einer konsequenten Frauenförderung sein. Sicherlich lässt sich die Benachteiligung von Frauen in den hohen Hierarchie-Ebenen leicht quantifizieren und damit sichtbar machen. Aber nicht nur dort sind Frauen von Diskriminierung betroffen. Und nicht alle wollen Karriere machen.</p>
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		<title>Kampf-Lesbe oder Sex-Objekt</title>
		<link>http://blog.jusos.de/2011/06/kampf-lesbe-oder-sex-objekt/</link>
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		<pubDate>Sun, 26 Jun 2011 07:50:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elena Pieper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Frauen]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball-WM]]></category>
		<category><![CDATA[Sexismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Vorfeld der [Frauen-]Fußball-WM wurden Sachen Werbung alle Register gezogen, denn die Stadien müssen voll und der Party-Nationalismus angestachelt werden. Fraglich bleibt, ob das den Fußball voran bringt – oder ob es hier überhaupt um Fußball geht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Vorfeld der [Frauen-]Fußball-WM wurden Sachen Werbung alle Register gezogen, denn die Stadien müssen voll und der Party-Nationalismus angestachelt werden. Fraglich bleibt, ob das den Fußball voran bringt – oder ob es hier überhaupt um Fußball geht.</p>
<p>Das olle Deutschland-Trikot ist out – denn [Frauen-]Fußball ist chic! So lautet die Botschaft des Labels <a href="http://www.football-loves-couture.de/">Football loves Couture</a>. Mit hautengen Glitzershirts und Dirndl in schwarz-rot-gold, die von drei schlanken Schönheiten präsentiert werden, kann die moderne Frau von heute die Stadion-Treppe zum Catwalk machen (sofern sie den gängigen Schönheitsidealen entspricht). Für die Kleinen gibt’s passend dazu eine Fußball-Barbie: &#8220;Die Fußball-Barbie ist ein echtes Frauenprodukt. Wie gemacht für unsere Kerngruppe&#8221;, sagte Nationalmannschafts-Managerin Doris Fitschen jüngst der <a href="http://www.zeit.de/sport/2011-03/fussball-frauen-barbie-prinz">Zeit</a>. Die Grundannahme lautet also: Es ist quasi ausgeschlossen, dass Frauen sich auf Grund des Sports für die Fußball-WM interessieren. Stattdessen müssen sie mit Dingen, für die sich Frauen eigentlich interessieren, ins Stadion gelockt werden – Mode, Schönheit und Plastikpuppen.</p>
<p>Aber auch für die Männer soll&#8217;s ja nett werden. Und die halten Fußball spielende Frauen generell für &#8216;unweiblich&#8217; und &#8216;Kampflesben&#8217; (alle Männer, auf die das nicht zutrifft, gehören vermutlich nicht zur „Kerngruppe“). Wie zeigt man also dem imaginierten Mehrheits-Mann, dass Fußballerinnen richtige Frauen sind? Richtig – indem man sie (halb)nackt für den <a href="http://www.focus.de/panorama/boulevard/playboy-titel/frauen-fussball-wm-fussball-damen-ganz-ohne-trikot_aid_635141.html">Playboy</a> ablichtet. Denn Frauenfußball muss sexy sein, das wissen wir seit dem letzten Tatort. Auch bei Männern wird also für unwahrscheinlich gehalten, dass sie sich für den Sport interessieren – komisch, denn das entspricht ja nun so gar nicht dem Klischee.</p>
<p>Allen, die Fußball wegen (man höre und staune) des Fußballs interessiert, sei gesagt: Sorry, ihr gehört offensichtlich nicht zur „Kerngruppe“. Denn in der Merchandising-Taktik im Vorfeld der Frauenfußball-WM kommen ausschließlich Frauen vor, die sich nur für Mode interessieren und Männer, für die Frauen nur nackt interessant sind. Schade, denn das wird dem Fußball, den wir in den nächsten Wochen zu sehen bekommen, nicht gerecht.</p>
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		<title>Fight for Equal Pay!</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Mar 2011 13:48:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elena Pieper</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Equal Pay Day findet in Deutschland dieses Jahr am 25. März statt. Das bedeutet, dass alle erwerbstätigen Frauen fast drei Monate länger arbeiten müssten, um das Lohnniveau zu erreichen, welches alle erwerbstätigen Männer bereits zum 31. Dezember des Vorjahres erreichten. Wir müssen also weiterhin gegen dieses eklatante Lohngefälle kämpfen und den Druck auf die politisch Verantwortlichen, aber auch die Tarifparteien erhöhen!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.jusos.de/uploads/Bansky_Maid.jpg"><img src="http://blog.jusos.de/uploads/Bansky_Maid-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" class="alignleft size-medium wp-image-4540" /></a>Der Equal Pay Day findet in Deutschland dieses Jahr am 25. März statt. Das bedeutet, dass alle erwerbstätigen Frauen fast drei Monate länger arbeiten müssten, um das Lohnniveau zu erreichen, welches alle erwerbstätigen Männer bereits zum 31. Dezember des Vorjahres erreichten. Wir müssen also weiterhin gegen dieses eklatante Lohngefälle kämpfen und den Druck auf die politisch Verantwortlichen, aber auch die Tarifparteien erhöhen!</p>
<p>23% Prozent beträgt die Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen in Deutschland – das damit <a href="http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/VerdiensteArbeitskosten/Verdienstunterschiede/Aktuell__GenderPayGap.psml">Schlusslicht</a> im europaweiten Vergleich ist. Diese Lohnlücke hat vor allem strukturelle Ursachen: Zum Beispiel die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung (Frauen leisten immer noch den großen Teil der unbezahlten Familien- und Pflegearbeit), die dazu führt, dass Frauen häufiger in Teilzeit arbeiten (müssen) als Männer. Aber auch Stereotypisierungen und Rollenzuweisungen tragen ihren Teil zur Lohnlücke bei: Typische &#8216;Frauenberufe&#8217; werden niedriger bewertet als &#8216;Männerberufe&#8217;, Frauen arbeiten häufiger im Niedriglohnsektor und in prekären Beschäftigungsverhältnissen.</p>
<p>Ein weiterer Anteil der Gender Pay Gap ist auf unmittelbare sexistische und frauenfeindliche Diskriminierung zurückzuführen. Oft endet die Karriere von Frauen unter der „gläsernen Decke“, weil sie gegen die <a href="http://www.urbandictionary.com/define.php?term=Old%20Boy%27s%20Network">Old-Boys-Networks</a> nichts ausrichten können –  und so sind es vorwiegend Männer, die in gut bezahlte Führungspositionen kommen. Zudem haben wir es in Deutschland mit einer vorherrschenden Unternehmenskultur zu tun, in der Präsenz nach wie vor als das Hauptkriterium für Leistung gilt. Familie und Beruf lassen sich daher nur schwer miteinander vereinbaren und damit müssen nach der oben erwähnten geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung vor allem Frauen klarkommen.</p>
<p>Gründe genug also, vor allem heute aber auch an allen anderen Tagen auf das ungerechte Lohngefälle aufmerksam zu machen! Dazu gibt es anlässlich des Equal Pay Day zahlreiche <a href="http://www.equalpayday.de/35.html?&amp;L=0">Möglichkeiten</a>. Wie brauchen einen Mindestlohn, die Abschaffung von prekären Beschäftigungsverhältnissen, eine Umverteilung von Familenarbeit und einen entschiedenen <a href="http://www.ipetitions.com/petition/equalpayday2011/">Kampf gegen Rollenbilder und Stereotype</a>! Nur durch strukturelle Veränderungen wird sich an dem Lohngefälle etwas verändern – nicht durch individuelle Lösungen, wie „Frauenministerin“ <a href="http://www.equalpayday.de/">Kristina Schröder</a> sagt. Also: Raus mit der roten Tasche! Fight for Equal Pay!</p>
<p>Umfassende Infos zur Lohndifferenz gibt’s <a href="http://maedchenmannschaft.net/gender-pay-gap-zur-geschlechtsspezifischen-ungleichheit-auf-dem-arbeitsmarkt/">hier</a>.</p>
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		<title>Kämpft weiter!</title>
		<link>http://blog.jusos.de/2011/03/kampft-weiter/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Mar 2011 10:49:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elena Pieper</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit Clara Zetkin am 27. August 1910 der zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen die Einführung eines internationalen Kampftages für Frauenrechte vorschlug, hat sich einiges getan. Was sich in den letzten 100 Jahren alles verbessert hat, kann an anderer Stelle nachgelesen werden. Fest steht aber auch, dass wir nach wie vor in einer Welt leben, die von Männern beherrscht wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.jusos.de/uploads/Ilovefeminism.jpg"><img src="http://blog.jusos.de/uploads/Ilovefeminism-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" class="alignleft size-medium wp-image-4375" /></a> Seit Clara Zetkin am 27. August 1910 der zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen die Einführung eines internationalen Kampftages für Frauenrechte vorschlug, hat sich einiges getan. Was sich seit 100 Jahren Internationaler Frauentag alles verbessert hat, kann an anderer Stelle nachgelesen werden. Fest steht aber auch, dass wir nach wie vor in einer Welt leben, die von Männern beherrscht wird. Und egal, ob es sich dabei um männliche Personen oder ein abstraktes männliches Prinzip handelt: Frauen weltweit spüren jeden Tag die Auswirkungen dieser Herrschaftsverhältnisse. </p>
<p>Ein Kampf für Freiheit und Gleichheit aller Menschen ist also weiterhin absolut notwendig! Und dieser Kampf erfordert eine Solidarisierung aller Frauen weltweit. Es darf dabei aber nicht die Unterschiedlichkeit der jeweilgen Unterdrückungssituationen aus dem Blick geraten. Alleine in Deutschland kämpfen Frauen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen für Anerkennung und Emanzipation: Weiße Frauen, Frauen of colour, lesbische Frauen, Migrantinnen, alleinerziehende Mütter, Sexarbeiterinnen, junge und alte Frauen oder erwerblose Frauen, um nur einige Identitäten zu nennen, die vielfach auch miteinander interagieren. </p>
<p>Solidarität kann also im gemeinsam Kampf für Emanzipation nicht bedeuten, für alle Frauen zu sprechen. Denn „die Frau“ an sich gibt es genauso wenig wie „den Mann“. Vielmehr muss ein solidarischer Kampf gerade auch die Vielfalt der spezifischen Unterdrückungssituationen thematisieren. Denn nur so können eben diese aufgebrochen werden. Dass bedeutet nicht, dass jede Frau alleine und nur für sich kämpft. Sondern, dass der Kampf den wir für unsere Freiheit führen, in Vielfalt geführt wird. Und dass gerade in dieser Vielfalt die Solidarität begründet ist.</p>
<p>In diesem Sinne: Lasst uns weiterkämpfen!</p>
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		<title>Menschenskinder.</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Jan 2011 09:38:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elena Pieper</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Streit über die Reform der Hartz-IV-Reform ist in aller Munde. Neben dem Konflikt über die Regelsatzanpassung geht es vor allem um so genannte 'Kinderarmut', die durch 'Sachleistungen' bekämpft werden soll. Aber gibt es sowas wie 'Kinderarmut' überhaupt? Oder müssen nicht vielmehr von Armut betroffene Eltern im Fokus der Diskussion stehen. Zum Beispiel sind mehr als die Hälfte aller Kinder im ALG-II-Bezug Kinder von Alleinerziehenden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.jusos.de/uploads/Fotolia_4404204_S.jpg"><img src="http://blog.jusos.de/uploads/Fotolia_4404204_S-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" class="alignleft size-thumbnail wp-image-4118" /></a> Der Streit über die Reform der Hartz-IV-Reform ist in aller Munde. Neben dem Konflikt über die Regelsatzanpassung geht es vor allem um so genannte &#8216;Kinderarmut&#8217;, die durch &#8216;Sachleistungen&#8217; bekämpft werden soll. Neben der Frage danach, was Musikunterricht mit Chipkartenabrechnung Kindern nützt, die keine Winterstiefel haben, könnte mensch sich auch noch fragen, ob es so etwas wie &#8216;Kinderarmut&#8217; überhaupt gibt. Oder ob nicht vielmehr von Armut betroffene Eltern im Fokus der Diskussion stehen müssten. Zum Beispiel sind mehr als die Hälfte aller Kinder im ALG-II-Bezug Kinder von Alleinerziehenden.</p>
<p>Mittlerweile wächst in Deutschland jedes 6. Kind in einer Einelternfamilie auf. Der Anteil der Alleinerziehenden an allen Familienformen beträgt 19%*. Dabei sind 90% der Alleinerziehenden Frauen. Und ca. die Hälfte von ihnen erhalten Leistungen nach der Grundsicherung für Arbeitssuchende. Mit Nichten sind all diese Frauen erwerbslos. Jede Dritte Alleinerziehende im ALGII-Bezug ist eine so genannte Aufstockerin, die gemeinsam mit ihren Kindern von dem Geld, was sie in ihrem Teilzeit- oder Minijob verdient, nicht leben kann. Soviel zu den Zahlen.</p>
<p>Natürlich ist es deshalb und aus noch vielen anderen Gründen wichtig, dass die Regelsätze der Grundsicherung endlich transparent berechnet und angehoben werden und es eigenständige Kinder-Regelsätze gibt. Außerdem dürfen andere Leistungen wie Kindergeld nicht auf die Regelsätze angerechnet werden. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Denn es muss ebenfalls mehr thematisiert werden, dass Menschen, die von Armut betroffen sind, insbesondere Frauen, unter katastrophalen Bedingungen arbeiten. Zwei von drei Beschäftigten im Niedriglohnsektor sind Frauen. Im Schnitt verdienen sie immer noch ein Viertel weniger als Männer und können häufig keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen.</p>
<p>Armut von Eltern und Kindern muss daher mit einer menschenwürdigen Grundsicherung, mit einem flächendeckenden Mindestlohn, der Abschaffung von Minijobs und einem Ende der Lohndiskriminierung von Frauen bekämpft werden. Einelternfamilien dürfen nicht mehr als Sonderfall betrachtet werden und müssen sich endlich auf kostenlose und flächendeckende Kinderbetreuung verlassen können, die Eltern die Aufnahme von Erwerbsarbeit erleichtern. Dann wären auch weniger Kinder auf die so genannten &#8216;Sachleistungen&#8217; aus dem Bildungspaket angewiesen.</p>
<p>* Alle Zahlen vom Bundesverband alleinerziehender Mütter und Väter</p>
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		<title>Feministischer Jahresrückblick</title>
		<link>http://blog.jusos.de/2010/12/feministischer-jahresruckblick/</link>
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		<pubDate>Mon, 20 Dec 2010 15:37:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elena Pieper</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Da ist sie wieder, die Zeit der Jahresrückblicke. Überall werden wir mit Ereignissen und Personen bombardiert, die 2010 angeblich besonders toll, traurig oder wichtig gewesen sind. Vieles, was ich selbst wichtig fand, blieb dabei ungesagt. Deshalb zählt dieser Blog-Eintrag ein paar politische Ereignisse, Absurditäten und andere Dinge auf, die Erwähnung verdient haben. Um Ergänzung wird gebeten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.jusos.de/uploads/Fotolia_25322164_S.jpg"><img src="http://blog.jusos.de/uploads/Fotolia_25322164_S-300x207.jpg" alt="" width="300" height="207" class="alignleft size-medium wp-image-4057" /></a> Da ist sie wieder, die Zeit der Jahresrückblicke. Überall werden wir mit Ereignissen und Personen bombardiert, die 2010 angeblich besonders toll, traurig oder wichtig gewesen sind. Vieles, was ich selbst wichtig fand, blieb dabei ungesagt. Deshalb zählt dieser Blog-Eintrag ein paar politische Ereignisse, Absurditäten und andere Dinge auf, die (nicht nur 2010) Erwähnung verdient haben. Um Ergänzung wird gebeten.</p>
<p>Im <strong>Januar</strong> wurden Frankreichs Unternehmen gesetzlich zu einer Frauenquote in den Aufsichtsräten von 40 Prozent verpflichtet. Bei der Abstimmung im Parlament gab es keine Gegenstimmen und so wird Frankreich das vierte Land mit einer Frauenquote in den Aufsichtsgremien – nach Norwegen, Spanien und Belgien. Vorgelegt hat den Gesetzesentwurf übrigens die konservative Partei UMP. Es gibt also genügend Vorbilder für Deutschland. Hierzulande wurde das gleiche Thema allerdings ganz anders diskutiert:  In einem <a href="http://www.faz.net/s/RubC43EEA6BF57E4A09925C1D802785495A/Doc~EF73DC81E1E0D42D990416D362BCB2F02~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Interview</a> mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagt die Psychologin Susanne Pinker, wegen ihrer Hormone hätten Frauen kein Interesse an Chefpositionen. Was haben dann all die ehrgeizigen Frauen da draußen? Hormonprobleme? </p>
<p>Im <strong>Februar</strong> trat Margot Käßmann von ihrem Amt als EKD-Ratsvorsitzende zurück. Inwieweit ihr Geschlecht bei dieser Entscheidung und der öffentlichen Diskussion darüber eine Rolle gespielt hat, wurde unter anderem auf diesem <a href="http://blog.jusos.de/2010/02/strukturelles-patriarchat-der-fall-kasmann-als-lehrstuck/">Blog</a> diskutiert.</p>
<p>Der diesjährige Equal Pay Day war am 26. <strong>März</strong> 2010. Bereits zum dritten Mal machte das Aktionsbündnis so auf die Unterschiede bei der Bezahlung von Männern und Frauen aufmerksam. Der Termin hängt dabei jedes Jahr vom Unterschied des letzten Jahres ab und setzt diesen in Zeit um. 2009 lag der Unterschied bei 23% – bis zum 26. März arbeiteten Frauen quasi ohne Entlohnung. </p>
<p>Im <strong>April</strong> veröffentlichten einige Politiker der Grünen ein Männer-Manifest mit dem Titel <a href="http://blog.gruene-nrw.de/2010/04/09/maennermanifest/">„Nicht länger Machos sein müssen“</a>, in dem sie sich kritisch mit dem hegemonialen Männlichkeitsbild auseinandersetzen. Bravo! Wann kommt sowas endlich auch mal von Sozialdemokraten?</p>
<p>Am 17. <strong>Mai</strong> war Internationaler Tag gegen Homophobie. Weltweit fanden dazu Veranstaltungen, Aktionen und Demonstrationen statt, um auf die Diskriminierung von LGBT hinzuweisen und Gleichberechtigung einzufordern. 2010 stand der Tag unter dem Motto “Religionen, Homophobie, Transphobie” und thematisierte damit die Stigmatisierung von LBGT-Lebensweisen und die Rechtfertigung von Gewalt, Zwangssterilisationen und Diskriminierung durch religiöse Vertreter_innen. Mehr als die <a href="http://www2.gender.hu-berlin.de/ztg-blog/2010/05/internationaler-tag-gegen-homophobie/">Hälfte</a> aller Deutschen lehnt die Gleichstellung von homo- und heterosexuellen Lebensweisen nach wie vor ab. </p>
<p>Ablehnen tat auch Judith Butler etwas, nämlich im <strong>Juni</strong> diesen Jahres den Zivilcourage-Preis des CSD Berlin. Der CSD-Berlin war Butler zu kommerziell ausgerichtet und richte sich nicht ausreichend gegen Probleme wie Rassismus oder doppelte Diskriminierung von homosexuell oder transsexuell empfindenden Migrant_innen. Kommentare dazu gibt’s <a href="http://antjeschrupp.com/2010/06/22/rassismus-und-homophobie-einige-gedanken-zu-judith-butler-und-dem-csd/">hier</a> und <a href="http://maedchenmannschaft.net/judith-butler-und-die-schwul-lesbische-dekonstruktion/">hier</a>.</p>
<p>Der Deutsche Hebammenverband (DHV) hat im <strong>Sommer</strong> 2010 eine Online-Petition zum Erhalt der wohnortnahen Versorgung mit Hebammenhilfe gestartet. Die Online-Petition, mit der sich die Hebammen gegen die deutliche Anhebung der Berufshaftpflicht <a href="http://www.hebammen-protest.de/">wehren</a>, wurde von insgesamt 186.356 Menschen unterzeichnet. Die gesetzlich schwierige Situation der Hebammen kann nur auf Bundesebene gelöst werden. Das FDP-geführte Bundesgesundheitsministerium glänzt jedoch bisher mit Untätigkeit. </p>
<p>Das Bundesverfassungsgericht hat im <strong>August</strong> entschieden, dass das Sorgerecht eines unverheirateten Vaters ab sofort nicht mehr von der Zustimmung der Mutter des Kindes abhängig ist. Jeder Vater kann nun das gemeinsame und sogar das alleinige Sorgerecht beantragen – auch gegen den Willen der Mutter seines Kindes. Es ging dem Gericht bei seiner Entscheidung einzig um das Wohl des Kindes &#8211; die Situation der Mutter, die aus verschiedenen Gründen vielleicht kein Interesse mehr am Kindsvater als Partner hat und deswegen kein Sorgerecht mit ihm teilen möchte, wurde in dem Urteil nicht berücksichtigt.</p>
<p>Wie auch im letzten Jahr mobilisierte der Bundesverband Lebensrecht für den 18. <strong>September</strong> 2010, zu einem Schweigemarsch mit dem Titel “1000 Kreuze für das Leben”. Damit wollten die selbst ernannten “Lebensschützer” für ein generelles Verbot von Abtreibungen demonstrieren. Aktivist_innen verschiedenster Gruppierungen traten mit der Gegenaktion “<a href="http://no218nofundis.wordpress.com/2010/08/25/alle-jahre-wieder-1000-kreuze-in-die-spree/">1000 Kreuze in die Spree</a>“ dem Marsch der Fundamentalist_innen laut und mit vielfältigen Aktionen entgegen.</p>
<p>Mein ganz persönliches feministisches Highlight 2010: Vom 28. bis 30. <strong>Oktober</strong> 2010 fand in Berlin der bpb-Kongress „Das flexible Geschlecht: Gender, Glück und Krisenzeiten in der globalen Ökonomie“ statt. Die Kongress-Dokumentation sowie spannende und kontroverse Texte der Referent_innen findet ihr <a href="http://www.bpb.de/veranstaltungen/OFSCL9,0,Das_flexible_Geschlecht.html">hier</a> und <a href="http://www.bpb.de/veranstaltungen/OFSCL9,0,Das_flexible_Geschlecht.html">hier</a>. </p>
<p>Im <strong>November</strong> kündigte des Bundesministerium für Entwicklung unter Leitung des FDP-Politikers Dirk Niebel die Zusammenlegung der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit, des Deutsche Entwicklungsdienstes und der Gesellschaft für Internationale Weiterbildung und Entwicklung an. Der siebenköpfige Vorstand der neu zu gründenden Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit wird nach Niebels Personalvorschlägen nur aus Männern bestehen. Super!</p>
<p>Und <strong>seit mehr als zwei Wochen</strong> lässt sie uns nicht mehr los, die Diskussion über die Vergewaltigungsvorwürfe an Wikileaks-Gründer Julian Assange. Tenor der Diskussion im Netz: „Wer so spektakuläre Dinge veröffentlicht hat, der KANN überhaupt keine Frau vergewaltigt haben! Das wurde ihm alles von den Amerikanern angehängt.“ Was ihm genau vorgeworfen wird, steht inzwischen im <a href="http://www.guardian.co.uk/media/2010/dec/07/assange-bail-request-refused-wikileaks">Guardian</a>. Fortsetzung folgt garantiert. Von mir dazu nur soviel: Wenn ab jetzt alle potentiellen Vergewaltiger mit internationalem Haftbefehl gesucht werden, hat uns diese Debatte weitergebracht.</p>
<p>Und jetzt seid ihr dran: Was waren in diesem Jahr eure feministischen Highlights? </p>
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		<title>Arme Männer?</title>
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		<pubDate>Thu, 25 Nov 2010 07:41:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elena Pieper</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Pünktlich zum heutigen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Tag_zur_Beseitigung_von_Gewalt_gegen_Frauen">Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen</a> taucht eine <a href="http://www.ekir.de/ekir/dokumente/Sonderauswertung_-_Zusammenfassung.pdf">Studie </a> auf, die brisantere 'Ergebnisse' nicht haben könnte: Männer sind häufiger Opfer von Gewalt als Frauen. Sind also nicht die Männer die Bösen, sondern die Frauen, fragt sich da die erstaunte Öffentlichkeit? Und: Wäre es, angesichts dieser Zahlen, nicht besser, alle Frauenhäuser zu schließen?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.jusos.de/uploads/Fotolia_4699919_S.jpg"><img src="http://blog.jusos.de/uploads/Fotolia_4699919_S-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" class="alignleft size-medium wp-image-3947" /></a> Pünktlich zum heutigen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Tag_zur_Beseitigung_von_Gewalt_gegen_Frauen">Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen</a> taucht eine <a href="http://www.ekir.de/ekir/dokumente/Sonderauswertung_-_Zusammenfassung.pdf">Studie </a> auf, die brisantere &#8216;Ergebnisse&#8217; nicht haben könnte: Männer sind häufiger Opfer von Gewalt als Frauen. Und bei der Ausübung von Gewalt liegen Frauen (30%) und Männer (35%) nahezu gleich auf. Sind also nicht die Männer die Bösen, sondern die Frauen, fragt sich da die erstaunte Öffentlichkeit? Und: Wäre es, angesichts dieser Zahlen, nicht besser, alle Frauenhäuser zu schließen?</p>
<p>Der „Männerarbeit der evangelischen Kirche“ haben wir es zu verdanken, dass das Thema männliche Opfer und weibliche Täterschaft zum richtigen Anlass aufs Tableau gehievt wurde. Sie gab die Studie „Männer – Die ewigen Gewalttäter?“ in Auftrag und wer jetzt denkt, dass bei diesem Titel das Ergebnis schon von vornherein feststand &#8230; liest bitte trotzdem weiter. Es steht nämlich viel Interessantes drin in dieser Studie. Die unterscheidet zunächst mal nicht zwischen Gewalt im öffentlichen Raum und in Paarbeziehungen (womit sich erklären ließe, wie die hohe Opferzahl bei Männern zustande kommt). Auch werden in dem Gewaltbegriff der Studie leichte, schwere und sexualisierte Gewalt quasi gleich behandelt. Dass Frauen in Paarbeziehungen eher zu so genannter „leichter Gewalt“ (Anschreien, Kontrollausübung) und Männer eher zu schwerer körperlicher oder sexualisierter Gewalt tendieren, kann da schon mal hinten runter fallen. Aber nur bei schwerer Gewalt werde die Polizei gerufen, so der mit der Studie betraute Sozialwissenschaftler <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_D%C3%B6ge">Peter Döge</a>. <a href="http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/die-kleinen-unterschiede/">„Deshalb tauchen in der Kriminalstatistik so viele Männer auf.“</a> Wie gemein, denkt sich da der empörte Männerrechtler.</p>
<p>Nach Döges Auswertung üben Frauen auch mehr Gewalt in der Kindererziehung aus als Männer. Das passt ja nun so gar nicht zu unseren stereotypen Vorstellung von der liebenden Mami und dem gestrengen Herrn Vater. Haben wir die armen Männer also ganz zu unrecht vorverurteilt und müssen uns vielmehr auf die prügelnden Frauen konzentrieren? Oder fragt vielleicht einfach mal irgendwer, wer denn mehr Zeit mit den lieben Kleinen verbringt und so auch um ein vielfaches mehr Gelegenheit zur Gewaltausübung hat? Auch hier wird nicht zwischen verschiedenen Gewaltformen unterschieden: „Man geht heute davon aus, dass psychische Gewalt auf die Dauer dieselben Folgen haben kann wie physische.“, so Döge.</p>
<p>Welche Konsequenzen aus diesen &#8216;Erkenntnissen&#8217; zu ziehen seien, wurde bei der Vorstellung der Studie in Hannover diskutiert. Während im Publikum schon davon geträumt wurde, dass die schreiende Frau zukünftig genauso von der Polizei aus der Wohnung geworfen werden könne wie der prügelnde Mann, will Peter Döge vor allem, dass Paare Gewalt in der Beziehung „gemeinsam bewältigen“. Und in Frauenhäusern gehe man davon aus, dass häusliche Gewalt immer Männergewalt sei. Auf dem Podium waren feministische Gewaltexpert_innen natürlich nicht zu finden. </p>
<p>Und was lernen wir nun aus all diesem? Haben die Feminist_innen mal wieder zu laut geschrien? Gibt es diese ganze Männergewalt, von der ständig die Rede ist, eigentlich gar nicht? Mit Nichten.  Was aber mit Sicherheit nicht weiterführt, ist, die einzelnen Opfererfahrungen gegeneinander aufzurechnen. Denn: Gewalt die von Frauen ausgeht, ist bisher, ebenso wie männliche Opfererfahrung, ein blinder Fleck in der gesellschaftlichen Debatte. Und zwar, weil diese Vorstellungen nicht in die tradierten Stereotypen von Männern und Frauen hineinpassen. Das darf aber nicht davon ablenken, dass Millionen Frauen von schwerer körperlicher und sexualisierter Gewalt betroffen sind. Die von Männern ausgeübt wird. Und deshalb brauchen sie Schutzräume. Darüber kann auch keine Studie hinwegtäuschen.<a href="http://www.ekir.de/ekir/dokumente/Sonderauswertung_-_Zusammenfassung.pdf"><a href="http://www.ekir.de/ekir/dokumente/Sonderauswertung_-_Zusammenfassung.pdf"></p>
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		<title>Einfach alle selber Schuld.</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Nov 2010 10:51:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elena Pieper</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kristina Schröder]]></category>
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		<description><![CDATA[Unsere allerliebste Familienministerin Frau Dr. Kristina Schröder (CDU) hat mal wieder ihren Gedanken zum Thema Feminismus und Gleichstellungspolitik freien Lauf gelassen. Und wie immer ist das Resultat, das uns gestern in Form eines <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,727648,00.html">Spiegel-Interviews</a> vor die Füße gekippt wurde, schockierend. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.jusos.de/uploads/Fotolia_1459488_S.jpeg"><img class="alignleft size-medium wp-image-3879" src="http://blog.jusos.de/uploads/Fotolia_1459488_S-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a> Unsere allerliebste Familienministerin Frau Dr. Kristina Schröder (CDU) hat mal wieder ihren Gedanken zum Thema Feminismus und Gleichstellungspolitik freien Lauf gelassen. Und wie immer ist das Resultat, das uns gestern in Form eines <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,727648,00.html">Spiegel-Interviews</a> vor die Füße gekippt wurde, schockierend.</p>
<p>Dabei überrascht weniger, dass Frau Schröder außer Alice Schwarzer keine_n Feminist_in zu kennen scheint und vom Feminismus der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Feminismus#Zweite_Welle_des_Feminismus">2. Welle</a> offenbar keine Ahnung hat (Thesen wie „Dass Homosexualität die Lösung der Benachteiligung der Frau sein soll, fand ich nicht wirklich überzeugend.“ demonstrieren das eindrucksvoll). Eine adäquate Antwort darauf bräuchte wohl nicht mehr als einen Satz umfassen. Mein Vorschlag: Liebe Frau Schröder, es gibt nicht <em>den</em> Feminismus, sondern viele feministische Strömungen und Praxen, und heute wie auch während des Feminismus der 2. Welle haben viele Feminist_innen guten Sex; sogar mit Männern. Weitere Kommentierungen, denen kaum etwas hinzuzufügen ist, finden sich <a href="http://maedchenblog.blogsport.de/2010/11/06/frau-schroeder-sie-haben-da-was-falsch-verstanden/">hier </a>und <a href="http://maedchenblog.blogsport.de/images/Bildschirmfoto20101106um15.48.10.png">hier</a>.</p>
<p>Was aber durchaus ausführlicherer Kommentierung bedarf, sind Schröders Thesen zur Quote (was die Frage einer Frauenquote im Berufsleben angeht, sagte Schröder, eine Quote sei auch immer „eine Kapitulation der Politik“), zur unterschiedlichen Bezahlung von Männern und Frauen („Die Wahrheit sieht doch so aus: Viele Frauen studieren gern Germanistik und Geisteswissenschaften, Männer dagegen Elektrotechnik – und das hat eben auch Konsequenzen beim Gehalt. Wir können den Unternehmen nicht verbieten, Elektrotechniker besser zu bezahlen als Germanisten.“) und zur (angeblichen) Benachteiligung von Jungs im Bildungssystem („Mal überspitzt ausgedrückt: Schreiben wir genug Diktate mit Fußballgeschichten? Dafür interessieren sich auch die Jungs. Oder geht es immer nur um Schmetterlinge und Ponys?&#8221;). Beginnen wir mit der Quote: Hier kann mensch angesichts der Widersinnigkeit des Arguments von Schröder nur noch den Kopf schütteln. Denn gerade mit der Quote kapituliert doch die Politik nicht, sondern nimmt das Heft des Handels in die Hand und schafft sich Gestaltungsspielraum. Was der freie Markt ganz offensichtlich nicht schafft, nämlich eine gleiche Repräsentation der Geschlechter in den Führungsetagen sicherzustellen, wird durch gesetzliche Regelungen politisch gestaltbar. Deshalb ist eine Quote keine Kapitulation, sondern ein Schritt zu einer Gleichstellungspolitik, die ihren Namen auch verdient hätte, liebe Frau Schröder.</p>
<p>Schockierend ist auch das Bild, das Schröder offenbar von der Situation auf dem Arbeitsmarkt hat. Frauen seien selbst Schuld, wenn sie weniger verdienen als Männer. Klaro, wenn sie auch nichts anderes studieren als Geisteswissenschaften und Sprachen (Menschen, die nicht studiert haben, kommen offenbar in Schröders Weltbild nicht vor). Leider vergisst die Ministerin zu erwähnen, dass Frauen nicht nur im Durchschnitt, sondern auch im gleichen Beruf weniger verdienen als Männer (ca. 8%). Aber vielleicht konnte Schröder sich auch einfach nur nicht vorstellen, dass es überhaupt Frauen gibt, die technische Berufe ergreifen wollen. In die Abgründe ihres von Geschlechterstereotypen geprägten Weltbildes gewährt sie uns nämlich in ihrem letzten Statement einen Einblick: Jungs seien deshalb schlecht in der Schule, weil Diktate immer nur Schmetterlinge und Ponys statt Fußballgeschichten zum Gegenstand hätten. Da bleibt nur zu sagen: Willkommen in der Welt von Kristina Schröder! Hier sind alle Menschen glücklich verheiratet! Hier bringt heterosexueller Geschlechtsverkehr immer Spaß! Hier studieren Mädchen, die mit Ponys und Schmetterlingen groß geworden sind, Germanistik und Fußball spielende Jungs Elektrotechnik!</p>
<p>Bleibt nur noch mit dem <a href="http://maedchenblog.blogsport.de/">mädchenblog</a> zu fragen, „wie wir die ganzen Homo-Ehen, Alleinerziehenden, Ledigen, Poly-Gruppen, lesbischwule Beziehungen, glücklich Unverheiratete, glücklich kinderlosen Menschen in Frau Schröders Modell reinquetschen… Vermutlich sind die dann einfach alle selber Schuld.“</p>
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		<title>Das Ende der Spaltung.</title>
		<link>http://blog.jusos.de/2010/09/das-ende-der-spaltung/</link>
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		<pubDate>Sun, 26 Sep 2010 18:52:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Elena Pieper</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Ehegattensplitting]]></category>
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		<description><![CDATA[Die SPD hat auf dem heutigen Bundesparteitag in Berlin unter anderem auch mal wieder über Steuerpolitik diskutiert. Und bei all den öffentlichen Debatten über Progressionslinien und Spitzensteuersätze haben augenscheinlich nur Wenige gemerkt, was noch so alles im Leitantrag drinsteht. Zum Beispiel die Abschaffung des Ehegattensplittings.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.jusos.de/uploads/206692418_717d1f5060.jpg"><img src="http://blog.jusos.de/uploads/206692418_717d1f5060-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" class="alignleft size-medium wp-image-2481" /></a>Die SPD hat auf dem heutigen Bundesparteitag in Berlin unter anderem auch mal wieder über Steuerpolitik diskutiert. Und bei all den öffentlichen Debatten über Progressionslinien und Spitzensteuersätze haben augenscheinlich nur Wenige gemerkt, was noch so alles im Leitantrag drinsteht. Eine ganze Menge nämlich. Zum Beispiel:<br />
<em><br />
„Im Rahmen der angestrebten Einkommensteuerreform wollen wir auch das nicht mehr zeitgemäße Ehegattensplitting reformieren. Dazu wollen wir in Zukunft für Ehepartner […] zu einer individuellen Besteuerung beider Ehegatten übergehen […].“</em></p>
<p>Ein deutliches Bekenntnis zur Abschaffung des Ehegattensplittings ist lange überfällig. Denn obwohl die SPD in ihrem Grundsatzprogramm stehen hat, dass das Steuerrecht so umgestaltet werden soll, <em>„dass es für Frauen keine Hürde darstellt, erwerbstätig zu werden, und ihrer beruflichen Emanzipation nicht im Wege steht“</em>, konnte sich bisher noch kein Bundesparteitag dazu durchringen, so klar zu formulieren, was offensichtlich ist: Das Ehegattensplitting verfestigt und fördert Lebensentwürfe, in denen ein Partner vom anderen materiell abhängig ist (in den allermeisten Fällen die Frau vom Mann). Das Modell der  Alleinernährer-Ehe ist klar gegenüber dem gleichwertigen Doppelverdienst beider Partner bevorzugt. So wird eine so genannte &#8216;klassische&#8217; Rollenverteilung (der Begriff &#8216;gewaltförmige&#8217; trifft es wohl eher) festgeschrieben und zur Normalität erklärt, in der die Ehefrau für die Familienarbeit zuständig ist und allenfalls etwas &#8216;dazuverdient&#8217;.</p>
<p>Das Ehegattensplitting bedeutet nicht nur eine gesellschaftliche Herabwürdigung von Frauenerwerbstätigkeit als Zuverdienst, sondern zeigt auch deutlich, welche Funktion die Ehe in der patriarchal organisierten Gesellschaft vorwiegend erfüllt: Neben der Festschreibung von heterosexuellen, monogamen Zweierbeziehungen als erstrebenswertes Ideal (und gleichzeitiger Marginalisierung aller anderen Lebensformen) ist sie auch zentral für die Verteilung von Macht zwischen Männern und Frauen. Und die funktioniert in unserem Gesellschaftssystem vor allem analog zum materiellen Einkommen. Das Ehegattensplitting, welches die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen fördert und verstärkt, macht vor allem eines: gesellschaftliche Machtverhältnisse festschreiben.</p>
<p>Die individuelle Besteuerung von Einkommen ist also ein Anfang, überkommene  und menschenfeindliche Rollenmuster, die zur Zeit strukturell vom Steuersystem gestützt werden, aufzubrechen. Deswegen ist es ein wichtiger Schritt, dass die SPD sich heute endlich zu einer Abschaffung des Ehegattensplittings bekannt hat. </p>
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